Jugendliche lieben Partyreisen
Kurz vor den Ferien haben viele Schüler nur noch eins im Kopf: den Strand in Lloret, die Disco in Rimini. Der Markt für Jugendtrips boomt.
Tagsüber am Strand chillen, abends in die Disco: Das wünschen sich viele junge Leute für die Sommerferien. Foto: Ruf
REGENSBURG. Mit 16 oder 17 geht es los: Jugendliche finden Urlaube mit den Eltern öde, wollen mit Freunden verreisen. Am liebsten in einen Partyort wie Palma, Lloret oder Rimini. Weil sich Eltern Sicherheit und Betreuung für ihre 16- bis 18-Jährigen wünschen, werden immer mehr Jugendreisen gebucht.
„Die Teilnehmerzahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen“, erklärt Inga Krusch, Pressereferentin von Ruf Jugendreisen in Bielefeld, dem größten Anbieter in Europa. 80.000 Kinder und Jugendliche von acht bis 18 sind im vergangenen Jahr mit dem Unternehmen in den elternlosen Urlaub gefahren.
Ruf bietet Sport, Sprach- und Partyreisen. Inga Krusch sagt, die Inhalte seien wichtiger geworden. Jugendliche wollten im Urlaub Dinge tun, die der straffe Alltag nicht zulässt. Zum Beispiel ein Musical ausarbeiten, Beach-Volleyball spielen oder Slacklining (Balancieren auf Schlauchband) lernen. Doch auf der Homepage wirbt Ruf auch für Partytrips ins spanische Lloret de Mar: „Das ist die Stadt, die niemals schläft! Hier tummeln sich junge Leute aus ganz Europa, die alle ein gemeinsames Ziel haben: Feiern, und zwar richtig!“
Bei den Schülern aus Regensburg und dem Umland, die in wenigen Tagen aufbrechen werden, scheint eher dieser Partygedanke im Vordergrund zu stehen. Marie (17, alle Namen geändert) fährt mit zwei Klassenkameradinnen nach Lloret. Sie freut sich darauf, am Strand zu liegen, Volleyball zu spielen und abends wegzugehen. Die FOS-Schülerin will „hauptsächlich Spaß haben“. „Man lernt neue Leute und andere Kulturen kennen.“ Ihre Eltern habe sie schon überzeugen müssen. Wegen der Betreuung fahren die Mädchen mit Ruf-Reisen. Das Geld musste sich Marie zusammensparen. „Das finde ich auch okay“, meint sie.
Ihre Freundin Hanna (17), Schülerin am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium, erzählt: „Wir wollten schon lange eine Partyreise machen, ans Meer, in die Sonne und später in die Disco.“

