Regensburg-Land 16.01.2011, 18:50 Uhr

Hochwasser an Naab erreicht Rekordmarke

In Kallmünz und Pielenhofen stiegen die Fluten höher als 1988. In Duggendorf konnten die Helfer den Ort halten.

erstes Bild Bild zurück
Bild 1 von 4
Bild weiter letzes Bild
Die Uferstraße in Pielenhofen ist im Hochwasser verschwunden.

Die Uferstraße in Pielenhofen ist im Hochwasser verschwunden.

Von Christof Seidl, MZ

Landkreis. Das Hochwasser an der Naab hat in der Nacht zum Sonntag die Rekordmarke von 1988 übertroffen. Der Scheitel hatte Kallmünz gegen Mitternacht erreicht. Seit Sonntag, 2 Uhr morgens, geht das Wasser zurück, allerdings sehr langsam. Der historische Ortskern von Kallmünz stand bis zu zwei Meter tief unter Wasser. Die Fluss-Anwohner an der Naab im Landkreis Regensburg hatten ihre Häuser zwar gesichert, dennoch drang vielerorts Wasser ein. Am Samstagabend brachen in mehreren eingeschlossenen Orten und Ortsteilen entlang der Naab im Landkreis Regensburg die Telefonleitungen zusammen.

Gelassene Hochwasserprofis

In Kallmünz hatten viele der betroffenen Bewohner ihre Hauszugänge versiegelt, etliche schickten eindringendes Wasser mit Pumpen wieder nach draußen. Andere hatten die gefährdeten Bereiche ihrer Häuser geräumt und den steigenden Fluten bereitwillig die Türen geöffnet. Wer sich am Samstagnachmittag von der Wasserwacht Maxhütte-Haidhof mit dem Aluboot durch die überfluteten Gassen transportieren ließ, konnte die Gelassenheit der Kallmünzer förmlich spüren. Angetan mit wasserdichten Anglerhosen stapften einige durchs hüfthohe Wasser, andere lehnten an den Holzbohlen, mit denen sie ihre Hauseingänge gesichert hatten und unterhielten sich über die gefluteten Gassen hinweg.

Damm rettet Duggendorf

Auch bei Duggendorf hat das Hochwasser in der Nacht zum Sonntag die Rekordmarke von 1988 deutlich übertroffen. Bürgermeister Josef Mandl schätzt, dass es gut zehn Zentimeter mehr sind. Trotzdem blieb Duggendorf vor dem Hochwasser weitgehend verschont, weil 18 Feuerwehren mit rund 200 freiwilligen Helfern aus dem gesamten westlichen Landkreis auf der Staatsstraße 2165 einen provisorischen Damm errichteten. Mit vereinten Kräften und rund 10000 Sandsäcken schützten die Wehrfrauen, -männer und -jugendlichen so den unter Straßenniveau liegenden Ortskern.

23000 Hähnchen evakuiert

Bereits am Freitagabend hat der Besitzer einer Hühnerfarm in Oberfreiung bei Pielenhofen 23000 Masthähnchen in Eigeninitiative zusammen mit 15 Helfern abtransportiert. Die Tiere sind derzeit bei einem anderen Mäster in Nittenau untergebracht.

Die Sperrung der Staatsstraße 2165 zwischen Etterzhausen und Kallmünz bleibt vorerst bestehen. Die Verantwortlichen rechnen damit, die Straße frühestens am Montag wieder freigeben zu können.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo