Regensburg 12.11.2010, 17:43 Uhr

Zirkus sucht eine neue Bleibe

Schausteller hatten ihre Tiere im Alten Schlachthof einquartiert. Die Gebäude sind einsturzgefährdet. Die Stadt bittet nun um Hilfe bei der Quartiersuche

Seit der Räumung der Schlachthof-Hallen am Donnerstagabend müssen die Zirkus-Tiere im Freien bleiben. Foto: Weigel

Seit der Räumung der Schlachthof-Hallen am Donnerstagabend müssen die Zirkus-Tiere im Freien bleiben. Foto: Weigel

Regensburg. Der Zirkus Brumbach sucht dringend ein Winterquartier. Die Hallen des Alten Schlachthofs musste das kleine – und bettelarme – Unternehmen räumen. Mit großem Aufgebot rückte die Polizei am Donnerstagabend an. Auf dem Gelände, mitsamt den darauf stehenden Hallen Eigentum der Stadt Regensburg, hatte sich der Zirkus mit seinen Tieren einquartiert – unter anderem zehn Pferden und Ponys, einem Lama, einer Schlange, Hasen und Meerschweinchen. Da es sich laut Stadtbauamt um einsturzgefährdete Gebäude handelt, sollte der Zirkus die Unterkunft verlassen. Die Stadtverwaltung betonte in einer Mitteilung vom Freitag, dass sie Manuela Brumbach bereits am Mittwoch eindringlich aufgefordert habe, die belegten Hallen sofort zu verlassen.

Dieser Aufforderung kam der Zirkus nicht nach. Die Polizei holte die Tiere am Donnerstagabend aus dem Gebäude und brachte sie notdürftig in einem Gatter unter freiem Himmel unter. Direktor Helmut Brumbach weiß, dass er falsch gehandelt hat und jetzt mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung rechnen muss. Dem MZ-Reporter erklärte er, wie er zu dem Platz kam. Tenor: „Ich habe einen Herr W. kennengelernt. Der hatte gute Infos und bot mir den Platz an. Als W. plötzlich 1000 Euro bar als „Kaution“ haben wollte, sei er stutzig geworden, erklärt Brumbach. „Ich hätte das Amt anrufen müssen. Das habe ich nicht getan. Ich bin eingezogen.“

Dem kleinen Familienzirkus mit langer Tradition steht das Wasser bis zum Hals. „Wir würden am liebsten hierbleiben. Leider hat man uns jetzt Strom und Wasser abgestellt“, klagte Helmut Brumbach am Freitagnachmittag. „Nein. Da will ich nicht hin“, lehnte er im MZ-Telefonat das Angebot der Stadt ab, auf dem Landfahrerplatz an der Straubinger Straße vorübergehend Quartier zu beziehen, wörtlich: „Das ist eine Falle. Wenn es schneit, komme ich nicht mehr weg.“

 

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