mz_logo

Stadtteile
Donnerstag, 30. Juni 2016 26° 2

Vorhaben

Dachauplatz: War das die Neugestaltung?

Der bisherige Umbau wird heiß diskutiert: „Wenig einfallsreich“, sagen Kritiker. Laut Gartenamts-Leiter folgen noch Arbeiten.
Von Daniel Steffen, MZ

Auf dem Dachauplatz pflanzte das Gartenamt acht neue Bäume und wechselte einige der Pflastersteine aus. Fotos: Daniel Steffen

Regensburg.Die Neugestaltung des Dachauplatzes ist derzeit in aller Munde – und die Meinungen darüber zeugen großenteils von Empörung. „War das bereits die komplette Umgestaltung?“, geht es kritischen Bürgern durch den Kopf. Da bisher nur einige Bäume gepflanzt und Pflastersteine ausgetauscht worden sind, hoffen sie auf weitere Maßnahmen im Anschluss. Sympathisanten für das Vorhaben zu finden, gestaltet sich bei dem aktuellen kargen Anblick des Platzes als schwierig.

Es fehle an Sitzgelegenheiten und weiterer Begrünung, bemängeln die Skeptiker. „Bäume allein lassen das Stadtbild nicht schöner wirken. Man hätte den Platz geselliger gestalten können – mit etwas Erfrischendem zur Belebung. Ein römischer Schnellimbiss passt zum Beispiel gut zur Geschichte der Stadt“, sagt Andreas Liedl.

Jeton Fischer betreibt das Geschäft „Casa della Pasta“ in der benachbarten Markthalle und bewertet die Ist-Situation positiver: „Früher war der Platz schrecklich, jetzt sieht er aber immer besser aus. Neue Bäume sind da, der Rewe ist in der Nähe und es sollen noch andere Dinge gemacht werden. Soweit ich weiß, kommen noch Freisitze und ein Imbiss hinzu“, sagt er.

In der Facebook-Gruppe „Du bist ein echter Regensburger, wenn...“ wird heiß über den Dachauplatz diskutiert. Kommentare wie „Naja, schaut nicht sehr einfallsreich aus“ oder „Sorry, aber schön ist bei mir etwas anderes“ machen derzeit die Runde. Andere Mitglieder mahnen zur Geduld: „Abwarten, ist noch nicht fertig“, merkte SPD-Stadtrat Thomas Thurow an.

Die neue Bepflanzung

  • Bei den frisch gepflanzten Bäumen auf dem Dachauplatz handelt es sich laut Gartenamt um acht „japanische Schnurbäume“, die sich durch längliche Schoten kenntlich machen.

  • Gezielte Wahl: „Wir haben diesen Baum ausgesucht, weil er sehr gut mit dem Stadtklima zurechtkommt. Er hält Hitze und Trockenheit stand und ist für den Standort sehr gut geeignet.“

  • Frische Luft: Zudem weise der Baum luftreinigende Eigenschaften auf. „Er ist eine kleine Klima- und Luftfilteranlage“, sagt Krätschell. Der japanische Schnurbaum wird an die 15 Meter hoch. (mds)

Neue Sitze und ein Kiosk kommen

Wie verhält es sich also am Dachauplatz? Die MZ fragte bei der Stadt nach. „Wir hoffen darauf, dass die Arbeiten bis Frühjahr 2016 fertig sind“, sagt Hans Dietrich Krätschell, Leiter des zuständigen Gartenamts. Bis dahin soll nicht nur das Sitzmobiliar fertig sein, sondern auch der bestehende Brunnen „künstlerisch aufgewertet“ werden und ein Kiosk den Platz zieren. Ziel sei, dem Dachauplatz „zusätzliche Attraktivität“ zu verleihen. In puncto Kiosk sei die Stadt derzeit dabei, ein Vergabeverfahren auszuarbeiten. So schwebt der Verwaltung die Idee von einem Ort vor, an dem man einen „Snack zum Feierabend speisen“ oder eine Tasse Kaffee trinken könne, während man auf seinen Bus warte.

In keinem Fall solle vor Ort harter Alkohol angeboten werden. Außerdem solle der Kiosk den umliegenden Einzelhandel nicht allzu sehr beeinträchtigen, wünscht sich Krätschell. Auch eine Bestuhlung um den Kiosk herum sei im Gespräch.

Zum bestehenden Brunnen hat die Stadt klare Vorstellungen. Krätschell: „Uns geht es darum, den Brunnen gestalterisch aufzuwerten, ihn aber in seiner grundlegenden Form zu erhalten.“ Entfernt werden sollen die im Brunnen sichtbaren Rohre, die als unschön gelten. „Zum Brunnen werden wir noch in diesem Jahr einen künstlerischen Wettbewerb ausloben, aber zu der Art des Verfahrens gibt es noch einige Punkte zu klären.“

Von ihrer ursprünglichen Idee der Fahrrad-Stellplätze ist die Stadt mittlerweile abgekommen – auch der Aufenthaltsqualität des Platzes wegen. Komplett in Eigenregie möchte das Gartenamt die Beete zwischen dem Brunnen, der Bushaltestelle und dem Parkhaus-Komplex verschönern.

Die Baumaßnahme verzögerte sich

Ursprünglich war von der Stadt angedacht worden, den Dachauplatz bis zum Bürgerfest neu zu gestalten. Daraus wurde aber nichts. Bereits am 21. April hatte OB Wolbergs wissen lassen, dass der geplante Eröffnungstermin „nicht zu halten“ sei.

Dies begründete er mit den archäologischen Funden im Sanierungsbereich. Unter anderem kamen Reste der antiken Römermauer sowie Fundamente der mittelalterlichen Kirche Maria-Magdalena zutage. Die Kirche gehörte zum ehemaligen Klarissinnen-Kloster St. Klara am Klarenanger.

Kommentare (0) Regeln Unsere Community Regeln

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht