Gelungene Premiere für „Hans I.“
Nach 48 Jahren ging die Regensburger Treidelanlage an der Steinernen Brücke wieder in Betrieb: OB Hans Schaidinger schipperte durch das erste Joch.
REGENSBURG. „Regensburg ist um eine Attraktion reicher. Wir dürfen uns alle drüber freuen“, sagte Oberbürgermeister Hans Schaidinger - und beschritt seinen Weg an Bord des antriebslosen Prahms „Hans I.“, der am Samstagnachmittag zum Dreh- und Angelpunkt eines historischen Augenblicks wurde: Nach exakt 48 Jahren ging die Treidelanlage an der Steinernen Brücke wieder in Betrieb - und sollte erstmals wieder ein Schiff durch das erste Joch der Brücke befördern.
Nach umfangreicher Instandsetzung und großzügigen Spenden aus der Region gelang das Unterfangen vor Hunderten von neugierigen Zuschauern. Trotz des starken Regenwetters ließen sich weder Treidelanlage, noch der OB, noch die „Hans I“ beirren, so dass der Prahm schon wenige Minuten nach der „Ausfahrt“ auf der gegenüberliegende Seite der Brücke im Ziel ankam. Ein 270 Meter langes Stahlseil ermöglichte eine sichere Überfahrt. Wie es sich für den feierlichen Anlasse gebührte, sollte den Passagieren im Ziel ein gemütlicher Empfang bereitet werden, wenn auch die niederprasselnden Regentropfen ein gemütliches Verweilen an den Biertischen verhinderten.
Im Vorfeld sorgte der aufspielende Regensburger Shanty-Chor für Stimmung, brachte die Hohe See für eine Weile in die Donau-Metropole. Obwohl, wie auch der OB befand, die Klänge gewiss nicht an oberpfälzisches Liedgut erinnerten, habe die Musik doch eine Menge mit Regensburg gemeinsam. Schließlich verbinde die Donau-Schifffahrt Regensburg mit dem Schwarzen Meer - und somit den Ozeanen und der großen weiten Welt. Dr. Horst Erbguth, der als Vereinsvorsitzender des gastgebenden Donau-Schifffahrts-Museums die Festrede hielt, betonte, dass der wiedereröffnete Schiffsdurchzug „in Europa einmalig“ sei.
Als Dankeschön für sein Mitwirken überreichte er dem OB das frisch erschienene Band 10 der Buchreihe „Donauschifffahrt“. Der Schwerpunkt des Buchs ist dem Thema Treidelanlage gewidmet. Dr. Roland Kollert, der die Wiederinstandsetzung initiierte, war die Freude über die gelungene Aktion kaum zu verkennen: „Das ist wirklich toll gelaufen“, sagte er. „Ich bin überrascht, dass so viele Gäste da waren. Es ist schön, zu sehen, dass die Regensburger für ihr Flussufer reges Interesse zeigen.“ Schließlich bringe die Donau und ihre Schifffahrt eine Menge Abenteuer mit sich.






