Der „blaue Schwede“ ist eine Kartoffel
Alexandra und Thomas Härtl setzen in ihrem Hof in Friesheim auf bunte Exoten. Die schauen nicht nur schön aus, sondern sind auch gesund.
Friesheim. Ein blöder Spruch sagt: Der dümmstes Bauer hat die größten Kartoffeln. Dumm sind Thomas Härtl und seine Frau Alexandra auf gar keinen Fall und die größten Kartoffeln haben sie mit Sicherheit auch nicht, dafür aber die buntesten im gesamten Landkreis. Die verkaufen sie ab ihrem Hof in Friesheim (Gemeinde Barbing) und, ganz aktuell, auch in einem Internetshop.
„Wir waren in einem Hotel in Österreich, als, neudeutsch, ‚Fingerfood‘ gereicht wurde, auf dem ein blauer Kartoffelchip lag. Erst dachte ich der sei angemalt worden, denn auch ich kannte bis dato die blaue Kartoffel nicht“, erklärte Härtl die erste Begegnung mit der anderen Art von Kartoffel. „Die müssen wir auch anbauen“, dachte sich Härtl, dessen Hof seit weit über 100 Jahren als Kartoffellieferant für private Haushalte und in der Gastronomie einen hohen Stellenwert genießt. Aber nicht nur die blauen „Erdäpfel“, baut Thomas Härtl an. Nein, es gibt auch rote.
„Sie müssen mal die Kinder sehen, wenn es einen dreifarbigen Kartoffelsalat gibt. So schnell können sie gar nicht schauen, ist der restlos verputzt“, weiß Alexandra Härtl. Sie selbst ist Mutter und damit eigentlich bestens ausgelastet, doch wann immer es ihre Zeit zulässt, fährt sie die diversen Kartoffelsorten zu den Bestellern aus der Gastronomie. „Zu unseren Kunden gehören zum Beispiel so renommierte gastronomische Betrieb wie Forsters in Donaustauf, das Hotel am See in Neutraubling, Avia in Regensburg oder Held in Irl.“
Das Immunsystem stärken
Blaue oder rote Kartoffeln sind aber nicht nur farblich interessant. Bei allen, die sich bewusst ernähren, müssten diese Kartoffelsorten auf dem Speiseplan stehen, da sich, so haben Studien ergeben, diese Sorten besonders positiv auf den Blutdruck auswirken, das Immunsystem stärken und die Nerven beruhigen können. Bunten Kartoffelsorten wie „Blauer Schwede“ oder „Salad Blue“ und „Valfi“ wird Untersuchungen zufolge eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen. Dafür verantwortlichen zeichnen die natürlichen Pflanzenfarbstoffe, Anthocyane, die zur blauen Färbung von Obst und Gemüse beitragen. Diese Pflanzenfarbstoffe finden sich auch in Heidelbeeren, Brombeeren, Auberginen, schwarzen Johannisbeeren oder Holunderbeeren. Sie gelten als Fänger von „freien Radikalen“ und sollen das Krebsrisiko mindern.





