Landkreis Regensburg 01.07.2012, 11:35 Uhr

Wie leben behinderte Menschen?

Mit einem außergewöhnlichen Projekt erklärt der Verein Phönix Mittelschülern in Neutraubling das alltägliche Leben mit Behinderungen.

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Schüler sammelten Erfahrungen mit behinderten Menschen. Foto: Ligeti

Schüler sammelten Erfahrungen mit behinderten Menschen. Foto: Ligeti

Von Aniko Ligeti, MZ

Neutraubling. Gleich einen ganzen Tag lang durften die fünften Klassen der Mittelschule Neutraubling in die Rolle von Menschen mit Behinderungen schlüpfen. „Und das ist wirklich ein großzügiges zeitliches Entgegenkommen seitens der Schule“, sagte die Managerin des Projekts „Perspektivwechsel“, Halfa höge von Phönix e.V.. „Das ist durchaus mit Anstrengungen und Herausforderungen verbunden“, sagte auch Assistent Markus, der gemeinsam mit dem betroffenen Referenten Christoph im Stadtbus nach Neutraubling gekommen war.

Leider klemmte genau an diesem Tag die Rampe für den Rollstuhl. „Genau solche Kleinigkeiten im Alltag machen uns das Leben oft schwer“, sagte Höge. Die Schüler konnten mit verschiedenen Übungen nun am eigenen Leib spüren und erfahren, wie sich die Welt eines Rollstuhlfahrers gestaltet, wie es ist, blind oder spastisch zu sein. „Seit 2009 haben wir das Projekt „Perspektivwechsel“ fest in unserem Schulprogramm“, erklärten Schulleiter Anton Mangelkramer und Klassenleiter und Organisator Eberhard Stoiber. Das Thema Gesundheit sei auch wesentlicher Bestandteil des Lehrplans. „Eine Theorie in die Praxis umzusetzen ist für Schüler nachhaltiger, da sie es selbst begreifen müssen“, sagten die Pädagogen einstimmig.

Insgesamt bot Phönix vier verschiedene Stationen an, die die Klassen durchlaufen mussten, um später eine Kompetenzurkunde zu erhalten. Bei den einzelnen Stationen konnten die Schüler Rollstuhlfahren, das Leben eines Blinden erleben, das Greifen eines Spastikers nachempfinden und das direkte Gespräch mit Menschen mit Behinderungen suchen. Die Schüler stellten Fragen zum Alltag, wie es beispielsweise um die sportlichen Aktivitäten der Rollstuhlfahrer stehe. Christoph, der an der Uni Regensburg Philosophie studiert, erklärte, dass gerade im Wasser weniger Widerstand sei und die Bewegungen dadurch auch leichter fallen würden. „Aber trotzdem brauche ich immer Hilfe und Unterstützung“, so der Student. Högl gab zu bedenken, Hilfe und Unterstützung sei prinzipiell immer gut.

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