Regensburg-Stadt 06.04.2012, 10:29 Uhr

Ein Jahr nach EHEC: Bei Bauern geht’s bergauf

Der Absatz brach 2011 massiv ein, kistenweise landete das Gemüse auf dem Müll. Doch jetzt konsolidiert sich die Lage.


        Gemüsebauer Josef Köstlmeier – im Bild mit Freundin Christiane Wedow und deren Tochter Pia – schwimmt wieder auf der Erfolgswelle. EHEC hat im neue Kundschaft beschert. Foto: Mehltretter

Gemüsebauer Josef Köstlmeier – im Bild mit Freundin Christiane Wedow und deren Tochter Pia – schwimmt wieder auf der Erfolgswelle. EHEC hat im neue Kundschaft beschert. Foto: Mehltretter

Von Bettina Mehltretter, MZ

Regensburg. Feldsalat, Spinat und Porree sind schon geerntet, bald wachsen auch die Tomaten in den Gewächshäusern: In Winzer, Kager und in Kneiting – dort, wo Regensburgs Gemüsegärten liegen – beginnt langsam die Hochsaison. Die Bauern haben allerdings ein Problem: „Der März war der trockenste seit Jahren“, sagt Hans Mayer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands. „Für uns ist der Regen gerade ein Goldregen.“ Die Böden seien staubtrocken, 20 Liter warmer Regen sei jetzt, nach den Winterfrösten und dem starken Wind, dringend nötig. Das merken die Gemüsebauern auch auf ihrem Konto: Sie müssen deutlich mehr bewässern als üblich. Und das kostet.

Vor knapp einem Jahr, im Juni 2011, war ein anderes Problem der Bauern noch viel größer: Der Wirbel um den aggressiven Darmvirus EHEC traf Gärtner wie Josef Köstlmeier aus Winzer hart. Ähnlich wie nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl fielen 60 Prozent seines Umsatzes aus. Auch in der EHEC-Krise orderte die Gastronomie über Nacht kaum Gemüse mehr. Den Großteil seiner Produkte musste Josef Köstlmeier vernichten. „Das hat mir das Herz zerrissen“, sagt der Gärtnermeister. „Am liebsten hätten die Gaststätten nur noch Schnitzel und Fleischpflanzerln als Beilage serviert.“

„Heute redet keiner mehr über EHEC“, sagt Josef Köstlmeier. Nur er denkt manchmal noch an den Sommer 2011 zurück: „EHEC war sehr gut für uns“, erklärt er. Immer mehr Gastronomen entschieden sich, ihr Einkaufsverhalten umzustellen. Sie wollen mit regionalen und saisonalen Produkten punkten und kaufen bei den Gemüsebauern vor Ort. Es geht bergauf für die Gemüsebauern.

 

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