Herbert Schlegl hadert mit der CSU
Lange war der Stadtrat eine Speerspitze seiner Partei. Jetzt kann er deren Verhalten im Schwabelweiser Sportplatzstreit nicht mehr mittragen.
Viele Jahre hatte OB Hans Schaidinger in seinem CSU-Fraktionschef Herbert Schlegl (rechts) einen unermüdlichen Mitstreiter für die Sache. Foto: Archiv
Regensburg. Die Ankündigung von Herbert Schlegl bei der letzten CSU-Fraktionssitzung hat für Aufsehen gesorgt: Er werde einen offenen Brief an alle Schwabelweiser schicken. Schlegl sieht die dörflichen Frieden in dem Stadtteil gefährdet, in dem er seit seiner Geburt lebt. Den Frieden gefährdet nach seiner Überzeugung die Ausbreitungstendenz der Baseballer zulasten der Fußballer. Und in seiner eigenen Fraktion sieht er keinen, der der DJK die Stange hält. Er tut es, denn für ihn sind die Auswirkungen klar, wenn die Fußballer von ihrem angestammten Platz weichen müssen: „Das wäre das Ende des Vereins. Die Fußballer haben, anders als die Baseballer, Konkurrenz. Die Kinder und Jugendlichen gehen dann zu anderen Vereinen, und das ist schlecht für die dörfliche Gemeinschaft.“
Herbert Schlegl ist mit seiner Partei durch dick und dünn gegangen. Sein oft gebrauchter Slogan: „Wir von der CSU…“, den er immer dann benutzte, wenn er von besonderer Zuverlässigkeit und Stabilität in der Stadt sprach, ist im Stadtrat legendär, wurde oft kolportiert, mitunter belächelt. Benutzt hat er ihn schon lange nicht mehr. Der schier endlose Streit in der Partei, das Zerbrechen in zwei verfeindete Lager, das hat den inzwischen 70-Jährigen in die innere Emigration getrieben. Dass er auf keinen Fall mehr für den Stadtrat kandidieren werde, hat er bereits unmissverständlich kundgetan. Bis er 2014 aus dem Gremium ausscheidet, will er sich aber wenigstens weiter intensiv um seinen Stadtteil Schwabelweis kümmern.
Dazu gehört vorrangig der Erhalt des Fußballplatzes an seiner derzeitigen Stelle und der Erhalt der Schulsportanlage. Nach Schlegls Schätzung sind 300 Schwabelweiser Mitglied im Fußballverein, aber nur 50 bei den Baseballern. Letztere könnten also jederzeit auch in einem anderen Stadtteil trainieren, findet er. Wenn in seiner Fraktion eine andere Meinung herrsche, dann spiele er da nicht mit.
Was er auch noch erledigt haben möchte, ist der Badeplatz in dem vorhandenen Hafenbecken, wo man nach Schlegls Meinung nur ein paar Fuhren Kies aufschütten müsste, um eine zusätzliche Freizeitmöglichkeit für Familien zu schaffen und Lebensqualität für seinen Stadtteil Schwabelweis. Auf die erforderliche Unterstützung seiner Fraktion wartet er bisher vergeblich. Das alles will der enttäuschte CSU-Mann den Schwabelweiser Bürgern in einem Brief mitteilen. Schreiben will er ihn auf jeden Fall. Aber nicht mehr vor Weihnachten. Denn sein Nachfolger als Fraktionschef, Christian Schlegl, habe versprochen, noch einmal mit den Fußballern zu reden.

