Kuh Elsa war große Attraktion
Manches Kind glaubt an lilafarbene Kühe. Eine Kampagne des Landwirtschaftsministers soll das ändern. Ein Bauernhof in Mangolding hilft mit.
Mangolding . Jedes bayerische Grundschulkind soll künftig mindestens einen Tag einen Bauernhof besuchen, um die Zusammenhänge der Produktion von wertvollen Lebensmitteln, Natur und Umwelt besser begreifen zu lernen. Dieser Meinung ist der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Deshalb hat er mit seinem Ministerium das Programm „Erlebnis Bauernhof“ ins Leben gerufen.
Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Holzer in Mangolding unterstützt dieses Projekt. Schüler der zweiten Grundschulklassen aus Mintraching tauschten einen Vormittag das Klassenzimmer gegen einen Aufenthalt auf diesem Bauernhof. So konnten sie den Fragen „Wie ein moderner Bauernhof arbeitet?“ oder „Woher unsere Nahrung kommt?“ selbst nachgehen. Dass es eine lila Kuh gibt und die Milch im Tetra-Pack wächst, daran haben die knapp 50 Schüler wohl nicht geglaubt. Bei ihrem Besuch auf dem Holzerhof haben sie aber vieles Neues erfahren.
Sie wurden von der Bäuerin an der Schule abgeholt und machten einen kleinen Spaziergang entlang der Felder nach Mangolding. Elfriede Holzer nutzte die Gelegenheit, um die verschiedenen Getreidesorten zu erklären. „Was sind Hackfrüchte?“, fragte sie und war über die richtigen Antwort: „Kartoffeln oder Zuckerrüben!“
Eine Kuh gehört wohl für die meisten Menschen genauso zu einem Bauernhof wie ein Traktor. Die Holzers betreiben aber schon lange keine Milchwirtschaft mehr. Sie haben einen Ackerbaubetrieb. Es werden Getreide, Kartoffel und Zuckerrüben angebaut.
Für das Projekt „Erlebnis Bauernhof“ haben sie eine ganz besondere Kuh im Stall, besser gesagt im großen Hof stehen. Diese spezielle Kuh heißt Elsa, braucht kein Futter und muss auch nicht regelmäßig gemolken werden. Überhaupt ist sie sehr pflegeleicht. Denn sie ist aus Holz.
So eine hölzerne Kuh kann natürlich nicht wirklich Milch geben, aber jedes der Schulkinder durfte seine Melk-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dazu rüstete Rudolf Holzer die Kuh einfach um: Ein Fuß der Kuh wurde hochgeklappt und der Melk-Simulator mit dem Gummi-Euter unter die Kuh geschoben. Melkschemel heran – und nach einer kurzen Unterweisung ging es los. Wie viel Milch eine durchschnittliche Kuh gibt oder welche Lebensmittel daraus gewonnen werden, hatte die Landfrau den Kindern zuvor erklärt. Mit Feuereifer waren die Schüler dabei, als sie aus Schlagrahm selbst frische Butter herstellen durften. Aufgeteilt in Gruppen verwendeten sie dazu einen Handmixer oder einen Handquirl. „Der Quirl stammt noch von meiner Oma, der ist über 80 Jahre alt“, erzählt die Bäuerin. Schnell merkten diese, dass es doch Vorteile hat, wenn man den Mixer einfach in die Steckdose stecken kann und sich nicht abmühen muss.





