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Einsatz

Mann stirbt nach Wohnungsbrand

Für einen 75-Jährigen kam die ärztliche Hilfe zu spät. Auch seine Tiere sind tot. Am Nachmittag brannte es erneut.
Von Julia Ried und Micha Matthes, MZ

  • Die Feuerwehr löschte den Brand in einem Wohnhaus in der Obermünsterstraße. Foto: Ried
  • Am Dienstagnachmittag war in der Küche einer Wohngemeinschaft in der Wöhrdstraße gegen 15 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Foto: mt
  • Am Dienstagnachmittag war in der Küche einer Wohngemeinschaft in der Wöhrdstraße gegen 15 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Foto: mt
  • Am Dienstagnachmittag war in der Küche einer Wohngemeinschaft in der Wöhrdstraße gegen 15 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Foto: mt

Regensburg.Ein 75-jähriger Mann ist am Dienstag nach einem Brand in seiner Wohnung in der Obermünsterstraße gestorben. Die Feuerwehr konnte ihn noch aus seiner Wohnung retten. Doch die ärztliche Hilfe kam für ihn zu spät. „Kurz nach Eintreffen im Krankenhaus ist der Mann verstorben“, sagte Polizeisprecher Stefan Hartl. Nachbarn des Apartments, in dem die Küche ausbrannte, wurden nicht verletzt. „Brandursächlich war wohl eine Herdplatte, die aufgedreht war“, sagte Hartl.

Auf dem Cerankochfeld befanden sich nach Angaben der Kriminalpolizei mehrere Gegenstände, die sich am Vormittag durch die Hitze entzündeten. „Hinweise auf ein Fremdverschulden ergaben sich bei den bisherigen Ermittlungen nicht“, heißt es in der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums. Der Mann hatte sich allein in seiner Wohnung aufgehalten.

Nachbarn schlugen Alarm

Nach Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr, Johannes Buchhauser, wurden die Rettungskräfte aus dem Nachbarhaus alarmiert. Zwei Bewohnerinnen war Brandgeruch aufgefallen. Als die Feuerwehr um kurz nach 10 Uhr eintraf, quoll den Einsatzkräften aus einer Tür im ersten Stock Rauch entgegen. Sie öffneten die Tür und ein Trupp mit Atemschutzmasken durchsuchte die Räume sofort. Dieser fand den älteren Mann leblos vor. Die Einsatzkräfte brachten ihn ins Freie und begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Der bereitstehende Rettungsdienst brachte den Mann ins Krankenhaus.

„Parallel wurde die Wohnung weiter durchsucht, um auszuschließen, dass sich noch jemand darin befand“, teilte die Feuerwehr mit. Zeitgleich löschten die Einsatzkräfte innerhalb von 20 Minuten den Brand. Die Haustiere in der Wohnung überlebten ihn nicht. Feuerwehrleute mussten einen Hund und neun Katzen bergen.

Die Einsatzkräfte waren am Dienstagvormittag vor Ort. Foto: Ried

„Offensichtlich brannte das Feuer schon länger und war bisher nicht entdeckt worden“, sagte Buchhauser. Das lag daran, dass der Brand in dem Haus, in dem sich unten eine Bar befindet, von außen nicht zu sehen war. Die Feuerwehr zeigte sich deshalb sehr dankbar über die Hilfe der Nachbarin, die sie gerufen hatte. Nur vier Minuten später habe die umsichtige Frau die Einsatzkräfte auf der Straße empfangen. „Sie zeigte ihnen direkt den Bereich des Treppenhauses, in dem es nach Rauch roch.“

Die Feuerwehr stellte dann fest, dass die anderen Wohnungen im ersten und zweiten Obergeschoss allesamt rauchfrei waren. „Nachdem das Dachgeschoss auch mit den benachbarten Gebäuden verbunden war, wurden sofort auch die Nachbargebäude durchsucht“, teilte sie mit. Sie musste mehrere Türen öffnen, da auf ihr Klingeln niemand reagierte. „Wir wurden von der Feuerwehr geweckt“, erzählte am Nachmittag ein Student.

Bei der Kontrolle der angrenzenden Wohnungen und Nachlöscharbeiten unterstützte der Löschzug Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr die Berufsfeuerwehr; die hatte die Hilfe kurz nach ihrem Eintreffen in der Obermünsterstraße vorsorglich angefordert, so dass neun Fahrzeuge mit insgesamt etwa 30 Feuerwehrleuten im Einsatz waren. Bei Altstadthäusern sei immer besondere Vorsicht geboten, erklärte Buchhauser. Sie seien eng zusammengebaut, oft gebe es von außen nicht erkennbare Verbindungen. „Da kann sich ein Brand schnell in alle Richtungen ausbreiten.“

Erneuter Wohnungsbrand-Einsatz am Nachmittag

Am Dienstagnachmittag war in der Küche einer Wohngemeinschaft in der Wöhrdstraße gegen 15 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Foto: mt

Am Dienstagnachmittag musste die Feuerwehr dann gleich noch einmal wegen eines Wohnungsbrands ausrücken. In der Küche einer Wohngemeinschaft in der Wöhrdstraße war gegen 14.45 Uhr ein Feuer ausgebrochen. „Wir wurden alarmiert, weil es im ersten Obergeschoss zu einer verstärkten Rauchentwicklung gekommen war“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Ein Bewohner hatte den Brand entdeckt, als er nach Hause gekommen war. Andere Anwohner des Mehrparteienhauses hatten den Brand bis zum Eintreffen der Feuerwehr nicht bemerkt. „Wir sind erschrocken, als die Einsatzkräfte vorgefahren sind und haben dann natürlich sofort das Gebäude verlassen. Erst da haben wir den starken Rauch gesehen“, sagte ein Bewohner. „Es ist wirklich erschreckend wie spät man das merkt, wenn es direkt über einem im gleichen Haus brennt.“

Am Dienstagnachmittag war in der Küche einer Wohngemeinschaft in der Wöhrdstraße gegen 15 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Foto: mt

Die Einsatzkräfte suchten das Gebäude noch einmal ab und löschten dann das Feuer. „Unsere Leute konnten den Brand schnell unter Kontrolle bringen“, sagte Einsatzleiter Johannes Buchhauser. „Die Küche wurde durch das Feuer kräftig beschädigt und im ganzen Haus gibt es erhebliche Rußspuren. Ich befürchte, die Bewohner müssen sich ein anderes Quartier für die Nacht suchen. Das Gebäude muss jetzt erst von einer Fachfirma gereinigt werden.“ Niemand wurde bei dem Brand verletzt. Es sei ein anstrengender Tag für die Berufsfeuerwehr gewesen, sagte Buchhauser. „Zwei Wohnungsbrände an einem Tag – das ist wirklich mehr als überdurchschnittlich.“ Buchhauser bedankte sich ausdrücklich bei den Firmen in Regensburg, die zu solchen Einsätzen Mitarbeiter, die bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sind, sofort freistellen. „Sie helfen dadurch mit, die Stadt Regensburg sicher zu machen.“

Es sind einsatzreiche Tage für die Einsatzkräfte. Am Gründonnerstag hatte die Berufsfeuerwehr zweimal kurz hintereinander ausrücken müssen.

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