Landkreis Regensburg 02.11.2012, 17:53 Uhr

Zwei neue Abfalltonnen in Sicht

Der Landkreis Regensburg muss bis 2015 eine Biotonne einführen. Für die Bürger bedeutet dies höhere Gebühren. Eventuell kommt auch die Wertstofftonne.

Die Einführung der Biotone im Landkreis wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Foto. Archiv

Die Einführung der Biotone im Landkreis wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Foto. Archiv

Von Christof Seidl, MZ

Landkreis. Die Bürger im Landkreis müssen in naher Zukunft umdenken. Ab 2015 müssen sie sich aller Voraussicht nach mit einer Biotonne anfreunden. Das schreibt das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz vor, das wiederum eine Vorgabe der EU erfüllt. Wie genau diese Verwertung aussehen soll, steht allerdings noch nicht fest.

Bei der Klausurtagung des Kreistags am Ammersee stellte Rainer Hummel, Sprecher des Arbeitskreises Umwelt im Projekt „Landkreis 2020“, den Stand der Dinge vor. Bisher sammelt der Landkreis über die Wertstoffhöfe ausschließlich Gartenabfälle. Dadurch kommen jährlich rund 36.000 Tonnen an Grüngut zusammen. Bioabfälle (organische Küchenabfälle) werden bisher nicht gesammelt. Es gibt lediglich eine Förderung der Eigenkompostierung.

Das soll sich ändern. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt ab 2015 die Getrenntsammlung von Bioabfällen vor . Im Normalfall ist dies nur durch die Einführung einer Biotonne möglich. Offen ist dabei die Frage der Verwertung. Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf, dem der Landkreis angehört, hat in einem Gutachten bereits verschiedene Varianten der Biomasseverwertung geprüft. Speziell für den Landkreis Regensburg wird derzeit ein Detailgutachten erstellt, das noch in diesem Jahr vorliegen soll.

Landrat Herbert Mirbeth (CSU) sagte bei der Klausurtagung, dass man sich möglichst bald mit diesem Gutachten befassen werde. Hans Griesbeck (CSU) fragte, ob es denn Standorte gebe, die bei einer Verwertung in einer Biogasanlage auch eine Nutzung der Abwärme ermöglichen. Dies würde sich wesentlich auf die Energiebilanz auswirken. Auch dies soll Bestandteil des Gutachtens sein. Claudia Wiest von der ÖDP wollte wissen, ob es im Landkreis Anlagen gibt, die Bioabfälle aus Haushalten verwerten dürfen. Dies bejahte Kreisrat und BBV-Kreisobmann Johann Meyer.

Nach Angaben der Verwaltung ist die Biotonne für die Landkreisbürger mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Nach dem Gutachten des Müllzweckverbands liegen sie bei rund 1,5 Millionen Euro. Dies bedeutet eine Erhöhung der Müllgebühren um 15 bis 20 Prozent. Noch keine näheren Erkenntnisse gibt es zur Einführung eine Wertstofftonne. Wie Hummel in der Klausurtagung sagte, sieht das Kreislaufwirtschaftsgesetz vor, eine „haushaltsnahe einheitliche Wertstofferfassung“ in einem eigenen Wertstoffgesetz zu regeln. In der Praxis würde dies auf die Einführung einer Wertstofftonne hinauslaufen. Das Gesetz soll noch in dieser Legislaturperiode des Bundestags umgesetzt werden. Sylvia Stierstorfer (CSU), Kreisrätin und Landtagsabgeordnete, sagte, der Freistaat setze sich für den Erhalt der Wertstoffhöfe ein.

 

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