Das Pflaster wurde zur Bühne
Straßenkünstler aus aller Welt eroberten am Wochenende die Herzen der Fußgänger in der Regensburger Altstadt.
Der Mann mit den langen Beinen schritt durch die Stadt.
REGENSBURG.
Gesandtenstraße, Samstagnachmittag. Ein skurril aussehender Mann baut gelassen seine Kulissen auf. Die Bühne ist ja schon da – das Pflaster der Domstadt Regensburg, das am Welterbetag Schauplatz wird für eine spezielle Form der Kunst, der des Straßentheaters. Der Verein „Scants of Grace“ hatte das „1. Regensburger Kulturpflaster“ initiiert und elf Stand-up-Künstler der unterschiedlichsten Art für dieses Projekt begeistert.
Doch zurück zu dem Mann, der eine Fliegerkappe trägt sowie Hochwasserhosen und eben eine knallrote Mülltonne in Position schiebt. Schon bleiben die ersten Menschen stehen, neugierig darauf, was denn nun aus der Mülltonne, den drei großen Bambusstangen, den Leitern, den Seilen und auch all den in der Tonne verborgenen Gegenständen werden wird.
Der Mann vom „Tarnkappentheater“ in Ebersberg erzählt ein artistisches Märchen. Es geht um einen Prinzen, um eine Prinzessin, um ein Orakel und einen bösen Zauberer, um Regenwald, Sümpfe und böse Flüche. Lustig ist die Darstellung, komisch, spontan und durch die Mitwirkung des gut gelaunten Publikums nicht immer für den Künstler vorhersehbar. Doch gerade das macht die Magie des Straßentheaters aus: Die Menschen im Vorübergehen zu interessieren, den Reiz des Könnens zu präsentieren, mit dem Nicht-perfekten perfekt zu spielen und Unterhaltung zu bieten, die unprätentiöser und schöner gar nicht sein könnte – fernab von Showelementen und Knalleffekten.
Und das gesamte Wochenende geht es weiter. Akrobaten und Komödianten stehen an jeder Ecke und bieten den Passanten Unterhaltung, die das Welterbe von einer wunderbaren Seite präsentiert. Hut ab!




