Der Cirkusverein Neumarkt zeigte sein Können beim Hemauer Kirta. Foto: Popp
Von beate Popp, MZ
Hemau. Am Samstag um 13.45 luden die Glocken der Stadtpfarrkirche St. Johannes die Tangrintler ein zum ökumenischen Gottesdienst in den Pavillon des Rathausgartens mit Stadtpfarrer Thomas Strunz und Pfarrer Max Lehnert. Das Festamt wurde musikalisch von den Kirchenmäusen umrahmt. „Die Sehnsucht nach einem Miteinander und nach dem Angenommensein verbindet die Menschen und zeigt sich beim heutigen Bürgerfest“, sagte Strunz in seiner Predigt.
Bei den „Waschweibern“ am Stadtplatzcafé herrschte nach dem Kirchenbesuch Hochbetrieb. „Mit der Kirche heit, ham mir doch glatt unser Kaffeezeit verpasst“, meinten zwei ältere Damen, die sich Kaffee und Küchel holten. Viel Zeit zum Kaffeeklatsch blieb den beiden Damen nicht, denn Lose beim Stand vom Frauenbund wollten sie ja auch noch. Neben einem Losstand, bei dem es handgefertigte Kostbarkeiten, Modeschmuck, Kerzen und Bastelarbeiten zu gewinnen gab, waren die Bürgerfest-Hüte mit originellen Motiven wieder der Renner.
Bei den hochsommerlichen Temperaturen während der Nachmittagsstunden blieb der Besucherstrom noch aus. Aber von Stunde zu Stunde füllte sich das Stadtzentrum und die gute Laune der Gäste, die nicht nur aus Bayern angereist waren, bewies, dass die Tangrintler zu feiern verstehen.
Für das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste wurde an jedem Stand durch die Vereine und Gruppen auf das beste gesorgt. Die Pfadfinder „Stamm Falken“ und die Wasserwacht boten im Rathausgarten Chili, Süßigkeiten, Desperados, Bier und Limo. Die Kolpingsfamilie hatte Bratwürstl, Knoblauchbaguette und Getränke im Angebot. Im alten Feuerwehrhaus gab es bei der Handball-Abteilung Flammkuchen, Slush-Eis, selbst gemachten Eierlikör und Getränke.
Die Kolpingsfamilie verwöhnte die Besucher mit Knoblauchbaguette und Bratwürstl. Die Waschweiber verkauften in ihrem „Stadtplatzcafé“ Kaffee, Küchl, Kuchen und Gebäck. Der Trachtenverein bot Leberkäse, Emmentaler, Rosswürste, Bier und Limo an. Beim MSC wurden Bratwürstl, Venezianer, Sangria und verschiedene Getränke angeboten. Bei der Liedertafel und der FSG Feuerschützengesellschaft warteten Südtiroler Spezialitäten, Schinken, Käse, Wurst, Bier und Wein auf die Gäste. Die Tangrintler Königstreuen verkauften Sau vom Grill und Braunbier.
Die Fußball-Abteilung und der Stammtisch des TV boten gegrillte Forellen, Fischsemmeln und Bier an. Und der Kriegerverein verwöhnte die Gäste mit sauren Zipfeln, Bratwürstl und einer Bierecke. Beim Kleintierzuchtverein gab es Bratwürstl und Geräuchertes samt Bier. Saure Zipfel und gebratene Bratwürste lockten beim Kriegerverein. Die Skiabteilung kredenzte Radi und Weizen, und bei den Reservisten gab es Knacker-Semmeln und Hamburger.
Und wer immer nach nicht gesättigt war, konnte sich bei der Gruppe „Gegenwind“ Currywurst mit Pommes holen. Der Elternbeirat des Sonderpädagogischen Förderzentrums bot Fleischpflanzerl und Kartoffelsuppe an. Hungern brauchte beim Bürgerfest sicherlich niemand und dursten schon gar nicht!
Damit auch die Stimmung nicht zu kurz kam, übernahmen mehrere Musikkapellen, Bands und Gruppen das Zepter. Vor dem Alten Rathaus sorgte die Jugendblaskapelle und die Stadtkapelle Hemau für zünftige Musik. Traditionell spielten vor dem Gasthaus Donhauser die Tanngrindler Musikanten beliebte bodenständige Musik. Erstmals zogen Tobias Sturm und Konrad Rahm vom „Bayernland-Echo“ als Wanderorchester durch die Festmeile. Sie erfüllten Musikwünsche der Besucher und sorgten dafür, dass überall gesungen und getanzt wurde. Die „wilde Tastenbande“ von der Musikschule lud auf dem Platz vorm Zehentstadel die Gäste zum Verweilen ein.
Langeweile kam für die „kleinen Gäste“ ebenfalls nicht auf, denn speziell für die Kinder aller Altersgruppen war viel geboten. Das Spielzeugmuseum hatte zudem von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Die Gruppe Gegenwind hatte aus dem Gestüt Brossmann einige Haflinger organisiert, damit die kleinen Festbesucher auf dem Rücken der Pferde das Fest genießen konnten. Edle Maskierungen auf die Kindergesichter zauberten die Pfadfinder und die Wasserwacht. Auch das Meerschweinchen-Rennen bei den Kleintierzüchtern fand wieder großen Anklang. Auch das Kaspertheater im Jugendheim erfreute die kleinen Gäste.
Viel Humor bewies der Nachfolger von Pastoralreferentin Elisabeth Hammer. Mit Wasserschwämmen bewaffnet, warfen die Kinder auf eine Wurfwand, hinter der der neue Pastoralassistent Roland Preußl Stellung bezogen hatte. Wer seine Kräfte messen wollte, konnte sich am Nagelstock bei der Ski- und Snowboardabteilung des TV Hemau und bei Wurfbude der Tischtennis-Abteilung austoben. Die Feuerschützengesellschaft kürte den „Bürgerfest-Schützenkönig“.
Der Höhepunkt war in diesem Jahr der Cirkusverein Neumarkt. Die Dominos boten einen Mix aus spektakulärer Akrobatik, Tanz, Jonglage und riesigen Menschenpyramiden und rissen die Besucher förmlich mit. Mit viel Gefühl tanzten die menschlichen Feuervögel nicht nur am Boden, sondern auch hoch unter der „Circuskuppel Tangrintel‘“.
„Ja war wieder richtig schön heuer, unser Bürgerfest!“ - so lautete die einhellige Meinung der Festbesucher. Gegen 23 Uhr war dann fast alles vorbei, denn kurze Zeit später mussten die „Hockenbleiber“ bedingt durch einen Platzregen in trockene Unterkünfte oder ins alte Feuerwehrhaus zu den Handballern ausweichen, wo eine Disco-Party bis in die Morgenstunden angesagt war.