Unschlagbar ist beim Burgfest in Brennberg das Ambiente in den alten Mauern der Ruine beim Feiern unter den Burglinden. Fotos: Beiderbeck
BRENNBERG. Die Zahl der Mitglieder ist nicht üppig, so dass die Fülle der Aufgaben bei der Vorbereitung und Durchführung eines Burgfestes die Kapazitäten des „Waldler“ Bauerntheaters klar übersteigen würde. Dies wurde bei der Jahresversammlung deutlich ausgesprochen. Vorsitzender Martin Brandl und seine Mannschaft wollen sich deshalb Partner ins Boot holen. Mit dem SSV ist ein erster „Komplize“ bereits gefunden.
Die Unterschriftenliste war bei der Jahresversammlung des „Waldler“ Bauerntheaters am Freitag im Gasthaus „Zur Burg“ schnell fertig gestellt, denn die Reihen der Mitglieder sind überschaubar. Nur halb gefüllt war das Nebenzimmer beim Aumer-Wirt. Erfreuliches war aber auch zu entdecken: Ein ganzer Tisch von motivierten Nachwuchsspielern, die beim Herbsttheater auf der Bühne stehen werden, hörte sich die Berichte an.
Dr. Martin Brandl brachte das originelle Geburtstagsgeschenk in Erinnerung, das man dem langjährigen Schirmherrn Philipp Graf von Lerchenfeld in den Vorgarten stellte. An Ernst Aumer ging ein Dankeschön für den kostenlosen Transport des „Brennberger Findlings“.
Teilgenommen haben die „Waldler“ an der Verabschiedung von Pfarrer Schöls. Beim Seniorennachmittag von Pfarrei und Gemeinde wurde ein Einakter gespielt und beim Schulfest-Theater haben die „Waldler“ auf Anfrage gerne den Part der Maske übernommen.
Spielleiterin Helika Spitzner berichtete vom erfolgreichen Herbst-Theater des Jahres 2011, das ein Erfolg wurde. Jede der drei Aufführungen war ausverkauft. Erfreut zeigte sie sich darüber, dass vier junge Neumitglieder beim Herbsttheater am 13., 14., 20. und 21. Oktober ihr Bühnendebüt geben werden. Keinen Dreiakter habe man ausgewählt, denn man wolle mal was Neues probieren. „Wir werden Einakter zeigen, die von Musik umrahmt werden und jeweils einen Bayerischen Abend gestalten“, so Helika Spitzner. Am 13. und 21. Oktober spielen „De Unsern“, während für 14. und 20. Oktober das „Lexengangerl Trio“ verpflichtet wurde.
Unschlagbar ist beim Burgfest das Ambiente in den alten Mauern der Ruine beim Feiern unter den Burglinden.
Kassenverwalterin Helga Solleder konnte von leichten Erholungstendenzen der Vereinsfinanzen berichten. Grund zur Euphorie besteht jedoch nicht. Dies ist eher bei der Jugendkasse der Fall, die besser gestellt ist. Als Leiterin der Nachwuchsgruppe berichtete Lisa-Marie Heil über den Kinderfasching, bei dem zwei kleine Stücke gezeigt wurden und über die „Aschenputtel“ Inszenierung auf der Burg. Dabei konnte man vor allem mit dem Imbiss-Verkauf Gewinn erzielen.
Schriftführerin Renate Brandl bezifferte den Mitgliederstand auf 51, darunter sind acht Ehrenmitglieder.
Am 29. September veranstaltet man ein Weinfest und wählte dazu wegen der schönen Atmosphäre den Sommerkeller der Burg aus. Der wird auf jeden Fall beheizt, wenn ab 19.30 Uhr dort Hannes Fischer mit seiner „Schrammelmusik“ aufspielt.
Sehr aufmerksam verfolgten die Mitglieder die Ausführungen von Dr. Martin Brandl, als er auf das Burgfest 2013 zu sprechen kam, das er weiterentwickeln möchte. Etliche der ohnehin nicht zahlreichen Mitglieder seien bereits im fortgeschrittenen Alter, weshalb man ein dreitägiges Burgfest bei realistischer Betrachtung alleine nicht mehr stemmen könne, so Dr. Brandl. Zusammen mit der Vorstandschaft hat er deshalb ein neues Konzept entwickelt. Befreundete Gemeindevereine sollen mit ins Boot geholt werden, auf dass man sich sowohl den Arbeitsaufwand als auch den Gewinn teilen könne. „Feuerwehr und Burschenverein haben abgesagt, Burgschützen und Trachtenverein überlegen noch“, so Dr. Brandl. Bereits zugesagt hat dagegen der SSV, der auf jeden Fall mitmachen will, „denn das Burgfest darf nicht sterben“. Zeit ist keine mehr zu verlieren, denn wenn am 5., 6. und 7. Juli 2013 auf der Burg Musik spielen soll, sind unverzüglich die Kapellen zu verpflichten. Einen Favoriten gibt es bereits: „Die Gruppe Kaiserschmarrn war letztes Mal der Wahnsinn“, erinnerte Christine Weigel an den Burgfest-Höhepunkt 2011.
„Das Burgfest soll erhalten bleiben“, schloss sich Altbürgermeister Franz Lindinger der Idee an, gemeinsame Sache mit anderen Vereinen zu machen. Dass der große Reibach seit Jahren ohnehin nicht mehr zu machen sei, darin waren sich alle einig. „Man macht das Burgfest ja nicht wegen eines zu erwartenden riesigen Gewinns, sondern aus Idealismus und wegen der Tradition“. Das Burgfest sei ein Risiko, das man minimieren könne, wenn man es auf mehrere Schultern verteile, meinte Franz Lindinger. „Wennst nix probierst, konnst nix sogn“, meinte Anni Lindinger, weshalb man 2013 den Reform-Versuchen wagen wird. Matthias Großkopf freut sich schon auf das Vorhaben: „I find die Idee super“. (lvr)