mz_logo

Stadtteile
Dienstag, 26. September 2017 21° 2

Beteiligung

Jetzt sind alle als Stadtplaner gefragt

Viele haben schon Ideen für die Neugestaltung des Areals am Regensburger Bahnhof. Wir wollen wissen: Was wünschen Sie sich?
Von Julia Ried, MZ

Am Ernst-Reuter-Platz soll ein Kultur- und Kongresszentrum entstehen. Im Zuge dessen ist die Neugestaltung des ganzen Areals geplant. Fotos: Lex

Regensburg.„Stadtraum gestalten“ heißt das Motto der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Areals zwischen Hauptbahnhof und Altstadt, die nächste Woche offiziell beginnt. Wir haben vorab bei verschiedenen Initiativen, die sich schon länger mit Stadtplanung beschäftigten, aber auch Regensburgern aus Wirtschaft, Kultur und bei Studenten nach ihren Ideen für die Entwicklung dieser Fläche gefragt. Die Antworten sind ganz unterschiedlich, oft ist zu hören: Das Grün am Bahnhof soll erhalten bleiben. Und ein Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) am Ernst-Reuter-Platz solle flexibel bespielbaren Raum für Veranstaltungen aller Art bieten.

„Wir gehen mit ganz offenen Ohren da rein und schauen einfach, was die Bürger wollen“, versichert Stadtsprecherin Kristina Kraus. Grundlage der Beteiligung, die in eine Bürgerbefragung im Herbst münden soll, sind die Beschlüsse des Stadtrats für das Gebiet: Am Ernst-Reuter-Platz soll ein RKK entstehen, im Areal zwischen Bahnhofsvorplatz und westlich der Arcaden eine zentrale Drehscheibe für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) als Ersatz für den Bustreff Albertstraße. Außerdem soll sich die Fläche zwischen Bahnhof und Maximilianstraße zum einladenden „Stadteingang“ entwickeln.

Gleisdach hat viele Fans

Vertreter mehrerer Gruppierungen gefällt die Idee, den Platz über den Gleisen zwischen Galgenbrücke und Arcadensteg stärker oder ganz zu überbauen – und auf diesem Dach einen ÖPNV-Bahnhof zu schaffen. Dazu sagt etwa Wolfgang Bogie vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD): Das schaffe kurze Wege, mache ein Umsteigen zwischen den Verkehrsarten attraktiv und eröffne „unter anderem auch die Möglichkeit, den Bahnhofsvorplatz bis zum Eingang in die Maximilianstraße fußgänger- und fahrradfreundlich zu gestalten“. Der VCD setzt sich ebenso für den Erhalt des historischen Allengürtels ein wie Forum, die Initiative für Stadtplanung, Verkehr und Denkmalschutz, die Altstadtfreunde und der Bund Naturschutz.

Dass für eine ÖPNV-Drehscheibe am Bahnhofsvorplatz wohl viele Bäume weichen müssten, sehen viele als wesentlichen Grund dafür, dass die vorhergehende Bürgerbeteiligung dazu im Sand verlief. Ein Dach über den Gleisen ist für die Stadt zwar eine Option. Um sie zu realisieren, seien allerdings zwei Jahrzehnte oder mehr notwendig, heißt es aus dem Rathaus. Ein neuer Nahverkehrsbahnhof muss den städtischen Planern zufolge früher kommen – und darauf hoffen auch andere. So sagt der Sprecher der Studenten an der Universität, Jonathan Narjes: „Wir brauchen dringend eine effiziente Anbindung“, die vorgesehene Express-Trasse über die D.-Martin-Luther-Straße müsse bald Realität werden. Sebastian Meier, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren, würde es begrüßen, „wenn man den öffentlichen Nahverkehr so effizient gestalten könnte, dass die Verkehrssituation im Zentrum sich entspannt“.

Räume für Tagungen und Konzerte

Meier, Mitglied der Geschäftsführung der Music Academy, hat auch große Erwartungen an ein Kultur- und Kongresszentrum: Wie viele aus der Kulturszene – etwa auch Tine Christa vom Verein Mischkultur, der etwa Zirkus und freiem Theater eine Plattform bietet – sieht Meier großen Bedarf für ein zu günstigen Preisen vielfältig nutzbares Haus. Meier sagt, seit dem Wegfall des Kulturspeichers sei der Platz für Konzerte mittlerer Größe knapp. „Größere Räumlichkeiten würden vielleicht das kulturelle Angebot einem breiteren Publikum zugänglich machen.“ Ebenso nötig seien Räume für größere Kongresse.

Alle, die ihre Ideen einbringen wollen, können sich in zwei Werkstätten im März und im Mai mit den Planern austauschen. Unser Medienhaus fragt Sie schon jetzt in einem Online-Fragebogen nach Ihren Wünschen.

Welche Ideen haben Sie?

  • Ideenwerkstätten:

    Kern der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Areals zwischen Hauptbahnhof und Altstadt, die die Stadt anbietet, sind zwei Ideenwerkstätten im März und im Mai. Den ersten Termin hat die Stadt schon bekanntgegeben: Am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, 21. bis 23. März, finden im „Parkside“ im Westenviertel tagsüber (15 bis 19 Uhr, 10 bis 19 Uhr und 10 bis 13 Uhr) offene Ideenbüros statt. Dort können sich Bürger mit den Planern der Verwaltung, aber auch mit den Experten der von der Stadt beauftragten Planungsgemeinschaften austauschen. Stadtsprecherin Kristina Kraus kündigt auch an: „Ab Dienstag werden wir in verschiedenen öffentlichen Gebäuden Ideenboxen aufstellen.“

  • Online-Fragebogen:

    Wir fragen Sie in unserem Online-Fragebogen nach Ihren Wünschen und Ideen. Unter anderem können Sie dort eintragen, was Sie derzeit an der Situation zwischen Bahnhof und Altstadt stört.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht