Landkreis Regensburg 17.08.2012, 16:49 Uhr

Neues Leben durch fremdes Herz

Michael Weigert aus Kallmünz feiert seinen dritten Geburtstag nach der Transplantation. Nach seinem Überlebenskampf hilft er anderen Patienten.

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Kann wieder lachen: Michael Weigert lebt seit drei Jahren mit einem fremden Herzen. Fotos: Neu

Kann wieder lachen: Michael Weigert lebt seit drei Jahren mit einem fremden Herzen. Fotos: Neu

Von Martina Neu, MZ

KALLMÜNZ. Am 16. September feiert Michael Weigert seinen dritten Geburtstag. Denn an diesem Tag vor drei Jahren hat für den heute 63-jährigen Kallmünzer ein neues Leben mit einem fremden Herzen begonnen. Seither setzt er sich unermüdlich für den Verein „Transplantationsbetroffene e.V. Bayern“ ein. Und er hofft, dass der aktuelle Organspende-Skandal keine negativen Auswirkungen auf die Spendenbereitschaft hat. Er weiß, dass jeder Mensch, der auf eine Organspende wartet, sich an einen Strohhalm klammert, „genauso wie ein Ertrinkender“.

Michael Weigert musste in seinem Leben so manche Schicksalsschläge verkraften. Erst verlor er sein rechtes Auge bei einem Unfall, dann setzte ihm der frühe Tod seiner Frau Elfriede schwer zu. Und schließlich verschleppte er im Jahr 1992 eine eigentlich harmlose Grippe. Plötzlich litt der damals 43-Jährige an Atemnot. Untersuchungen ergaben, dass der Herzmuskel entzündet war. 1993 bekam er als einer der ersten Patienten in Deutschland einen Defibrillator eingesetzt, der bis zur Transplantation über 300 Mal sein Leben rettete.

Am 6. März 2009 ging es aber mit seinem Herzen dramatisch bergab, er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Uniklinikum gebracht. Schon bald verschlechterte sich sein Zustand, die Organe versagten, er musste auf die Intensivstation. Am 16. September 2009 lag Michael Weigert in seinem Krankenbett und kämpfte um sein Leben. Er benötigte dringend ein Spenderherz. Doch zunächst hieß es, dass kein Spenderherz zur Verfügung stehe. Doch dann, um 16.30 Uhr, kam der erlösende Anruf: „Wir haben ein Herz“, erfuhr der Kallmünzer von seinen Ärzten.

Nach ein paar weiteren Stunden war klar, dass die Transplantation stattfinden kann. Noch in der Nacht wurde operiert. Michael Weigert konnte am 22. November, nach sechseinhalb Monaten Krankenhausaufenthalt, nach Hause zurückkehren. „Doch das erste Jahr nach der Transplantation war ein reiner Überlebenskampf“, erzählt Weigert. Er hatte viele Infekte und magerte bis auf 68 Kilogramm ab. Der früher so lebenslustige Rentner war nur noch ein Schatten seiner selbst. Nur durch die Hilfe seiner Schwester und seinen eisernen Willen konnte er diese schwere Zeit durchstehen. Ansporn war für ihn die kirchliche Trauung seines Sohnes, die im Mai 2010 stattfinden sollte und bei der er unbedingt dabei sein wollte.

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