Regensburg 31.10.2012, 16:51 Uhr

Familien – Verlierer des Booms

Die Immobilienpreise in Regensburg sind im Höhenflug. Aber wer sind die Gewinner? Ein Bauträger, ein Geldexperte und eine Stadtplanerin diskutierten.

Die Preise für Immobilien in Regensburg befinden sich im Höhenflug. Foto: dpa

Die Preise für Immobilien in Regensburg befinden sich im Höhenflug. Foto: dpa

Von Marianne Sperb, MZ

Regensburg . Regensburg baut. In allen Stadtvierteln ragen Kräne in den Himmel, Hunderte neuer Wohnungen entstehen. Die Preise für Immobilien befinden sich im Höhenflug. Wer die Gewinner und Verlierer des Booms sind, leuchtete am Dienstagabend ein „Stadtgespräch“ ins Kreutzers Restaurant aus, veranstaltet von der Mittelbayerischen Zeitung und dem Fernsehsender TVA, moderiert von Josef Pöllmann (MZ) und Martin Gottschalk (TVA). Rund 120 Menschen nutzten die Chance zu Information aus erster Hand.

Regensburgs Baureferentin Christine Schimpfermann, Geldexperte Franz-Xaver Lindl (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Regensburg) und Bauträger Thomas Dietlmeier (Vorstandsvorsitzendes Immobilien Zentrum Regensburg) kamen sich in 75 Minuten konzentrierter Debatte in ihren Einschätzungen relativ nahe. Fazit: Regensburg wächst, der Bedarf an Wohnraum und damit der Bauboom werden noch Jahre lang anhalten. Bauträger können sich über intensive Nachfrage freuen und Immobilienkäufer über Zinsen im Dauertief. Für Familien und Geringverdiener dagegen bleibt die Lage schwierig. Sie werden es auch Morgen schwer haben, erschwinglichen Wohnraum zu finden.

Die Marktlage treibt Menschen auf Wohnungssuche den Schweiß auf die Stirn und zaubert Immobilienbesitzern ein Leuchten in die Augen, so Gottschalk. Julia Kuhles (TVA) spannte in einem eingespielten Filmbeitrag den Preishorizont auf. Beispiel Dörnbergviertel: Münchner Investoren bauen ab 2014 auf 23 Hektar 100.000 Quadratmeter Geschossfläche. Ein Haus wird zwischen 450.000 Euro und drei Millionen kosten, die Wohnungen werden mit 1700 bis 4500 Euro pro Quadratmeter ebenfalls eher kein Schnäppchen sein. Beispiel zwei: In der Altstadt kostet der Quadratmeter heute bis zu 5000 Euro, 2000 Euro sind die Untergrenze.

Regensburg-Monopoly: Wo liegt die Badstraße, wo die Schlossallee?

Josef Pöllmann lud die Experten am Podium zum Regensburg-Monopoly ein. Wo die Badstraße und wo die Schlossallee zu finden sind, lässt sich nicht pauschal sagen, meinte Schimpfermann. Klar sei aber auch: In der Altstadt, wo der Raum begrenzt ist, klettern die Preise. „Wo die beste Lage ist, hängt vom Nutzer ab“, sagte Dietlmeier. „Wer bei BMW arbeitet, für den ist Burgweinting die Superlage. Für den Studenten ist es die Altstadt oder die Uni.“ Jeder Stadtteil biete teuere, aber auch sehr vernünftige Preislagen. Lindl verortete die Sahnestücke für Immobilien dort, wo sich verschiedene Lebensbereiche – Job, Schule, Kultur, Kindergarten – gut verknüpfen lassen.


 

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