Regensburg 06.09.2012, 17:03 Uhr

In Dachstühlen und Bohlenstuben

Regensburg lockt mit einem üppigen Programm zum Tag des offenen Denkmals. Die steinerne Stadt präsentiert ihre Schätze aus Holz.

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Eine aufwändig geschnitzte Holztür in der Dreieinigkeitskirche Foto: Stadt Regensburg

Eine aufwändig geschnitzte Holztür in der Dreieinigkeitskirche Foto: Stadt Regensburg

Von Marianne Sperb, MZ

Regensburg. Menschen bauen seit Urzeiten mit Holz. Aus Holz entstehen Häuer und Schiffe, Holz schmückt Räume, es gibt Bildern das Trägermaterial und in seiner lebendigen Form, als Bäume, bildet es unsere Parks. Der Tag des offenen Denkmals widmet sich heuer zum ersten Mal einem Baumaterial: Historische Zeugnisse aus Holz stehen am Sonntag (10 bis 17 Uhr) einen Tag lang im Mittelpunkt.

Bundesweit sind mehr als 7500 historische Gebäude, archäologische Stätten, Gärten und Parks für alle Kulturbegeisterten geöffnet, zentral koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn. Mehr als die Hälfte aller Veranstaltungen widmet sich dem diesjährigen Motto Holz. Zum ersten Mal steht ein Baumaterial im Mittelpunkt des Denkmaltags. Bei allen Veranstaltungen haben die Besucher die seltene Gelegenheit, aus erster Hand vor Ort Informationen zur Geschichte der Denkmale, zu ihrem Erhalt und zu ihren Besonderheiten zu erfahren.

Fachwerk ist in Regensburg rar, Ausnahme: die Keplerstraße 2

Regensburg bietet, fast schon traditionell, wieder eines der üppigsten Programme in Bayern. Zehntausende Menschen werden am Sonntag in der Welterbestadt imposante Dachstühle in Kirchen und Stadeln erkunden, denkmalgeschützte Baumveteranen bestaunen, mit Holz ausgekleidete Bohlenstuben und prachtvoll geschnitzte Türstöcke entdecken. Denkmalpfleger Dr. Eugen Trapp informiert im Vorfeld über Hintergründe und pickt ein paar Highlights heraus.

Regensburg ist eine steinerne Stadt – die erste nördlich der Alpen, die ein durchgängiges städtebauliches Profil aus Stein besitzt und in der nicht nur die Kirchen und das Rathaus aus Stein gebaut sind. Fachwerk hat sich hier seltener als anderswo erhalten. Eine Ausnahme ist das Haus Keplerstraße 2, das allerdings als einer der ältesten Fachwerkbauten Deutschlands gilt.

Eine neuartige Konstruktion erlaubte, Säle stützenfrei zu bauen

Vom Bauen mit Holz zeugen hier vor allem imposante Dachstühle. Das Alte Rathaus ist ein herausragendes Beispiel: Der Dachstuhl ist gleichzeitig der Deckenträger für den Reichssaal. Die Weite des rund 360 Quadratmeter großen Festsaals, 1320/1330 errichtet, unterbrach eine Reihe von Stützen – ein Mangel, den man beim Umbau 1446/1448 mit einem sensationellen Kniff tilgte: Die Decke wurde am Dach aufgehängt, ein Prinzip, das sich die Baumeister vom Dom abschauten.

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