Verbände: Mehr Vorfahrt für Radler
Die Regensburger Vertreter von ADFC und VCD fordern ein Umdenken in der Verkehrspolitik. Die „Generation Auto“ dominiere sie zu stark.
Besonders knifflige Stelle: Der Radler-Übergang an der Kreuzung zwischen Weißenburg- und Adolf-Schmetzer-Straße im Stadtosten. Foto: Heinrich
Regensburg. Auf dem Papier hat sich Regensburg längst der Förderung des Fahrradverkehrs in der Stadt verschrieben. Doch wie sieht die Realität auf der Straße aus? Für die Regensburger „Radler-Lobby“ gibt es noch viel Luft nach oben. Die Kreisverbände des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des VCD (Verkehrsclub Deutschland) zeigten bei einer Tour durch Regensburg mit der MZ Schwachstellen im Verkehrsnetz auf, an denen es Radler besonders schwer haben. Viele davon hat der ADFC schon bei seinen „Verkehrspolitischen Radtouren“ thematisiert, an denen in den vergangenen Jahren Stadträte der verschiedenen Fraktionen teilgenommen hatten. Kritikpunkte sind unter anderem die Situation in der Altstadt, in der es an der Durchlässigkeit hapere und dadurch die Durchfahrt für Radfahrer immer noch zu schwierig sei, sowie die „schnürlgerade“ Prüfeninger Straße, die Autos zum schnellen Fahren verleite und deren Radwege gefährlich nahe an Parkplätzen gelegenen seien.
ADFC und VCD würden sich aber auch ein grundsätzliches Umdenken wünschen. Die „Generation Auto“ dominiert laut dem ADFC-Vorsitzenden Klaus Wörle in der Regensburger Politik immer noch zu stark die Verkehrsplanung, viele Investitionen seien daher einseitig auf den Autoverkehr ausgerichtet. Beispiele für grundsätzliche Änderungen: Die Grünphasen vieler Ampeln im Stadtgebiet könnten auf die Bedürfnisse des Radverkehrs umgestellt werden – und durch die Verbindung von Grieser Spitz und Reinhausener Damm könne man eine attraktive und alltagstaugliche Radlertrasse schaffen, über die mehr Menschen als heute mit dem Rad in die Arbeit fahren könnten.

