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Sonntag, 4. Dezember 2016 2

Projekt

Einmal zum Mond und wieder zurück

Ein halbes Jahr lang waren MINT-Girls auf einer Mond-Mission. Zum Abschluss zeigten die Schülerinnen, was sie gelernt haben.
Von Louisa Knobloch, MZ

Die MINT-Girls 2015 mit ihren Robotern und den beiden Betreuern Dr. Stephan Giglberger (l.) und Armin Gardeia (r.). Die Mondlandschaft haben die Mädchen unter Anleitung einer Kunststudentin selbst gebaut. Foto: Knobloch

Regensburg.Zerklüftete Krater, Berge und sogar ein Tunnel – die Mondlandschaft, die am Freitagabend in einem Hörsaal an der Universität Regensburg enthüllt wird, wirkt sehr authentisch. „Wir wollten unsere Roboter auf der Mond testen“, sagt Franziska Bruckmann. „Weil das nicht geht, mussten wir uns den Mond auf die Erde holen.“ Die Schülerin, die die 10. Klasse am Von-Müller-Gymnasium besucht, ist eines von 16 MINT-Girls, die sich im Juni auf eine Mond-Mission begeben haben. Nun, ein halbes Jahr später, ist das Projekt zu Ende und die Schülerinnen können Familien und Förderern stolz ihre Ergebnisse präsentieren.

Geballtes Wissen für die Mission

Der „Moon Walk“ war nach einer virtuellen Reise zum Mars 2014 das zweite große Projekt der Initiative „MINT-Girls Regensburg“, die gemeinsam von Universität und OTH Regensburg getragen wird. Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen für die sogenannten MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – zu begeistern. Dieser Bereich sei gerade für eine Industrienation wie Deutschland sehr wichtig, betonte Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Nikolaus Korber. Die MINT-Welt gleichberechtigt für Frauen zu öffnen, sei aber keine Frage der ökonomischen Notwendigkeit, sondern eine Frage der Gerechtigkeit. Der Vizepräsident der OTH Regensburg, Prof. Dr. Thomas Fuhrmann, zollte den Schülerinnen Respekt, dass sie sich mit großem Eifer an anspruchsvolle Themen gewagt hatten. Von der Technik des Mondflugs über Roboterprogrammierung, optischer Spektroskopie bis hin zu Triangulation – in Vorlesungen und Workshops an den beteiligten Hochschulen lernten die Schülerinnen alles, was sie für ihre Mondmission wissen mussten.

Fritz Ginglseder von der Sternwarte überreichte Ehrennadeln an Armin Gardeia und Dr. Stephan Giglberger. Foto: Knobloch

Als Kooperationspartner war in diesem Jahr die Sternwarte Regensburg dabei. Dort bekamen die MINT-Girls eine Einführung in die Astronomie und machten Fotos vom Mond und vom Saturn. Schließlich bauten und programmierten sie ihre kleinen Arduino-Roboter. „Es hat viel Spaß gemacht, dass wir selbst rumtüfteln und löten durften“, findet Emma Grasser. Ein Highlight war die Projektwoche in den Herbstferien, während der die Mädchen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen besuchten.

Region hat Bedarf an MINT-Girls

Der Roboter von Alina Kolb und Evi Sterr kann mit seiner Snakevision Wärmequellen aufspüren. Foto: Knobloch

Was die Roboter alles können, zeigten die Schülerinnen am Freitagabend in ihrer selbst gebauten Mondlandschaft: Wärmequellen aufspüren, Magnetfelder suchen oder mit einem Spektrometer verschiedene Objekte analysieren. Die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer lobte das „großartige Projekt“. Angesichts der vielen technologieorientierten Unternehmen in der Region herrsche „jede Menge Bedarf an MINT-Girls“. Sie gab den Mädchen mit auf den Weg: „Macht das, was Euch begeistert!“

Zum Abschluss bedankten sich die MINT-Girls bei Armin Gardeia und Dr. Stephan Giglberger für ihr Engagement und überreichten Foto-Kollagen als Erinnerung. Foto: Knobloch

Welche nachhaltige Wirkung das Projekt hat, stellte Armin Gardeia, Leiter der Jungen Hochschule an der OTH, heraus. Allein vier der Teilnehmerinnen aus dem Vorjahr studierten jetzt MINT-Fächer. Auch die diesjährigen Teilnehmerinnen wollen beispielsweise Physik, Informatik oder Maschinenbau studieren. Das Projekt sei toll gewesen, ist die einhellige Meinung. „Wir haben sehr viele coole Sachen gemacht und besondere Einblicke bekommen, etwa beim DLR“, sagt Maria Schifferl, die die Q12 am Privat-Gymnasium Pindl besucht. Emma Grasser fand es schön, andere Mädchen mit ähnlichen Interessen zu treffen. Und Franziska Bruckmann findet: „Es war wirklich eine super Erfahrung – schade, dass es zu Ende ist.“

Die Initiative „MINT-Girls“

  • Kooperation

    „MINT-Girls Regensburg“ ist eine gemeinsame Initiative von Universität und OTH Regensburg, die vom Schülerlabor der Uni (Dr. Stephan Giglberger) und der Jungen Hochschule der OTH (Armin Gardeia) getragen wird. Angeboten werden verschiedene Veranstaltungen wie etwa die „Girls‘ Day Akademie“.

  • Unterstützer

    Mit dem „Moon Walk“ wurde zum zweiten Mal ein großes Projekt durchgeführt. Neben dem DLR und der Sternwarte als Kooperationspartner wurde das Projekt von der IG Metall Regensburg, dem DGB Regensburg und der Stadt Regensburg finanziell unterstützt. Auch für künftige Projekte werden Sponsoren gesucht.

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