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Samstag, 16. Dezember 2017 10

Geschichte

Das Rückgrat der Siedlung

Die Kolpingsfamilie St. Konrad aus Regensburg feiert Jubiläum. 1947 hatte sie sich im „Riederer“ am Brandlberg gegründet.
von Daniel Steffen

Zug durch die Siedlung: Am 6. Juni 1948 feierte die Kolpingsfamilie St. Konrad ihre Bannerweihe. Foto: Kolpingsfamilie

Regensburg.Es war am 17. Dezember 1947, als der Grundstein für die Gründung der Kolpingsfamilie St. Konrad gelegt wurde. Nach Überlegungen, wie er die „Burschen und Männer in einem kirchlichen Verein zusammenführen“ könnte, veranstaltete Pfarrkurat Karl Günther einen Informationsabend am Brandlberg. Der fand in der früheren Gaststätte Riederer statt – und spontan meldeten sich 41 Herren, die der neuen Kolpingsfamilie beitreten wollten. Zwei Wochen später, am 30. Dezember 1947, war die Gründung unter Dach und Fach. Im Januar berief das bischöfliche Ordinariat Karl Günther zum Gründungspräses, im Juni 1948 folgte die feierliche Bannerweihe. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Kolpingsfamilie bereits 74 Mitglieder, heißt es in der Chronik.

Die Gründung der Kolpingsfamilie jährt sich nun zum 70. Mal – und das soll am kommenden Wochenende groß gefeiert werden. Am Samstag findet deshalb um 18 Uhr in der Kirche St. Konrad ein Gottesdienst mit Ehrenpräses Siegfried Schweiger statt, danach folgt im benachbarten Pfarrheim ein Festakt mit Ehrungen. Beate Lorenz, die heutige Vorsitzende, heißt die Mitglieder und Gäste willkommen und wird zum feierlichen Anlass auch die Geschichte der Kolpingsfamilie beleuchten.

Nachbarsbub lotste sie hinein

Sie selbst ist 1979, im Alter von 13 Jahren, beigetreten. „Unser Nachbarsbub, der Rudi, war in St. Konrad Ministrant und auch bei Kolping. Zuerst nahm er meinen Bruder mit und später hat er mich gefragt, ob ich mitkommen mag“, erinnert sie sich. Allerdings musste sich Beate Lorenz noch ein paar Monate gedulden, denn damals konnte man erst mit 14 Jahren offiziell Mitglied werden.

Zu Ehren von Adolph Kolping (1813 bis 1865) veranstaltet auch die Kolpingsfamilie St. Konrad jedes Jahr einen Gedenktag. Foto: Kolpingsfamilie

Noch im selben Jahr, 1979, feierte die „sehr aktive“ Frauengruppe ihr zehnjähriges Bestehen. Zu Gründungszeiten indes war an weibliche Mitglieder noch nicht zu denken, da die Kolpingsfamilie zunächst Männern vorbehalten war.

Am Gemeinschaftsleben in der Konradsiedlung hat die Kolpingsfamilie einen bedeutenden Anteil. Unter anderem stellt sie immer am 30. April gemeinsam mit der Pfarrgemeinde den Maibaum auf. Bei diesem feierlichen Anlass bewegt sich der Festzug von der Kapelle Wutzlhofen bis zur Pfarrwiese von St. Konrad, auf der starke Männer den Baum in die Senkrechte bringen. Auch die Damen sind mit von der Partie: Sie kümmern sich beim Maibaumaufstellen um den Bierausschank.

Die wohl beliebteste Veranstaltung der Kolpingsfamilie sind die Theaterstücke, die die Akteure meist zur Herbstzeit aufführen. Hunderte Besucher füllen dann die Reihen im Pfarrsaal St. Konrad –und nicht selten biegen sich die Besucher vor Lachen.

„3 Damen und ein toter Kater“

Zuletzt, Anfang November, hatte die Theatergruppe das Lustspiel „Drei Damen und ein toter Kater“ von Erich Koch aufgeführt. Beate Lorenz schlüpfte dabei in die Rolle der Lioba, die nach einem alleinstehenden Witwer Ausschau hält. Mittlerweile besteht die Theatergruppe seit 25 Jahren.

Zumeist im Herbst begeistert die Kolpingsfamilie St. Konrad mit ihren Theaterstück-Aufführungen. Foto: Kolpingsfamilie

So richtig groß gefeiert wurde in der Kolpingsfamilie 1998, zum 50-jährigen Jubiläum. Am 6. und 7. Juni, pünktlich zum Tag der Bannerweihe, steppte sprichwörtlich der Bär. Die Figurengruppe „Adolph Kolping mit Geselle“, die damals gestiftet wurde und bis heute das Innere der Kirche St. Konrad schmückt, erinnert an dieses besondere Ereignis. Auch in puncto Mitgliederstärke waren die Zeiten für die Kolpingsfamilie rosig: Sie wuchs bis Ende des Jahrhunderts auf fast 200 an.

Heute ist die KF St. Konrad auf 118 Mitglieder geschrumpft. „Es ist schwer, Nachwuchs zu finden“, sagt Beate Lorenz. Jugend sei in der Pfarrei St. Konrad zwar vorhanden, die Mädchen und Buben jedoch zögen Aktivitäten bei den Pfadfindern oder als Ministranten vor. Bei den treuen Mitgliedern aber ist die Welt noch in Ordnung: So werden am Samstag elf langjährige Mitglieder geehrt, zwei davon für ihre 60-jährige Treue zu Kolping.

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Ein Interview mit Vorsitzender Beate Lorenz lesen Sie hier.

Die Kolpingsfamilie St. Konrad

  • Bannerweihe:

    Historisch dokumentiert ist die Bannerweihe der Kolpingsfamilie St. Konrad am 6. Juni 1948. Die Weihe erfolgte durch Diözesanpräses Karl Böhm. Das Patenamt übernahm die Kolpingsfamilie St. Erhard, die 1853 gegründet wurde. Auf die Bannerweihe folgte ein Festzug.

  • Theatergruppe St. Konrad:

    Zumeist im Herbst begeistert die Kolpingsfamilie St. Konrad mit ihren Theaterstück-Aufführungen, die traditionell im Pfarrsaal St. Konrad stattfinden. Dort probt die Kolpingsfamilie auch ihre Stücke.

  • Gründungsmitglied:

    Wilhelm Wiesend ist das einzige heute noch lebende Gründungsmitglied der Kolpingsfamilie St. Konrad. Die Aufnahmeurkunde bezeugt den feierlichen Akt aus dem Jahre 1948. Zu Gründungszeiten traten der Kolpingsfamilie 41 Mitglieder bei.

  • Kolpinggedenktag:

    Zu Ehren von Adolph Kolping (1813 bis 1865) veranstaltet auch die Kolpingsfamilie St. Konrad jedes Jahr einen Gedenktag. Dieser fällt in zeitliche Nähe des Geburtstags von Kolping, der am 4. Dezember geboren wurde.

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