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Projekt

Autobahnausbau: Kritik wird laut

Bei der Anhörung fragten nicht nur die lärmgeplagten Burgweintinger: Wie belastend wird das mit zwei weiteren Fahrstreifen?
Von Heike Haala, MZ

Hinter den Büschen kreuzt die Autobahn die Bahnlinie. Hier ist der Lärm am lautesten. Birgit Kübler fordert einen umfangreichen Schutz. Foto: Haala

Regensburg.Birgit Kübler hat den Lärm in Burgweinting jetzt schon satt: Sie hört die Verladeaktionen auf dem Güterbahnhof im Stadtosten, den Verkehrslärm von der Obertraublinger Straße und der Autobahn sowie die Züge, die auf der Bahnlinie an dem Stadtteil vorbeirauschen. Wenn der Wind ungünstig steht, müssen sie und ihre Familie Gespräche unterbrechen oder können dem Verlauf von Fernsehsendungen nicht mehr ganz folgen.

Deswegen hegen Kübler und 75 weitere Burgweintinger, deren Sprecherin sie ist, auch schon die schlimmsten Befürchtungen für den Ausbau der Autobahn A 3. Sie fragen sich: „Wie laut wird es in unserem Stadtteil dann erst sein?“ Mit ihren Befürchtungen zum steigenden Lärmaufkommen durch den sechsspurigen Ausbau der A 3 zwischen der Anschlussstelle Rosenhof und dem Autobahnkreuz Regensburg sind die Burgweintinger nicht alleine.

Entlang dieser Strecke soll die Autobahn ausgebaut werden.

Reicht der Lärmschutz?

Auch Bürger aus anderen Stadtteilen von Regensburg und aus Neutraubling sowie den Gemeindebereichen von Barbing und Pentling haben laut Regierungssprecher Markus Roth Einwände wegen des möglicherweise lauter werdenden Autobahnlärms auf Erörterungsterminen geäußert. Diese Erörterungstermine mit Regensburgern sind Teil des Planfeststellungsverfahrens für die zwei weiteren Fahrstreifen auf der Autobahn. Ziel dieses Verfahrens ist ein Beschluss, der Baurecht erwirkt. Es läuft derzeit auf Hochtouren. Ob die Einwände der Bürger Gehör finden, darüber hat die Regierung der Oberpfalz zu entscheiden, bevor sie den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt erlässt.

Mitten in Burgweinting endet die Lärmschutzwand der Bahn. Foto: Haala

Kürzlich fand der Erörterungstermin in Burgweinting statt, auf dem Kübler und ihre Mitstreiter Einwände vorbrachten. Die derzeit geplanten Schutzmaßnahmen werden ihrer Ansicht nach bei weitem nicht ausreichen, um sie vor dem Lärm einer sechsspurigen Autobahn zu schützen: Das sind die Erhöhung des bestehenden Lärmschutzwalls, Flüsterbelag und ein „Berührschutz“ auf der Eisenbahnbrücke, der in erster Linie die elektrischen Leitungen schützen und nebenbei Lärm schlucken soll. Die Burgweintinger führten während der Erörterung ins Feld, dass nicht nur sie, sondern auch der Waldorfkindergarten und damit die Jüngsten oder auch die Schrebergärtner besonders unter der steigenden Lärmbelastung zu leiden haben werden. „Und es ist doch erwiesen, dass Lärm auf Dauer krank macht“, sagt Kübler.

Birgit Kübler fragt sich, ob der Lärmschutz genügt. Foto: Haala

Bedenken, die auf dem Termin nicht ausgeräumt werden konnten. Auch danach bleiben die Burgweintinger bei ihren Forderungen: Sie wünschen sich eine Lärmschutzwand, die nicht nur bis zur Eisenbahnbrücke, sondern bis zur Anschlussstelle Harting reicht. Außerdem muss ihrer Ansicht nach endlich die Lücke der Lärmschutzwand zur Eisenbahnstrecke geschlossen werden. Weiterhin wünschen sie sich ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern auf der Stadtautobahn.

Viele Lärmquellen, viele Zuständige

Inwiefern die Behörden darauf eingehen, wollte Christian Unzner, der Leiter der Regensburger Niederlassung der Autobahndirektion Süd, mit Verweis auf das nicht öffentliche Anhörungsverfahren nicht sagen. Weitestgehende Schützenhilfe bekommen Kübler und ihre Mitstreiter vom Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Stadtrat und Ex-Burgweintinger, Norbert Hartl. Auch er sieht den Lückenschluss der Lärmschutzwand zur Bahnstrecke und die Verlängerung an der Autobahn als notwendig an. Wer für diese Maßnahmen aufkommen müsste, ist momentan noch offen. Allerdings sagt Hartl auch: „Von Ziegetsdorf bis Irl wird der Lärmschutz zur Autobahn hin nach dem Ausbau besser sein, als er es jetzt schon ist.“

Ein Braten, dem Kübler nicht traut. Denn sie weiß, dass für die vielen unterschiedlichen Lärmquellen, die sie stören, mehrere Stellen zuständig sind: Neben der Autobahndirektion sind das etwa die Deutsche Bahn und die Stadt Regensburg. Stellen, die sich nach Küblers Ansicht aber jeweils nur an die eigenen Grenzwerte halten. Dass sich der Lärm in Burgweinting aber durch die verschiedenen Quellen summiert, sieht Kübler bisher in keiner der Planungen berücksichtigt.

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