Regensburg 10.07.2012, 18:00 Uhr

Immobilien: Speckgürtel wird teuer

Die Preise für Häuser und Wohnungen sind im Landkreis Regensburg in einem Jahr um mehr als 15 Prozent gestiegen – allerdings nur in stadtnahen Lagen.

Stadtnah und vergleichsweise teuer: Das Baugebiet Höllaäcker in Lappersdorf Foto: MZ-Archiv/Dummer

Stadtnah und vergleichsweise teuer: Das Baugebiet Höllaäcker in Lappersdorf Foto: MZ-Archiv/Dummer

Von Christof Seidl, MZ

Regensburg. Die Stadt und der Landkreis sind seit vielen Jahren eine der leistungsfähigsten Wirtschaftsregionen Deutschlands. Dieser Trend wirkt sich immer stärker auf die Immobilienpreise aus. Nach einer Untersuchung des Internetportals ImmobilienScout24 wurde der Quadratmeter eines Hauses in der Stadt Regensburg im zweiten Halbjahr 2011 für durchschnittlich 2497 Euro angeboten. Im Vergleich zu den Preisen im ersten Halbjahr 2010 entspricht das einem Zuwachs von knapp 16 Prozent.

Das Niveau im Landkreis liegt deutlich niedriger – allerdings sind die Angebotspreise von Wohnhäusern nach Angaben von ImmobilienScout24 sogar um 17 Prozent gestiegen, sodass der Quadratmeter Ende 2011 im Mittel 1872 Euro kostete.

„Jeder Kilometer Entfernung zählt“

Immobilienmakler in der Region bestätigen diesen Trend grundsätzlich. Der Landkreis profitiere von der Preisentwicklung auf dem Haus- und Wohnungsmarkt in der Stadt. Dies gelte aber nur für die sogenannten Speckgürtel-Gemeinden wie Pentling, Lappersdorf oder Tegernheim, und da nur die Bereich die direkt an die Stadt grenzen.

„Wenn es um Immobilienpreise geht, zählt jeder Kilometer Entfernung zur Stadt“, sagt Helmut Wittl von der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH. Dazu müsse man sich nur die Bodenrichtwerte ansehen. Wenn man eine Linie von Burgweinting nach Pfakofen ziehe, seien das ungefähr 15 Kilometer, keine wirklich große Distanz. Trotzdem sinke der Bodenrichtwert bis Pfakofen um gut 200 Euro pro Quadratmeter auf 90 Euro. Wittl geht in Stadtnähe von einer Preissteigerung von etwa 15 Prozent in den vergangenen zwei Jahren aus. Den Boom insgesamt führt er auch auf das niedrige Zinsniveau zurück. Dadurch werde der Markt belebt, was zu höheren Preisen führe.

Ältere Leute suchen die Stadtnähe

Michael Müllner, Miteigentümer von RE/MAX-real-estate, sieht im starken Preisanstieg in den Stadtrandgemeinden auch eine gesellschaftliche Entwicklung. Die Bevölkerung werde immer älter und diese ältere Generation suche Wohnlagen mit guter Infrastruktur (Krankenhäuser, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten) und guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel – alles Dinge, die die Stadt und die Speckgürtelgemeinden bieten könnten. Wohnorte ohne günstige Anbindung an dieses Versorgungsnetz seien für diese wachsende Bevölkerungsschicht nicht mehr attraktiv. Eine Rolle spielt nach Müllners Einschätzung auch die Angst vor einer Geldentwertung in dieser Generation.

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