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Donnerstag, 30. Juni 2016 27° 8

Sanierung

„Das Degginger“ kommt im Herbst

Am 20. November eröffnet das Regensburger Kreativquartier – später als geplant. Die Kosten könnten den Rahmen noch sprengen.
Von Heike Haala, MZ

Kultur- und Kreativmanager Sebastion Knopp (l.) und OB Joachim Wolbergs stehen vor dem Deggingerhaus in der Wahlenstraße

Regensburg.Poetry-Slams, Konzerte, Ausstellungen, Workshops, Lesungen und Präsentationen – all das sehen OB Joachim Wolbergs sowie der Kultur- und Kreativmanager Sebastian Knopp im Geiste schon im Erdgeschoss des Deggingerhauses über die Bühne gehen. Bis zum 20. November müssen sich die beiden und die Mitglieder der Regensburger Kreativszene aber noch gedulden. Dann wird das neue Quartier in der Wahlenstraße 17 unter dem Namen „Das Degginger“ eröffnen. Laut Stadtratsbeschluss sollten hier allerdings schon ab Oktober Ideen geschmiedet werden.

Baustelle in der Ideenschmiede

Nach Kreativlabor sieht es in den Räumen derzeit aber noch nicht aus, sondern vielmehr nach Baustelle: Leitungsrohre liegen auf dem Boden und die Einheiten des Konzepts sind lediglich an einer Kreppband-Markierung zu erkennen. Ein großer Ausstellungs- und Veranstaltungsraum werden zusammen mit dem „Degginger Café & Bistro“ das Herzstück des Quartiers bilden, hinzu kommen ein Pop-up-Store zur Tändlergasse hin und ein Ideenraum. In den Obergeschoßen halten die Tourismus GmbH und das Stadtmarketing Einzug. Vor der großen Fensterfront zur Wahlenstraße hin muss laut Wolbergs zudem noch eine zweite Fensterschicht angebracht werden, die sicherstellen soll, dass die Schallschutzbestimmungen nicht überschritten werden.

Zweiter Beschluss wäre nötig

Die Arbeiten in Sachen Schallschutz sowie die Vorgaben von Brandschutz und Denkmalpflege sind es auch, die die Kosten für das Projekt noch in die Höhe treiben könnten. Um welche Summe, das kann OB Wolbergs nicht sagen. Das hänge davon ab, ob der Hausbesitzer die Kosten auf die Miete für 2016 umlegen wird. Dafür wurden laut Stadtratsbeschluss 230 000 Euro veranschlagt. „Wenn es teurer wird, brauche ich einen weiteren Beschluss des Stadtrats“, sagt Wolbergs.

Wenig enthusiastisch ob dieser Nachricht klingt Josef Zimmermann, der stellvertretende Koalitionsführer der CSU im Stadtrat. Seine Partei war die einzige, die dem Projekt ihre Zustimmung verweigerte – eben wegen des Kostenfaktors. Die Planungen der Stadt in der Wahlenstraße 17 bezeichnet er als einen „Schnellschuss“, für den es bis zu drei Monate mehr Zeit gebraucht hätte. Seiner Ansicht nach hätten die Kosten für das Gebäude im Vorfeld geklärt werden müssen. „Hier ist der politische Wille einer genauen Analyse vorausgeeilt“, sagt er.

In Gefahr scheint das Projekt aber nicht zu sein. Wolbergs Koalition steht geschlossen hinter ihm, solange sich die Kostensteigerung im Rahmen hält: Grünen-Fraktionschefin Margit Kunc ist informiert darüber, dass sich die Sanierung wesentlich schwieriger darstellt, als zunächst angenommen. Sie sagt auf Anfrage der MZ, dass es in Regensburg aber nichts überraschendes sei, wenn Sanierungen wegen denkmalpflegerischer Auflagen teurer werden. An diesen Bestimmungen will Kunc auch nicht rütteln. Schließlich trage die Geschichte des alten Hauses zu seinem Charme bei.

Dieser Meinung ist auch Tina Lorenz (Piraten), auch wenn es ihr neu ist, dass das Projekt teurer werden könnte. Den Betrag, um die sich die Kosten steigern könnten, kennt auch sie nicht. Deswegen bleibt sie bei ihrer Meinung, dass sie das Experiment wagen möchte. Horst Meierhofer (FDP) sieht die Stadt in der Verantwortung, was diese „schöne aber schwierige Immobilie“ angeht. Solange die Kosten nicht „aus dem Ruder“ laufen, werde er das Projekt unterstützen, weil er in dieser Art der Nutzung die einzige Alternative für das Gebäude sieht. Auch Ludwig Artinger (FW) erfuhr im Gespräch mit der MZ von den möglichen Steigerungen, zeigte sich aber zuversichtlich, dass hier eine Lösung gefunden wird, zumal das Projekt im Koalitionsvertrag verankert ist.

"Das Degginger" wird eröffnet

Die Miete für das Deggingerhaus im Jahr 2015 wird laut Wolbergs im Übrigen auf jeden Fall günstiger sein, als die geplanten 160 000 Euro: Weil sich der Einzug in das Gebäude nach hinten verschiebt, muss die Stadt weniger bezahlen. Diese Kosten decken laut Beschlussvorlage die Miete, die Nebenkosten, die Reinigung oder die Hausmeisterkosten ab. Hinzu kommen in diesem Jahr 250 000 Euro, mit denen die Stadt den Aus- und Umbau des Erdgeschoßes sowie der Lager- und Toilettenräume des Deggingerhauses bezahlt. Ein Drittel der Ausgaben will die Stadt 2016 durch Untervermietung gegenfinanzieren.

Neuer Kreativmanager

Das Kultur- und Kreativquartier im Deggingerhaus ist ein Schwerpunkt-Projekt des städtischen Kreativmanagers Sebastian Knopp, der erst im März seinen Dienst antrat.

OB Wolbergs hat sich die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft auf die Fahnen geschrieben. Er berief ein Kreativforum ein, das ihn berät. Das Kreativforum arbeitete auch an den Planungen im Deggingerhaus mit.

Schon während des Umbaus zog ein Wochenende lang die Kulturinitiative con_temporary in das Gebäude ein.

Auch Studierende der OTH machten sich bereits Gedanken über die kreative Nutzung des Deggingerhauses.

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