Die „Alte Filmbühne“ muss schließen
Aus für ein Regensburger Kult-Lokal: Der Pachtvertrag zwischen den Betreibern und der Uni wird nicht verlängert. Seit 30 Jahren gibt es die Kneipe.
Die „Alte Filmbühne“ wird Mitte Februar schließen. Foto: sd
Regensburg. Die Kneipe „Alte Filmbühne“ in der Regensburger Innenstadt wird Mitte Februar geschlossen. Die Betreiber des Lokals und die Universität Regensburg als Besitzer der Räume bestätigten am Montag eine entsprechende Anfrage der Mittelbayerischen Zeitung. Am Dienstag gab die Universität bekannt, dass in das Kellergewölbe kein gastronomischer Betrieb mehr einziehen soll.
Seit 30 Jahren gibt es die „Alte Filmbühne“ in Regensburg. 1982 ist die Kneipe in der Engelburgergasse eröffnet worden. 1995 ist sie in das Kellergewölbe unter dem „Haus der Begegnung“ (Hinter der Grieb) gezogen. Sie gilt als eine „der“ Studenten- und Szenekneipen der Stadt. Dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird, begründet die Universität mit Sanierungsarbeiten, die an dem „Haus der Begegnung“ anfallen.
Dazu, was mit den Räumlichkeiten nach der Sanierung passiert, könnten im Augenblick noch keine Angaben gemacht werden, sagte der Sprecher der Universität, Alexander Schlaak. MZ-Informationen, dass die Gewölbe zu Tagungsräumen umgebaut oder als Fahrradkeller genutzt werden sollen, könne er nicht bestätigen. Dass die Kneipe – oder ein anderer gastronomischer Betrieb – nach der Sanierung wieder in das Gebäude einziehe, schloss er am Dienstag aus.
„Am liebsten würden wir natürlich im ,Haus der Begegnung’ bleiben“, sagt die Betreiberin der „Alten Filmbühne“, Karin Griesbeck. Griesbeck kündigte an, im Zweifel aber auch einen teuren Umzug in Kauf zu nehmen und an einem neuen Standort wiederzueröffnen. „Wir tragen eine soziale Verantwortung“, sagt Griesbeck. Die Jobs in der „Filmbühne“ ernährten zahlreiche Mitarbeiter – darunter auch einige Familienväter. Außerdem verstehe sich die Kneipe auch als Begegnungsstätte für Studenten und die Popkultur in Regensburg.
Der kulturpolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Jürgen Huber, hat die Schließung kritisiert. In einer Mitteilung an die Presse äußerte Huber in der vergangenen Woche die Befürchtung, dass für Popkultur immer weniger Raum in der Stadt zur Verfügung stehe. Unter anderem mit dem Verschwinden der „Alten Filmbühne“ sei zu befürchten, dass sich die ohnehin schon enge Situation für die Popkultur in Regensburg noch weiter verschlechtern werde, sagte Huber.

