Regensburg-Stadt 15.01.2011, 00:59 Uhr

Regensburg rechnet mit dem Schlimmsten

Die Stadt wappnet sich für den Katastrophenfall und Rekord-Pegelstände. Der Scheitel wird gegen 18 Uhr erwartet.

Die mobilen Hochwasserschutzelemente wurden am Freitag aufgebaut. Foto: Klein

Die mobilen Hochwasserschutzelemente wurden am Freitag aufgebaut. Foto: Klein

Von Heinz Klein und Christine Hegen, MZ

Regensburg. Am Freitag wälzte sich die Donau mit 1,6 Millionen Liter pro Sekunde flussabwärts, doch es werden noch zwei Millionen Liter werden, vielleicht auch noch mehr. Gegen 22 Uhr trat am Freitag der Krisenstab in der Domstadt erneut zusammen. Denn: Die Prognose festigt sich. Am Samstag wird an der Eisernen Brücke ein Wasserstand von 6,60 Meter erwartet – vielleicht auch mehr. 6,60 Meter entsprechen dem Rekord-Hochwasser von 1988 und 2002.

Die mobilen Hochwasserschutzelemente an der Wurstkuchl werden derzeit überströmt. Wie die Stadt am Abend mitteilte, ist zu befürchten, dass der Wasserstand so weit steigt, dass weitere Hochwasserschutzelemente überströmt werden, zum Beispiel in der Bad- oder Werftstraße.

Beim Wasserwirtschaftsamt ging man dagegen davon aus, dass der Pegelstand von 2002 nicht erreicht werde. „Langfristprognosen haben eine hohe Ungenauigkeit“, sagte Amtsleiter Wolf-Dieter Rogowsky. Die Einschätzung schwanke um 15 bis 20 Zentimeter.

Aufbau von Stegen

Bei der Stadt hat man sich unterdessen für den schlimmsten Fall eingerichtet und geht von einem „worst-case-Szenario“ aus. Das schließt auch den Katastrophenfall mit ein. Die Mitarbeiter des Tiefbauamts installierten in der Thundorferstraße, Badstraße, Werftstraße, Wassergasse, am Franziskanerplatz und in der Unteren Regenstraße mindestens 1600 Meter der mobilen Hochwasserschutzelemente, die nun ihre Bewährungsprobe bestehen müssen.

Am Abend wurde mit dem Aufbau der Fußgängerstege begonnen. Beim Stadtgartenamt befüllte man gut 25.000 Säcke mit Sand und stellte sie in Flußnähe für Anwohner bereit. Auch in der Baumschule das Gartenamts in der Ziegetsdorfer Straße konnte man sich Sandsäcke abholen. Die Bürger machten von diesem Angebot kräftig Gebrauch und kamen teilweise sogar mit Kleinlastwagen. Die Befüllung der Sandsäcke geht dort auch am heutigen Samstag weiter.

 

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