Regensburg 09.09.2012, 16:21 Uhr

Riesenandrang auf Denkmäler

Der Tag des offenen Denkmals lockte Tausende auf Türme, in Keller und in die Parks: Die Welterbestadt Regensburg präsentierte ihre Schätze aus Holz.

AL-12-5119

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Von Marianne Sperb, MZ

Regensburg . Der Tag des offenen Denkmals ist für die Regensburger ein Festtag. Die Veranstaltung hat sich zur echten Volksbewegung entwickelt. Am Sonntag machten sich Tausende auf, um sich in beeindruckende Dachstühle, sonst verschlossene Keller oder liebevoll und originalgetreu sanierte Bohlenstuben führen zu lassen. Kirchen und Stadel waren Schwerpunkte im Programm, das in der Welterbestadt, wieder einmal, so üppig ausfiel wie in wenigen anderen deutschen Städten. „Ein wunderbares Angebot zum Nulltarif“, so Klaus Heilmeier, Chef der städtischen Abteilung Denkmalpflege.

Versierte Denkmal-Freunde: Viele hatten einen festen Terminplan

Die Besucher, die ab 10 bis 17 Uhr durch die Stadt strömten, ihren Flyer griffbereit, hatten sich häufig vorab schon einen genauen Plan für ihren Rundgang gemacht, um möglichst viele Eindrücke mitzunehmen. Einige Kulturfreunde hätten gern Nachschlag. Arno-Andreas Schmitt zum Beispiel wünschte sich zwei Termine dieser Art pro Jahr. „Und es wäre schön, wenn es schon um 9 Uhr losginge. Sonst wird die Zeit doch etwas knapp.“ Die Kunsthistoriker und übrigen Fachleute, die die Gäste führten, waren allerdings nach sieben Stunden Programm am Limit und hatten sich bis zum Abend halb heiser geredet. 30, 50, bis zu 80 Menschen kamen zu den Terminen und standen teilweise geduldig Schlange – etwa vor dem reichsstädtischen Weinkeller, in dem eine Batterie barocker Fässer von der Regensburger Wein-Historie zeugt. Die Behälter sind heute im Eigentum des Bayerischen Nationalmuseums, eine Dauerleihgabe an Regensburg.

Das Ziel: Menschen motivieren, sich für ihr Erbe einzusetzen

Der Denkmal-Tag widmete sich heuer dem Material Holz. Dachstühle, Treppenhäuser, Weidenkorb-Flechten (von der Mittelaltergruppe „Evocatio Ratisbonensis am Haidplatz vorgeführt), barocke Türstöcke, gotische Flügelaltäre oder die mietbaren Badehäuseln aus Holzlatten auf der Jahninsel, für die die Schwimmabteilung des Jahn lange Wartelisten führt: Das Thema Holz gibt in der „steinernen Stadt“ Regensburg viel her. Unter den Rennern 2012 waren die Türme, die bei Bilderbuchwetter prachtvolle Aussicht boten. Unterm Strich, so die Bilanz von Klaus Heilmeier, war der Sonntag ein großer Erfolg. Sein Büro hat damit das Ziel erreicht: Menschen für das Regensburger Erbe zu interessieren und sie zu motivieren, damit sie eintreten für Denkmäler, die in Gefahr sind: „Denn nur für das, was man kennt, dafür setzt man sich auch ein.“

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