Regensburg 24.08.2012, 07:44 Uhr

Polizei befragt Hunderte Anwohner

Suche nach dem Serienvergewaltiger in Regensburg läuft auf Hochtouren. Am Donnerstag erhöhte die Kripo den Fahndungsdruck und sprach mit Bürgern.

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Mit einer großangelegten Anwohnerbefragung fahndet die Polizei nach dem Serientäter, der in Regensburg drei Frauen überfallen hat. Fotos: Koller

Mit einer großangelegten Anwohnerbefragung fahndet die Polizei nach dem Serientäter, der in Regensburg drei Frauen überfallen hat. Fotos: Koller

Von Marion Koller, MZ

Regensburg. Bereitschaftspolizisten befragten am Donnerstagabend Hunderte von Anwohnern in den Straßenzügen rund um die Augsburger Straße. Dort hatte ein Serientäter Anfang August eine 26-jährige Radfahrerin überfallen. Die Studentin entkam dem Vergewaltiger nur, weil sie sich heftig wehrte und eine Autofahrerin aufmerksam wurde.

In drei Gruppen gingen die Beamten am Donnerstag stundenlang von Haus zu Haus und stellten den Anwohnern in Tatortnähe sieben Fragen. Die Polizisten wollten wissen, ob jemand einen Verdächtigen gesehen hat, auf den die Beschreibung zutrifft. Auch nach dem am Tatort gefundenen Tapeziermesser und dem Arbeitshandschuh wurde gefragt. Besonders erpicht waren die Ermittler auf Hinweise zu einem knallgelben Motorrad, das ein Zeuge am Tatort gesehen hat. Dieser Mann hatte die Schreie der 26-Jährigen gehört und wollte zu Hilfe eilen.

„Wir hoffen, dass wir durch die Befragung den Fahndungsdruck so erhöhen können, dass sich der Täter stellt oder dass sich neue Ermittlungsansätze ergeben“, sagte Einsatzleiter Mario Ernst von der Kripo Regensburg zu den Journalisten. Die Befragung sei freiwillig. „Wir setzen auf die Kooperationsbereitschaft der Bevölkerung“, betonte der Polizeihauptkommissar. Er hoffe, dass durch die Anwohnerbefragung geklärt werden könne, wem das leuchtend gelbe Motorrad gehört. Rund 50 Hinweise hat die Kriminalpolizei in den letzten Tagen bereits erhalten, vor allem zum aufgefundenen Arbeitshandschuh.

Die meisten Menschen in den sechs Straßenzügen Boelckestraße, Nikolaus-Gallus-Straße, Ludwig-Erhard-Weg, Kaiser-Friedrich- und Konrad-Adenauer-Allee sowie im Wilhelm-Högner-Weg beantworteten die Polizeifragen bereitwillig. Der Großteil wusste aus der Zeitung bereits Bescheid. Irmengard Scharg etwa, eine ältere Dame aus der Ganghofersiedlung, führte die Bereitschaftspolizisten ins Wohnzimmer und half ihnen mit Detailwissen weiter.

Stefan Hartl von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz und Mario Ernst sagten bei der kurzen Pressekonferenz in der Augsburger Straße, bis zu 250 Anwesen würden besucht. Die Ergebnisse wertet die „Ermittlungsgruppe 1997“ mit fünf Spezialisten in den kommenden Tagen aus. Es könne sein, dass noch eine zweite Befragung durchgeführt werden müsse.

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