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Technik-Freaks auf dem Weg ins Finale

An der OTH Regensburg ging es beim Roboterwettbewerb in Wettkampfatmosphäre um Technik und Wissenschaft.

Die technikbegeisterten Teilnehmer realisierten Lego auf höchster Ebene. Fotos: lkl

Regensburg.Das Schülerteam „Freaky Minds“ – fünf technikbegeisterte Jungs vom Regensburger Goethe-Gymnasium, die auch privat befreundet sind – haben es ins Europafinale des First Lego League (FLL) Roboterwettbewerbs geschafft. Sie fahren am 19./20. März ins ungarische Debrecen, um dort für den Einzug ins Weltfinale zu kämpfen. Felix, Max, Raphael, Timo und Tyrees erreichten beim zentraleuropäischen Semifinale der FLL, das am Samstag an der Ostbayerischen Technischen Hochschule ausgetragen wurde, den fabelhaften vierten Platz. Gemeinsam mit ihrem Coach Frank Reil freuten sie sich riesig über den Erfolg. Vor ihnen landeten die Nürnberger „Dr. J“, die „Go Robots“ aus Ottobrunn und das Team „Saphari“ aus Hockenheim.

Muslimisches Girls’ Team geehrt

19 Mannschaften (davon zwei reine Mädchenteams) waren beim Semifinale in der OTH am Start, nur vier kamen weiter. Allein in der FLL-Region Zentraleuropa nahmen an den Regionalwettbewerben 863 Teams mit rund 6500 Kids teil. Das muslimische Girls’ Team „VIPs“ aus Karlsruhe wurde von der Regensburger Jury mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Die First Lego League ist ein weithin bekanntes Bildungsprogramm, das Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren in einer sportlichen Wettkampf-Atmosphäre für Wissenschaft und Technologie begeistern möchte. Als Grundlage dafür dient ein Roboterwettbewerb mit Spaßcharakter – das sogenannte Robot Game. Die FLL ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, sich die Denkweisen von Ingenieuren und Wissenschaftlern selbst zu erschließen.

In der Wettbewerbssaison 2015/2016, die unter dem Motto „Trash Trek“ steht, bauen, testen und programmieren die Kids zehn Wochen lang autonome Roboter mit LEGO Mindstorms®, um schließlich in den Spielrunden vorgegebene Aufgaben im Robot-Game zu lösen – zum Beispiel Müllsammeln, Sortieren oder Wiederverwerten. Zusätzlich untersuchen und lösen sie ein reales Forschungsproblem und erwerben durch die Teamarbeit weitreichende soziale Kompetenzen. Ziel ist es, Kinder dazu anzuspornen, komplexe Aufgaben möglichst kreativ zu lösen. Große Konzerne wie Continental oder Infineon haben das Semifinale an der OTH gesponsert und fördern damit Hands-On-Technology für Nachwuchskräfte.

Der Wettbewerb steht zudem jedes Jahr unter einem neuen Thema, das sich stets auf aktuelle Entwicklungen in der Welt bezieht. Gastgeber in Regensburg war die Institution „Junge Hochschule an der OTH (unter Leitung des Diplompädagogen Armin Gardeia), die normalerweise für Angebote zur Studien- und Berufsorientierung zuständig ist.

Tempo und Präzision gefragt

Der FLL-Contest gliedert sich immer in vier Bereiche; jeder davon verlangt den Kindern und Jugendlichen andere Fertigkeiten und neues Engagement ab. In der Forschungspräsentation recherchieren die Mannschaften zum aktuellen Jahresthema, ersinnen selbstständig Lösungsvorschläge und stellen diese der Jury vor. Beim Teamwork wird eine unbekannte Teamaufgabe gelöst. Beim Robot-Design werden die Programmierung und der Bau des Roboters bewertet und beim Herzstück der Veranstaltung – dem Robot Game – lösen die selbst konstruierten Roboter der Teams autark verschiedene Aufgaben zum Thema „Trash Trek – die Welt des Abfalls“.

Im Robot Game stehen vier Spielfelder nebeneinander, auf denen sich die Teams messen müssen. Dabei geht es um Präzision und Geschwindigkeit. Nur zweieinhalb Minuten Zeit bleiben dem vollautomatisch arbeitenden Roboter pro Spielrunde. Im Europafinale und im Weltfinale werden die Aufgaben genauso verteilt sein. Mit Geldpreisen ist die First Lego League nicht dotiert, es geht ausschließlich um Urkunden und Pokale.

Dass Mädchen Spaß an Technik haben, beweisen nicht nur die „VIPs“, auch bei den „Go Robots“ war ein Mädel vertreten. Viviana schätzt aber auch die soziale Komponente des Contests: „Hier kann man Freunde aus aller Welt treffen.“ Teamkollege Eric nickt zustimmend. Jona und Robert vom Team „X-Bots“ aus Baden-Württemberg waren in der Schule schon in der Robotik AG, Julien vom Team „Saphari“ baut schon seit er denken kann, mit Lego Technik.

Und die „Freaky Minds“ aus Regensburg? „Wir haben insgesamt sicher über 200 Stunden in die Vorbereitung investiert“, verraten Max und Tyrees, als die MZ vorbeischaut. Da befinden sich ihre Teamkollegen Timo und Raphael (Felix ist im Skiurlaub) gerade in Runde 2 und verlieren wichtige Punkte, weshalb alle nervös sind. Aber zum Schluss hat es ja doch noch geklappt mit dem Einzug ins Europafinale. Glückwunsch! (lkh)

Förderung

  • Programm:

    Das Bildungsprogramm First Lego League besteht aus zwei Abschnitten: Im praktischen Teil konstruieren die Teams aus Sensoren, Motoren und Lego-Steinen einen vollautomatischen Roboter auf Basis des Lego Mindstorms EV3-Grundgerüsts mit diversen Erweiterungsbausätzen. Dann werden mit dem Roboter knifflige Aufgaben gelöst.

  • Entdecken:

    Im theoretischen Teil steht die Lust am Entdecken an erster Stelle. Hier analysieren die FLL-Teams ein aktuelles Problem und sprechen in Form einer eigenen Forschungsarbeit Empfehlungen für mögliche Lösungen aus. Diese Lösungsansätze dürfen auch in kreativer Form, zum Beispiel als Sketch, vorgetragen werden. (lkh)

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