Regensburg 24.10.2012, 15:48 Uhr

ÖPNV: Angebot soll bestehenbleiben

Für die Finanzmisere des RVV gibt es zwei Lösungen: Mehr Geld investieren oder Fahrten streichen. Der Landrat ist gegen einen Abbau des Angebots.

Politiker in Stadt und Landkreis sprechen sich trotz des Defizits beim RVV gegen einen Angebotsabbau aus. Foto: MZ-Archiv

Politiker in Stadt und Landkreis sprechen sich trotz des Defizits beim RVV gegen einen Angebotsabbau aus. Foto: MZ-Archiv

Von Christof Seidl, MZ

Regensburg/ Landkreis. Zu Beginn des Jahres 2010 sah alles noch bestens aus. Das Defizit des Regensburger Verkehrsverbunds blieb in einem akzeptablen Rahmen und Stadt und Landkreis stimmten dem neuen regionalen Nahverkehrskonzept zu, das die Entwicklungsziele im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Großraum Regensburg für die nächsten Jahre auflistete. Zwar verfügte die Region nach Meinung des „Planungsbüros Nord“ aus Kassel, das das Konzept ausgearbeitet hatte, bereits über ein „insgesamt gutes Angebot“ bei Bahn und Bus, gleichzeitig stellte es konkrete Defizite fest und listete für Stadt und Landkreis eine ganze Reihe an Verbesserungsvorschlägen auf. Einige dieser Vorschläge sind mittlerweile umgesetzt, so zum Beispiel mehrere Schnellbuslinien. Anderes ist in Planung, vieles liegt noch in der Schublade.

Ein Konzept für den Großraum

Die Planung betrifft den gesamten Großraum. Im Herbst 2011 unterzeichneten die Städte Regensburg und Straubing, sowie die Landkreise Regensburg, Kelheim, Schwandorf, Straubing-Bogen, Cham und Neumarkt den regionalen Nahverkehrsplan. Erwartungen auf eine schnelle Umsetzung dämpften die politischen Vertreter der Gebietskörperschaften allerdings schon bei der Unterzeichnung. In den nächsten Jahren gehe es darum, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den nächsten Jahren zum Teil erst ausloten. Laut OB Schaidinger benötige man dazu zwischen fünf und neun Jahren. In einem Punkt waren sich die kommunalen Oberhäupter aber einig: Verkehr hört nicht an den Stadt- oder Landkreisgrenzen auf.

Ist der ÖPNV-Ausbau am Ende?

Heute steht der RVV wegen eines Schuldenbergs im Feuer, 12,5 Millionen werden im kommenden Jahr nach derzeitigen Schätzungen der Geschäftsführung fehlen. Für den Aufsichtsrat mit Landrat Herbert Mirbeth und Oberbürgermeister Hans Schaidinger an der Spitze Anlass, die Notbremse zu ziehen. Die Abstimmung des Etats für 2013 wurde auf 18. Dezember vertagt, die RVV-Macher sollen bis dahin darlegen, wo und wie Einsparungen möglich sind (MZ berichtete). Nach Ansicht der Experten sind Einsparungen nur durch einen Abbau des Angebots möglich. Errungenschaften der jüngeren Vergangenheit wie die Nachtbusse könnten dem Sparzwang zum Opfer fallen. Ist der geplante Ausbau des ÖPNV am Ende?

 

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