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Montag, 18. Dezember 2017 5

Einsatz

Die Donau verriet nichts von Malina

Die Polizei suchte mit Booten und Leichenspürhunden nach der 20-Jährigen. Einer schlug an. Doch eine heiße Spur gab es nicht.
Von Heinz Klein, MZ

Regensburg.Den Weg vom Galgenberg bis zum Donauufer am Herzogspark ist die vermisste Malina Klaar am frühen Sonntagmorgen gegangen, da ist sich die Polizei nun sicher. Doch da, wo das Handy der 20-jährigen Studentin am Uferweg gefunden wurde, endet jede Spur. Führten die letzten Schritte der jungen Frau ans Wasser?

Die Polizei sucht das Donauufer in Regensburg ab. Foto: Klein

Diese Möglichkeit hatte die Polizei bereits am Montag in Betracht gezogen und den Fluss ins Visier genommen. Ein Hubschrauber flog die Donau bis zur Staustufe Geisling ab. Am Dienstag suchten Polizeikräfte vom Land aus das Ufer zwischen Pfaffensteiner Wehr und Eisernem Steg ab.

Stundenlange Suche vom Boot aus

Am Donnerstagmorgen waren nun Spezialisten der Bereitschaftspolizei auf der Donau unterwegs, um zwischen den Ästen, die die Uferweiden tief ins Wasser tunken, nach der vermissten jungen Frau zu suchen. Es wäre die Suche nach einem Leichnam gewesen. Sie verlief negativ – und das ist eigentlich eine gute Nachricht, die den Eltern und Freunden von Malina weiterhin Anlass zum Hoffen gibt.

Diese Orte spielen eine Rolle bei der Suche nach Malina. Grafik: MZ-Infografik

Unterhalb des Pfaffensteiner Wehrs waren die zwei kleinen Polizeiboote losgetuckert. Eine Mannschaft nahm den Uferbereich der Wöhrdinsel ins Visier, das zweite Team suchte an der Hundsumkehr bis hinunter zum Eisernen Steg – zunächst nach Augenschein. Dann kehrte das Team um und arbeitete sich flussaufwärts wieder Richtung Pfaffensteiner Wehr. An jedem Strauch, an jedem Ast fuhren die mit einem Haken bewehrten Holzstangen ins Wasser. Man hörte das Klickern des Eisens gegen Steine am Grund. „Negativ“, sagte eine Stimme und befahl „Schub geben“. Dann tuckerte das Boot weiter. Tasten und haken brachten mehr Erkenntnisse als der Blick ins trübe Donauwasser, das nur Zentimeter Sicht zulässt.

Hundegebell am Kanalrohr

Währenddessen untersuchte das zweite Team die Pfeiler des Eisernen Stegs. Polizeisprecher Albert Brück hielt das stetig wachsende Medienaufgebot am Ufer auf dem Laufenden, doch viel Neues konnte auch er nicht sagen. Die Suche blieb erfolglos. Zur Verfügung stehende Taucher kämen nur dann zum Einsatz, wenn es einen konkreten Hinweis geben würde, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums.

War ein plötzliches Hundebellen eine heiße Spur? Am frühen Nachmittag waren wieder Polizeiboote im Einsatz, diesmal mit drei Leichenspürhunden an Bord. Einer von ihnen schlug an, als das Boot zwischen Hundsumkehr und Wehr an einem Kanalrohr vorbeifuhr. Hier wird Oberflächenwasser in die Donau gespült. Es kann von weit her kommen und bringt Gerüche aller Art mit. Gegen 15 Uhr endete die Suche mit Booten und Hunden. Gewonnene Ergebnisse würden nun analysiert, sagten Polizeieinsatzkräfte.

Wo ist die 20-Jährige Malina?

Hundebesitzer beim Gassigehen und Jogger verfolgten die Suchaktion entlang der Hundsumkehr. „Natürlich schaut jetzt jeder, der hier langgeht, ob man was im Wasser sieht“, sagte Nicole Schübel. Sie läuft mit ihrer Hündin Rosi jeden Morgen den Uferweg entlang. „Wochentags sind da schon um 6 Uhr früh viele Menschen unterwegs“, erzählt die Gassigeherin. Malina wäre am Uferweg nicht allein gewesen, aber es war Sonntag. Und da ist um diese Zeit noch niemand unterwegs. Doch sie würde sich auch als Frau auf dem einsamen Weg nicht fürchten, sagt Nicole Schübel: „Ich hab‘ ja Rosi immer dabei.“

Überprüft wurden bei dem Einsatz auch die Liegeplätze verschiedener Schiffe, die im Bereich zwischen Steinerner Brücke und Nibelungenbrücke befestigt sind. Auch hier ergaben sich keine Hinweise. Zwischenzeitlich konnte eine zurückgelassene Handtasche, die in dem Lokal, in dem sich die Gesuchte am Sonntagmorgen aufgehalten hat, der Vermissten zugeordnet werden. Demnach dürfte die junge Frau entgegen der bisherigen Beschreibung auf ihrem Weg keine schwarze Tasche bei sich gehabt haben.

Polizeisprecher Albert Brück sieht weiterhin drei Möglichkeiten. Die gute: Malina taucht wohlbehalten wieder auf, nachdem sie sich für ein paar Tage zurückgezogen hat; oder es liegt ein Unfall vor – oder eine Straftat. Für letzteres hat die Kriminalpolizei aber nach wie vor keinen Hinweis.

Bitte um Hilfe

  • Beschreibung

    Bekleidet war Malina Klaar zuletzt mit einer schwarzen Hose, schwarzen Schuhen, einer braunen Wolljacke sowie einer auffälligen Halskette mit Lederband und einer silbernen Schnecke als Anhänger.

  • Kontakt

    Hinweise nimmt die Polizei unter (0941) 506-28 88 entgegen.

Lesen Sie auch: Kommilitonen der vermissten jungen Frau sind geschockt, ratlos und trotzdem hoffnungsvoll. Wir haben uns an der OTH umgehört.

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