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Mittwoch, 17. Januar 2018 7

Alarm

19:51 Uhr: Die Bombe ist entschärft

Die Wohnungen von etwa 2000 Menschen wurden evakuiert. Die Lage des Blindgängers auf der Regensburger Baustelle war komplex.
Von Julia Ried und Katharina Eichinger, MZ

Und das war der Übeltäter. Foto: Lex

Regensburg.Bauarbeiter sind am Freitag auf der Großbaustelle in Regensburgs Innerem Westen, auf der derzeit ein neues Wohnquartier entsteht, erneut auf eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen. Damit die Sprengmeister sie entschärfen konnten, wurden nach Polizeiangaben die Wohnungen von etwa 2000 Menschen im Gebiet um den Fundort des 225 Kilogramm schweren und etwa 1,20 Meter langen Blindgängers verlassen. Sprengmeister Michael Weiß legte einen Sicherheitsbereich von 500 Metern fest. Erst ab 19.51 Uhr abends konnten die Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurück.

Bombe wurde um elf Uhr gefunden

Die Polizei sondiert die Lage. Foto: Waller

Die Fliegerbombe wurde gegen elf Uhr vormittags von Bauarbeitern gefunden, von der Kumpfmühler Straße aus betrachtet im hinteren Teil des Baugrunds, an der Ecke Wilhelmstraße/Friedrich-Niedermayer-Straße (ehemals Ladehofstraße). Von der Evakuierung war deshalb auch die viel befahrene Kirchmeierstraße, zwischen der Kumpfmühler Brücke und der Autowaschanlage weiter westlich, betroffen. Außerdem lagen mehrere Straßen im Inneren Westen, zwischen Hoppe- und Heitzerstraße, aber auch mehrere Straßen in Königswiesen, etwa der Königswiesenweg, zum Teil in der Sicherheitszone. Auch ein Teil der Kleingartenanlage in der Margaretenau lag im Sperrgebiet. Der Bahnverkehr entlang des Baugebiets musste von 18.55 Uhr bis 19.50 Uhr ebenfalls unterbrochen werden.

Impressionen sehen Sie hier:

250-Kilo-Bombe im Dörnberg gefunden

Evakuierung lief ab 16.45 Uhr an

Der Zünder Foto: xtl

Ab circa 16.45 Uhr baten Polizisten und Einsatzkräfte der Feuerwehr die Menschen, die sich innerhalb des Evakuierungsradius aufhielten, darum, ihre Wohnungen und Arbeitsplätze zu verlassen. Immer wieder zeigten sich Bewohner uneinsichtig und wollten in ihren Häusern bleiben. Im Goethe-Gymnasium und im Von-Müller-Gymnasium hatten die Einsatzkräfte für sie Anlaufstellen eingerichtet. Auch ein Bürgertelefon wurde eingerichtet. Selbst als die Entschärfung schon im Gang war, wollten Menschen noch immer Menschen die Absperrung passieren.

Lesen Sie hier: Bombe versetzt ein Viertel in Aufruhr

Sehen Sie hier ein Video vom Fundort:

Video: Anton/MZ

Sprengmeister Michael Weiß Foto: xtl

25 Minuten brauchte Sprengmeister Michael Weiß vom Kampfmittelräumdienst Tauber aus Nürnberg dann für die Entschärfung. „Der Fall war nicht so schwierig“, sagt Weiß. „Was problematisch war, war die Lage, da die Bombe nah am Bahngleis und an der Bevölkerung lag.“ Deswegen waren so viele Menschen betroffen. Auch die Menge an Explosionsmasse, die noch im Inneren der Bombe war, war zu gefährlich, um nicht zu evakuieren. Bei dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelte es sich nach Angaben des Sprengmeisters um eine „GP 500 lbs“.

Es handelt sich bereits um den dritten Bombenfund auf der Baustelle in diesem Jahr, um den vierten seit Beginn der Bauarbeiten auf diesem Areal – und um die Entschärfung mit dem bislang größten Evakuierungsradius auf diesem Gebiet. Am 13. Februar dieses Jahres waren Überreste eines ursprünglich 75 Kilogramm schweren Blindgängers auf Höhe der Friedrich-Niedermayer-Straße 26 kontrolliert gesprengt worden. In unmittelbarer Nähe stand aber nur ein Wohnhaus.

Am 15. März hatten wegen des Fundes eines Teils einer Fliegerbombe im westlichen Teil des Baugrunds drei Gebäude evakuiert werden müssen; etwa 50 Menschen waren betroffen. Im Jahr zuvor, am Abend des 31. Mai 2016, hatten Einsatzkräfte die Anwohner im 300-Meter-Radius um die Friedrich-Niedermayer-Straße gebeten, ihre Wohnungen zu verlassen. Etwa 1000 Menschen seien dort gemeldet, hieß es damals.

Vor gut vier Wochen, am 1. März 2017, war außerdem ein 125 Kilogramm schwerer Sprengkörper westlich des Unterislinger Weges, zwischen der Continental Arena und dem Ortsteil Oberisling, entschärft worden.

Bombenfunde in der Vergangenheit:

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