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Freizeit

Auf der Suche nach dem besten (Pr-)Eis

Die MZ nimmt sechs Eisdielen in Regensburg unter die Lupe und vergleicht Preise. Die Kugeln kosten bis zu 1,60 Euro.
Von Sabrina Götz, Jasmin Hilburger und Thomas Sauer, MZ

Lena Zetlmeisl genießt ihr erstes Eis in dieser Saison. Foto: Sauer

Regensburg.Der März hat uns warme Temperaturen beschert. Fast 20 Grad zeigten die Thermometer an. Das bedeutet für Genussmenschen: Die Eissaison ist eröffnet! Beim Flanieren durch die engen Gassen der Altstadt hat der Regensburger die Qual der Wahl. Es gibt viele Eisdielen. Ins Auge fallen einem nicht nur die vielfältigen Eissorten und das individuelle Flair der Eisdielen, sondern auch die stark variierenden Preise. Kugeln kosten zwischen einem und 1,60 Euro. Wie lässt sich der unterschiedliche Preis erklären?

Sonnenschein gepaart mit einer Kugel Eis am Fuße des Doms: Seit 1939 gibt es die Eisdiele am Dom schon. Dort findet man Eis, das nach traditionellen Familienrezepten hergestellt wird. Verwendet werden dafür ausschließlich Produkte aus Italien. Foto: Götz

Die günstigsten Kugeln kosten einen Euro. Das Venezia am Haidplatz und die Eisdiele am Dom, Krauterermarkt, sind die einzigen, die ihr Eis zu diesem Preis anbieten. „Nur beste Qualität aus Italien“, verspricht Besitzer Christian Panciera. Seit über 70 Jahren produziert der Familienbetrieb sein Eis am Dom und verwendet nach wie vor nur original italienische Produkte. Sogar die Waffeln kommen aus Italien. Seinen Eispreis möchte er aus Respekt vor seinen langjährigen Kunden nicht erhöhen, fügte Christian Panciera hinzu.

Steigende Rohstoffpreise

Direkt an der Steinernen Brücke in Stadtamhof befindet sich die Eis-Galerie. Sie gehört zur Pizzeria Marina. Der Betreiber Martin Brendel bietet seine Eiskreationen nicht nur dort an. Er beliefert auch das Haus Heuport und das Hans im Glück. Foto: Götz

1,20 Euro verlangen unter anderem die Eisgalerie in Stadtamhof und das Aamu in der Thundorferstraße. Der Geschäftsführer der Eis-Galerie, Enis Preteni, erklärt den leicht höher liegenden Preis mit dem gestiegenen Milchpreis. Außerdem seien die Nüsse um 40 Prozent teurer geworden.

Ein weiterer Faktor, den man nicht außer Acht lassen sollte, seien die höheren Personalkosten. Er müsse in der Hochsaison zusätzliches Personal einstellen. Dass der Mindestlohn eingeführt wurde, spielt laut Preteni auch eine Rolle.

Die Besonderheit des Aamu in der Thundorferstraße fällt einem gleich auf: Sie verkaufen ihr Eis aus italienischen Carabinen. Für Veganer gibt es besonderes Eis. Durch eine extra Kindertreppe fühlen sich auch die Kleinen gleich willkommen. Foto: Sauer

Das Aamu eröffnete vor rund einem Jahr in der „nördlichsten Stadt Italiens“. Die Familie de Pellegrin kann auf 100 Jahre Erfahrung zurückgreifen. Der Besitzer Mauro de Pellegrin verlangt auch 1,20 Euro, weil unter anderem die Rohstoffkosten gestiegen sind. Ein weiterer Grund für diesen Preis ist das besondere Kühlsystem im Aamu. Dort werden Carabinen benutzt. Der Energieverbrauch dafür ist laut de Pellegrin im Vergleich zu anderen Systemen deutlich höher.

Das Stenz am Bismarckplatz bietet neben ausgefallenen Sorten auch die Möglichkeit, das Eis individuell zu „toppen“. Kinderfreundlich geht es auch dort zu. Als erste Eisdiele in Regensburg führte das Stenz die Kinderkugel und den Probierlöffel ein. Foto: Götz

Das Stenz am Bismarckplatz verlangt 1,30 Euro. Kinderkugeln gibt es aber schon für 70 Cent. Seit fünf Jahren betreibt Carolin Wolf ihre Eisdiele schon. Sie erklärt ihren Preis zum einen mit der hohen Pacht aufgrund der vorzüglichen Lage der Eisdiele, zum anderen mit den besonders hochwertigen Waffeln.

Regionale Bio-Produkte

Liebe zum Detail: Das Diba Chocolat in der Roten-Hahnen-Gasse ist nach Feng Shui eingerichtet. Neben Rosenblüteneis findet man auch Sorten wie Joghurt-Zimt und Schoko-Chili. Besonderen Wert legt Pezeshki bei der Herstellung auf die Verwendung von regionalen Bioprodukten.Foto: Götz

In der Diba Chocolat in der Roten-Hahnen-Gasse bekommt man eine Kugel Eis für 1,40 Euro. Kinderkugeln sind um 60 Cent günstiger. Die Inhaberin Nilüfer Pezeshki betont, dass sie ausschließlich regionale Bio-Podukte verwende. Seit elf Jahren entwickelt sie bereits ihre eigenen Ideen und kann auf 150 Eisrezepte zurückgreifen. Ein weiterer Faktor seien die hohen Personal- und Nebenkosten. Mit einem Preis von 1,80 Euro würde sie sich am wohlsten fühlen.

Mitten im Herzen der Altstadt, direkt am Neupfarrplatz, findet man das Gelini. Der Clou: Jedes Eis wird mit einer frischen Frucht garniert. Möchte jemand mehr als eine Kugel, hat er die Möglichkeit sich eine Schoko-Krokantwaffel gratis auszusuchen. Foto: Götz

Mit 1,60 Euro ist das Gelini am Neupfarrplatz die teuerste Eisdiele in der Domstadt. Dort spielen die Pachtkosten eine wichtige Rolle. Steigende Personalkosten beeinflussen den Preis ebenfalls.

Alle getesteten Betriebe produzieren ihr Eis täglich in Handarbeit. In der Hochsaison wird das Eis sogar mehrmals am Tag frisch zubereitet. Bei den Öffnungszeiten lassen sich ebenfalls keine großen Unterschiede feststellen. Die Eisdielen haben in der Hochsaison schon mal bis nach Mitternacht offen, um auch Partygäste noch bedienen zu können.

Alle Betreiber gaben außerdem an, lediglich frische Zutaten zu verwenden. Künstliche Aromen und Farbstoffen kämen nicht zum Einsatz. Unterschiede bei der Größe der Kugeln kann man mit dem bloßen Auge nicht ausmachen.

Bei der Auswahl legen die Eisdielenbesitzer auch Wert auf die besonderen Bedürfnisse der Kunden. Für Veganer wird ein spezielles Eis angeboten – meist in Form von Fruchtsorbets und mit veganen Waffeln, also ohne Ei und andere tierische Produkte. Am Ende entscheidet immer der persönliche Geschmack und der ist bekanntlich bei jedem anders.

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