Freiheit für den Weigl Heiner
Das Brennberger Original ging mit 82 Jahren als Feldgeschworener in Ruhestand. Schon mit 37 Jahren hatte der Wirt das Amt angetreten.
Amtsleiter Heinrich Hegen, Bürgermeisterin Irmgard Sauerer sowie Josef Achhammer und Rochus Braun vom Vermessungsamt verabschiedeten den Weigl Heiner. Foto: Beiderbeck
BRENNBERG. Die offizielle Verabschiedung von Heiner Weigl aus dem Amt des Feldgeschworenen wurde am Dienstag bei einer Feierstunde zu einer Würdigung dieses wichtigen „ältesten noch vorhandenen Ehrenamtes der Kommunalverwaltung“.
Im August 1967 berief man den damals 37-jährige Heiner Weigl zum Feldgeschworenen. Wie alle seine Berufskollegen war er auf Lebenszeit gewählt worden. Dennoch traf man sich am Dienstag im Gasthaus „Zur Burg“, um Heiner Weigl von seiner Aufgabe zu entbinden und ihn ehrenvoll zu verabschieden. „Weil i nimmer ko“, nannte er kurz und bündig den Grund für sein freiwilliges Ausscheiden auf eigenen Wunsch. Bürgermeisterin Irmgard Sauerer zeigte dafür Verständnis: „Die Berge machen ihm halt zu schaffen“.
Applaus für den Dienstältesten
Auf der Ebene drunten würde er sein Amt freilich bis ans Lebensende ausüben können, aber die Brennberger Gegend sei nun mal topographisch anspruchsvoll, so die Bürgermeisterin. Sie erinnerte daran, dass Grundstücksangelegenheiten eine sehr sensible Sache seien. „Do san zuverlässige Leut gfragt“. Sehr wichtig sei auch die Verschwiegenheit als wichtige Voraussetzung für diese Tätigkeit. Beide Tugenden habe Heiner Weigl bewiesen, weshalb sie ihm herzlich dankte. Sie erinnerte an gemeinsame Projekte, überreichte eine Dankesurkunde, ein Gemeindewappen und Wein aus Sopron. Danach gab es Applaus für den dienstältesten Feldgeschworenen der Gemeinde Brennberg, der seit vielen Jahren auch deren Obmann war. Zur Feierstunde waren auch seine Kollegen Hans Niebauer, Franz Haimerl und Hans Graf gekommen.
In launigen Worten ließ Heinrich Hegen den scheidenden Weigl Heiner hochleben: „Er ist ein Urgestein, ein alter Haudegen unter den Feldgeschworenen, der seinen Dienst immer fleißig und loyal erledigt hat“. In seiner Funktion sei er ein wesentlicher Partner der Gemeinde und des Vermessungsamtes gewesen, sagte der Leiter des Regensburger Vermessungsamtes und erinnerte daran, wie sich die Zeiten geändert haben. „1967 hat man zum Vermessen noch sehr viel Personal gebraucht. Einen zum Winkel ablesen, einen zum Entfernung ablesen, einen zum Eintragen der zugerufenen Werte in ein Formular, dazu noch einen Geometer, zwei Messgehilfen und einen bis zwei Feldgeschworene“. Einfacher sei manches 1985 geworden, als die Computertechnik in Form eines „Basic-Rechners“ Einzug hielt.

