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Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Technik

Kirche im Zeitalter der Digitalisierung

Mit einer App versucht die evangelische Gemeinde, junge Leute besser zu erreichen. Interaktive Stadtführungen sind möglich.
Von Michael Sperger, MZ

Benutzer werden bei ihrem Stadtrundgang auch mit Informationen über die Kirchen versorgt. Foto: Sperger

Regensburg.Nach drei Jahren Entwicklungszeit ging gestern die App „Evangelisches Regensburg“ online. Der Dienst bietet seinen Benutzern eine interaktive Tour. „Wir wollen sowohl eingesessene Bewohner unserer Stadt als auch Touristen mit interessanten Zusatzinformationen versorgen“, erklärt Klaus Weber, Pfarrer für Öffentlichkeitsarbeit im Donaudekanat. Er bildet zusammen mit Roland Thürmel und Magnus Löfflmann das Projektteam.

Leichter bewegbare Informationen

Die Idee entstand vor drei Jahren. Das Dekanat beschloss, ein Buch mit Bildern und Informationen über evangelische Gebäude herauszugeben. Nun suchten die Verantwortlichen nach Möglichkeiten, diese Infos bewegbar und leichter erreichbar zu machen. Sie entschieden sich für eine App. Miklós Geier von der Arbeitsstelle Vernetzte Kirche übernahm den technischen Part.

„Das Projekt hat Modellcharakter und soll als Vorbild für weitere Städte dienen“, sagt der Entwickler. Denn eine derartige Umsetzung ist in Deutschland bisher einzigartig. Die Kosten von der Idee bis zur fertigen App betrugen 10 000 Euro. Für den Nutzer ist das Herunterladen des Programms kostenlos.

Neben einem Rundweg durch die Altstadt wird ein spezieller Glockenweg angeboten. Dieser führt vorbei an der Bruderhauskirche, der Neupfarrkirche, der Dreieinigkeitskirche und St. Oswald. Egal wann die Kirchen erreicht werden, die App kann jederzeit die Kirchenglocken erklingen lassen.

Erweiterungen sind geplant

„Für die Zukunft ist auch ein Orgelweg geplant, bei dem die Klänge der Instrumente in den Kirchen im Mittelpunkte stehen“, blickt Weber voraus. Außerdem seien Sprachunterstützungen für Spanisch und Französisch sowie eine Ausweitung auf ganz Regensburg in Planung. Das Projekt ist also noch lange nicht abgeschlossen und bietet noch einige Möglichkeiten. Im Moment ist es ebenfalls schon vielfältig einsetzbar.

Mit Hilfe von GPS ist es möglich, den aktuellen Standort einzusehen und sich mit der integrierten Google- Maps-Karte durch die Altstadt zu navigieren. „Das einzige kleine Manko ist, dass durchgehend eine Internetverbindung nötig ist“, sagt Geier. Es ist allerdings nicht zwingend notwendig, vor der Kirche zu stehen.

„Die Informationen können von überall auf der Welt abgerufen werden, auch bequem von zu Hause aus“, erklärt Klaus Weber.

Ein weiteres Highlight machte Fotograf Mario Kick möglich. Er lieferte 360-Grad-Panoramafotos der Kirchen. „Die User haben so das Gefühl, in der Kirche zu stehen, obwohl sie vielleicht gerade geschlossen ist – und das völlig barrierefrei“, sagt Kick. Für solche Aufnahmen reiste er über ein Jahr durch das gesamte Dekanat. Mit dem Programm will die evangelische Kirche versuchen, auch junge Menschen wieder für die Religion zu begeistern. „Wir suchen noch nach einer Funktion, die speziell für Jugendliche ist. Das könnte zum Beispiel ein interaktives Quiz sein oder eine Art Schnitzeljagd“, meint Weber. Dies könnte dann auch für den Konfirmationsunterricht genutzt werden. Bei einer Sache sind sich jedoch alle Verantwortlichen einig: „Das Projekt ist ein großer Schritt in die Digitalisierung für die evangelische Kirche.“

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„Evangelisches Regensburg“

  • Kostenloser Download

    Nach drei Jahren Planung ist das Programm nun zum Download verfügbar. Es ist kostenlos im Appstore und Google Playstore zu finden.

  • Spaziergang durch die Altstadt

    Aktuell beschränkt sich der Bereich, in dem der digitale Stadtführer eingesetzt werden kann, auf die Altstadt. Mit einer Internetverbindung kann der Benutzer das Programm als Karte benutzen und zu den evangelischen Orten Regensburgs spazieren.

  • Informationen zu Gebäuden

    Audios und Panoramabilder geben schon von außen besondere Hintergrundinformationen zu den Gebäuden.

  • Idee

    Die Idee kam Verantwortlichen des Donaudekanats Regensburg, die den Plan gemeinsam mit der Arbeitsstelle vernetzte Kirche in die Tat umsetzten. In Zukunft soll die App in ihren Funktionen und der Bandbreite an Orten weiter ausgebaut werden.

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