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Dienstag, 21. November 2017 7

Festakt

Cuntz-Orgel verzaubert Minoritenkirche

Zur Premiere des wiederhergestellten Klangbilds von 1627 fand ein großes Konzert statt. Zum Auftakt gab es Gänsehaut.
Von Davina Lang, MZ

Zahlreiche Regensburger lauschten den Klängen der restaurierten Cuntz-Orgel. Unter den Gästen war auch Thomas Goppel (Mitte), Präsident des Bayerischen Musikrats und Ex-Wissenschaftsminister.Foto: Lang

Regensburg.Sie ist die wohl älteste Orgel der Oberpfalz: die Regensburger Cuntz-Orgel. Nach ihrer umfassenden Restaurierung erstrahlte das von Stephan Cuntz im Jahr 1627 erbaute Orgel-Positiv nahezu im Zustand seines Erbauungsjahrs.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und dem Regensburger Kulturreferenten Klemens Unger präsentierte der künstlerische Leiter der Sonntäglichen Matineen in der Minoritenkirche, Norbert Düchtel, stolz die frisch restaurierte Orgel. Zusammen befreite man das Prachtstück von seiner weißen Leinenverkleidung. Lang anhaltender Applaus des Publikums folgte. Unter den zahlreichen Zuhörern in der Minoritenkirche befand sich auch Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats und ehemaliger Wissenschaftsminister.

Gänsehaut-Musik zum Auftakt

Zum Auftakt spielte Orgel-Virtuose Düchtel auf der Schwalbennest-Orgel einen Introitus von Valentin Tretzel. Nach den erst homophonen, akkordischen Klängen folgte ein bewegter Teil, der bei den Gästen in der Minoritenkirche für Gänsehaut sorgte. Mit dem imposanten einleitenden Instrumentalwerk, dessen Komponist als Orgelsachverständiger eng mit Orgelerbauer Stephan Cuntz zusammengearbeitet hatte, eröffnete der routinierte Organist das Konzert.

Düchtel, der die Sonntäglichen Matineen seit fünf Jahren organisiert und für die Programmgestaltung verantwortlich ist, lud die Sopranistin Monika Mauch und den Violinisten Harald Martens zum gemeinsamen Konzertieren nach Regensburg ein. Unter dem Konzert-Motto „Virtuose barocke Solokantaten“ stand frühklassische Kirchenmusik aus der Feder großer Opernkomponisten auf dem Programm.

Nach dem Introitus Tretzels folgten Werke der Komponisten Leonordo Leo, Gian Francesco de Majo und Johann Jakob Froberger. Alle diese Meister verlangen einen Sopran, der gern einmal in kürzester Zeit durch alle Lagen hindurch gescheucht wird. Monika Mauch meisterte dies mit Bravour. So schallte ihr Gesang eingangs zur Solokantate „Praebe, virgo, benignas aures“ durch die Hallen der ehemaligen Bettelmönchsordenkirche. Mauchs virtuoser Sologesang und die kraftvollen Orgel-Klänge versetzten die Zuhörer in die Atmosphäre vergangener Jahrhunderte. Es folgten zwei Stücke der neapolitanischen Frühklassik von de Majo, darunter auch „Alleluja“.

Mit einer Kantate die Weihe erteilt

Mit einer Kantate von Froberger wurde der wiederhergestellten Orgel passend zu ihrem Erbauungsjahr 1627 die Weihe erteilt. Im 17. Jahrhunderts war es gängiger Ritus, mit einer solchen Komposition eine neuen Kirchenorgel einzuspielen. Das von Stephan Cuntz im Jahr 1627 erbaute Instrument befand sich bis vor einigen Tagen noch in der Obhut der Bautzener Spezialfirma Eule. Dort ist das kostbare Stück aufwendig restauriert worden. Anfang des Monats wurde die Orgel wieder in Regensburg angeliefert und in den darauffolgenden Tagen in der Minoritenkirche eingebaut und gestimmt.

Sonntägliche Matineen

  • Termine:

    Von Juni bis September finden die Sonntäglichen Matineen in dichter Folge jeweils um 11 Uhr in der Regensburger Minoritenkirche statt. 1. bis 31. August jeden Sonntag, 14. Juni, Juni, 28. Juni, 12. Juli, 26. Juli, 6. September.

  • Information:

    Historisches Museum, Dachauplatz 4, Tel. (09 41) 5 07-14 40

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