Regensburg 15.09.2012, 19:51 Uhr

20-Jähriger schießt auf Polizisten

Regensburger Zivilbeamte kontrollieren einen Autofahrer. Der glaubt an einen Bluff und gibt Gas. Mit einer Schreckschusswaffe zielt er auf die Verfolger.

Ein 20-Jähriger schoss bei einer Verfolgungsjagd mit einer Schreckschusswaffe auf die Polizei. Foto: dpa

Ein 20-Jähriger schoss bei einer Verfolgungsjagd mit einer Schreckschusswaffe auf die Polizei. Foto: dpa

REGENSBURG. Zwei junge Männer glaubten sich offenbar in einem Actionfilm, als sie in der Nacht zum Samstag in Regensburg vor einer Polizeikontrolle davonrasten und auf die Polizisten schossen. Wie die Polizei in Regensburg mitteilte, hatte eine Zivilstreife der Polizeiinspektion Regensburg Süd an der Kreuzung Galgenbergstraße/ Friedenstraße den 20-jährigen Fahrer angehalten. Grund für die Aktion war die Fahrweise des Mercedes-Lenkers, der mit augenscheinlich deutlich mehr als 50 km/h unterwegs war. Als die Ampel an der Kreuzung Rot zeigte, wollten die Beamten das Fahrzeug, das mit zwei Personen besetzt war, kontrollieren. Obwohl die Polizisten sich als solche zu erkennen gaben, raste der Mann davon.

Während die Beamten das Fahrzeug verfolgten, gab der Fahrer mehrere Schüsse in Richtung des Polizeifahrzeugs ab. Dabei wurden weder Personen verletzt noch das Fahrzeug getroffen. Die Polizeibeamten machten nicht von der Schusswaffe Gebrauch. Obwohl sich mittlerweile mehrere Streifenbesatzungen an der Verfolgung des Mercedes beteiligten, setzte der junge Mann seine Flucht, die Galgenbergstraße stadtauswärts, mit stark überhöhter Geschwindigkeit fort. Letztlich gelang es den Einsatzkräften zwischen Oberhinkofen und Höhenhof das Fahrzeug zu stoppen und den 20-Jährigen sowie seinen 19-jährigen Beifahrer festzunehmen. Im Fahrzeug fanden die Beamten eine Schreckschusswaffe, für die der Heranwachsende eine entsprechende Erlaubnis besitzt, und stellten sie sicher.

Der 19-jährige Beifahrer erklärte später, dass er und sein Freund nicht geglaubt hätten, dass die Polizisten echt waren. Erst nachdem ihnen mehrere Streifenwagen folgten, riefen sie bei der Polizei an und fragten, ob sie von „echten Polizisten“ verfolgt würden. Nachdem die Einsatzzentrale die Echtheit der Beamten bestätigte, hielten die beiden schließlich an.

Warum die Männer an der Echtheit der Beamten zweifelten, blieb zunächst unklar.“Das ist eine ganz seltsame Geschichte“, sagte ein Sprecher am Samstag. Die Ermittlungen würden vor allem dadurch erschwert, dass der Fahrer selbst sich bisher nicht zu dem Vorfall äußere.

Ein freiwilliger Atemalkoholtest beim Fahrer verlief negativ, der 19-Jährige war geringfügig alkoholisiert. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die beiden jungen Männer wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen. Die Ermittlungen, für die noch weitere Details abzuklären sind, hat die Kripo Regensburg übernommen. Sie bittet Verkehrsteilnehmer, die möglicherweise durch das Fahrverhalten des 20-Jährigen gefährdet bzw. behindert wurden, sich unter der Rufnummer (09 41) 5 06-28 88 zu melden.

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