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Stadtentwicklung

Am Stobäusplatz geht es bald rund

Die Brache in Regensburg wird zur Baustelle: Ab Juni wollen die Investoren zwei Hotels sowie rund 100 Wohnungen hochziehen.
Von Norbert Lösch, MZ

Es tut sich schon was auf dem Stobäusplatz: Die Baustelle wird vorbereitet. Foto: Tino Lex

Regensburg.Ob futuristisch anmutender Gebäudering, Einkaufszentrum oder Stadthallenstandort – für den Stobäusplatz hat es in den letzten 20 Jahren viele Pläne gegeben. Nach mehreren Durchläufen im Gestaltungsbeirat ist die Bebauung der Brache am Rand der Altstadt jetzt aber wohl in trockenen Tüchern. Zwei Investoren – die Projektgesellschaft Stobäusplatz GmbH & Co. KG und die AP Investhotel Regensburg GmbH – haben bei der Stadt die endgültigen Pläne für einen Komplex mit zwei Hotels, rund 100 Wohnungen und Einzelhandelsflächen zur Genehmigung eingereicht. Im Juni sollen die Bagger rollen.

„Mit den vorbereitenden Baumaßnahmen zur Baureifmachung wird noch im Februar begonnen, als Baubeginn ist der Juni 2016 anvisiert“

Investoren-Sprecher Tobias Piper

„Was lange währt, wird endlich gut“: Tobias Piper, Sprecher der Gemeinschaft der Investoren unter dem Dach der Technopark Grundstücksverwaltung in Grasbrunn bei München, spielt auf die lange Vorgeschichte des Projekts an. Nach einigen Änderungen – der Gestaltungsbeirat hatte unter anderem Vorschläge für die beiden öffentlichen Plätze sowie die Fassaden- und Dachgestaltung gemacht – seien nunmehr die Baugenehmigungen für drei Wohn- und Geschäftshäuser sowie zwei Hotels (Ibis und Novotel) beantragt worden. „Mit den vorbereitenden Baumaßnahmen zur Baureifmachung wird noch im Februar begonnen, als Baubeginn ist der Juni 2016 anvisiert“, so Piper.

Jetzt soll es „zügig“ vorangehen

Die Bauherren schwärmen schon, bevor der erste Bagger rollt: „Das harmonische Gesamtkonzept aus Wohnungen, Hotels und kleinteiligen Einzelhandelsflächen soll in einem zügigen Bauvorhaben entstehen, so dass der seit Jahren brachliegende Platz in absehbarer Zeit ein neues Gesicht bekommen und einen städtebaulichen Akzent in dem schönen Gründerzeitviertel bilden wird“, heißt es in einer Pressemitteilung. Um welches Investitionsvolumen es sich beim Projekt Stobäusplatz handelt, bleibt dagegen offen. In früheren, mittlerweile verworfenen Projektbeschreibungen war von 38 Millionen Euro die Rede.

Die Zukunft des Stobäusplatzes schien bereits im März 2011 klar: Technopark wollte das Areal nach Plänen von Reiner Klein und Reinhart Sänger bebauen. Die Münchner Architekten hatten einen Wettbewerb mit einem rasanten, futuristisch geformten Block gewonnen, der nach außen das Tempo des zirkulierenden Verkehrs aufnahm und sich nach innen, mit Ein- und Durchlässen, zu einer Oase öffnete. Die Pläne waren fast eingabereif vorbereitet. Dann kam das überraschende Aus: Den Technopark-Geschäftsführern Franz und Andreas Aigner war es nach dem Wettbewerb nicht gelungen, Ankermieter für ihr Konzept zu finden. Nach eineinhalb Jahren Marktforschung und erfolgloser Partnersuche änderten sie ihr Konzept und traten mit einer kombinierten Nutzung aus Wohnen und Hotels an. Als Partner holten sie sich die französische Hotelkette Accor ins Boot.

Dass die Investoren so lange an dem exponierten, aber auch schwierigen Standort Stobäusplatz festhielten, sollte ihnen nicht zum Nachteil gereichen. Für das Projekt in der vorgesehenen Form waren nämlich etliche Befreiungen vom nach wie vor gültigen Bebauungsplan nötig. Dieser hätte beispielsweise Gebäudehöhen bis zu 21 Metern, wie sie jetzt vorgesehen sind, nicht zugelassen. Auch bei Abstandsflächen, der Geschossflächenzahl oder der Lage der Zufahrt zu einer Tiefgarage mit 290 Plätzen zeigten sich die Bauverwaltung der Stadt und die Entscheidungsgremien kompromissbereit.

Bereits mehrere Anläufe

  • Fast 8000 Quadratmeter Fläche:

    Begrenzt durch die Greflingerstraße im Norden, die Landshuter Straße im Südwesten und die vielbefahrene Weißenburgerstraße im Osten ergibt sich am Stobäusplatz eine Gesamtfläche von rund 7800 Quadratmetern. Das entspricht in etwa einem Drittel des Neubaugebiets Dörnbergviertel an der Ladehofstraße.

  • Bislang erfolglose „Reparaturversuche“:

    Schon seit 1993 gibt es für das Areal einen Bebauungsplan. Seitdem wird versucht, dort „Stadtreparatur“ zu betreiben – bislang erfolglos. Ein potenzieller Investor schlitterte in die Insolvenz, und Pläne des Lebensmittel-Discounters Lidl hatten sich ebenfalls zerschlagen,

International renommierte Planer

Die aktuellen Pläne für den Standort stammen von dem Architekten Thierry Louvieaux. Er ist Mitarbeiter des Architekturbüros PSP, das seit mehr als 30 Jahren mit seinen Standorten in Berlin, Braunschweig und Hamburg im In- und Ausland tätig ist. Aus dem Büro kamen beispielsweise die Entwürfe für zwei große Komplexe in der Hamburger Hafen-City oder das Palladium in Prag.

„Wir wollen ein Stück Stadt mit drei Wohnhäusern, zwei Hotels und zwei öffentlichen Plätzen schaffen“

Architekt Thierry Louvieaux
Modellansicht des Komplexes auf dem Stobäusplatz (unten die Greflingerstraße): Die beiden Gebäudeteile links unten und oben stellen die beiden geplanten Hotels der Ketten Novotel und Ibis dar.Animation: PSP Architekten Berlin

„Wir wollen ein Stück Stadt mit drei Wohnhäusern, zwei Hotels und zwei öffentlichen Plätzen schaffen“, nannte Louvieaux in einer Gestaltungsbeiratssitzung die grundsätzliche Zielsetzung für das Regensburger Projekt. Auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Grundstück solle kein großer Block entstehen, sondern ein Ensemble aus fünf verschiedenen Baukörpern mit unterschiedlichen Höhen, die ein umlaufender Sockel miteinander verbindet.

Die Stadtverwaltung hat am Montag bestätigt, dass die Bauanträge für das Baugrundstück eingegangen sind und gerade bearbeitet werden. Der anvisierte Baubeginn im Juni 2016 ist aus Sicht der Stadt realistisch.

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