Katholikentag: Regensburg profitiert
Die Veranstaltung wird acht Millionen Euro kosten. Dafür bringt sie der Stadt Image und Geld: Jeder Besucher lässt pro Tag im Schnitt 35 Euro da.
Dr. Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der Katholiken ZdK. Er gehört zur Leitung des Katholikentags 2014. Foto: altrofoto.de
Regensburg. Regensburg wird 2014 in den Fokus des medialen Interesses rücken. Sondersendungen, Reportagen, ein Platz zur Primetime im TV: Geschichten und Bilder aus Regensburg werden der Stadt schon im Vorfeld bundesweit Präsenz schenken, so ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper, der zum Leitungsteam des Katholikentags 2014 gehört, am Donnerstag im MZ-Verlagshaus. ZdK-Pressesprecher Theodor Bolzenius verwies auf Mannheim 2012: „In der Woche nach dem Katholikentag standen mehr als 80.000 Bilder aus Mannheim im Internet.“ Regensburg dürfte nicht nur beim Image, sondern auch finanziell profitieren, so Vesper. Nach einer Erhebung lässt jeder Besucher pro Tag 35 Euro in der Stadt.
Der Katholikentag 2014 wird ähnlich viel kosten wie Mannheim 2012 – rund acht Millionen Euro. Je ein Drittel, so die Planung, tragen die öffentliche Hand, die Kirche und die Gläubigen. Der Katholikentag braucht die Gastfreundschaft der Regensburger, machte Bolzenius klar: Viele Gäste werden in Turnhallen und Klassenzimmern schlafen, gerade für ältere Besucher hoffe man auf offene Türen privater Gastgeber.
Ein Team bereitet den Katholikentag ab Ende 2012 in Regensburg vor. Zunächst rund zehn, später 30 bis 40 Mitarbeiter (in der Endphase sogar rund 80 Mitarbeiter) werden hier eine Wohnung beziehen und vom Hauptquartier aus akribisch den Rahmen für die Veranstaltung abstecken – vom Messen der Rettungswege bis zum Kartieren der Steckdosen.
Regensburg hat Erfahrung mit Großevents. Beim Katholikentag handle es sich aber um eine ganz andere Dimension als etwa der Papstbesuch. „Das ist kein Vergleich“, so Vesper, aufgrund der Dauer und Differenziertheit der Veranstaltung. „Wir könnten es uns einfach machen, bei einem Fest mit Kundgebungscharakter und wenigen großen Programmpunkten“, so ZdK-Präsident Alois Glück. „Aber das ist nicht, was die Menschen wollen. Die wollen sich einbringen, diskutieren.“

