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Montag, 29. Mai 2017 30° 2

Beteiligung

RKK: Hunderte Bürger planten mit

Viele wollen im Regensburger Bahnhofsumfeld ein Zentrum mit „Kultur für alle“ und das Grün erhalten.
Von Julia Ried, MZ

Ein Blick von oben auf den Stadteingang zwischen Hauptbahnhof und Maximilianstraße. Foto: Effenhauser/Stadt Regensburg

Regensburg.Es war ein schlechtes Zeugnis, das die von der Stadt beauftragten Architekten, Stadt- und Verkehrsplaner dem Areal zwischen Hauptbahnhof und Altstadt am Donnerstagabend nach vielen Gesprächen mit Regensburgern ausstellten. So sagte Architekt Patrick Stremler vom renommierten Bregenzer Büro Dietrich/Untertrifaller in der Abschlussveranstaltung der ersten Bürgerbeteiligungs-Runde zur Neugestaltung des Stadtraums um den Ernst-Reuter-Platz fest, die Orientierung dort falle „sehr schwer“. Der Darmstädter Stadtplaner Stephan Kaczmarek führte an: „Der Raum wird nicht als sicher empfunden.“ Landschaftsarchitekt Willi Hildebrandt aus Karlsruhe erklärte, der Verkehr dominiere den Bereich.

Vertreter der von der Stadt engagierten Kommunikationsbüros moderierten die Abschlussveranstaltung zur ersten Runde der Bürgerbeteiligung. Foto: Ried

Die Verantwortlichen im Rathaus hörten den Experten wohl trotzdem gern zu, denn die Fachleute hatten bei der Abschlussveranstaltung der Ideenwerkstatt im „Parkside“ im Westenviertel auch eine gute Nachricht für sie: Die Planer haben nun Unmengen an Material, mit dem sie an Lösungen arbeiten können. Hunderte Regensburger nutzten die Gelegenheit, sich mit den Fachleuten auszutauschen oder in Arbeitsgemeinschaften mit anderen Bürgern Ideen zu entwickeln – am Ende zeugten die zu großen Teilen mit Blättern und Zetteln beklebten Fensterfronten des Saals im „Parkside“ von den vielen Ideen und Anregungen. „Es war wirklich ganz oft wie im Bienenstock“, sagte Stadtsprecherin Kristina Klement. Sie schätzt die Besucherzahl auf insgesamt 650; dazu kommen die Bürger, die ihre Ideen in Boxen in öffentlichen Gebäuden warfen oder auf die Glasscheiben der Bushaltestellen in der Albertstraße schrieben.

Aus Sicht von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat die Stadt ihr Ziel erreicht, neben den schon bislang engagierten Interessengruppen weitere Menschen anzusprechen und so die Beteiligung auf möglichst breite Füße zu stellen. „Es waren wirklich aus vielen Bevölkerungsschichten und -kreisen Leute da.“

Café könnte Stadtraum beleben

Dass sich die Regensburger in dem Areal zwischen Hauptbahnhof und Maximilianstraße wohler fühlen, dazu könnte aus Sicht der Fachleute auch ein zukünftiges Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) beitragen. „Das Gebäude öffnen wir zum Stadtraum: Davon profitiert auch die Umgebung“, sagte der Bregenzer Architekt Günther Prechter. Konkret stellt er sich vor, „dass man Funktionen unterbringt, die benutzbar sind“, etwa eine öffentliche Einrichtung wie eine Bücherei oder einen Treffpunkt wie ein Café. Neben der „Belebung des Raums“ verfolgen die Architekten das Ziel, „dass wir die ganze Bevölkerung ansprechen mit diesem Haus“, in dem „Kultur“ größer geschrieben werden soll als „Kongress“. Auch bei Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer ist als großer Bürgerwunsch angekommen, „dass dort Kultur stattfindet für alle“, also nicht nur Hochkultur-Veranstaltungen mit teurem Eintritt.

„Es kann eigentlich viel kleiner und kompakter sein.“ Die Gesellschaft zur Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis, die die Verkehrsunternehmen der Region koordiniert, habe sich offen für diesen Vorschlag gezeigt. Zudem könnte eine Stadtbahn so manche Bushaltestelle überflüssig machen.

Kommentar

Ein guter Neuanfang

Am Ende der Ideenwerkstatt im „Parkside“ im Westenviertel zeigte ein kurzer Blick auf die vielen Zettel und Blätter an den Glasscheiben, wie zahlreich...

Vielen Regensburgern, die ihre Ideen einbrachten, waren kurze und komfortable Rad- und Fußwege, etwa von der Universität zum Bahnhof, wichtig. Damit Menschen, die dort umsteigen, sich dort lieber aufhalten, wäre es etwa denkbar, dem Warten „dort Raum zu geben“, mit aufgewerteten Haltestellen oder Sitzgelegenheiten, so fasste eine Vertreterin der von der Stadt beauftragten Kommunikationsbüros Anregungen der Bürger zusammen. Doch auch Randgruppen sollen nicht verdrängt werden.

„Gürtelschnalle“ RKK

Die Stadtplaner unter den externen Experten widmen sich in den nächsten Wochen dem Bürgerwunsch, der zu den meist diskutierten Punkten der Ideenwerkstatt und wohl auch zu den am schwierigsten zu realisierenden zählt: „Den Grüngürtel zu respektieren und nach Möglichkeit weiter auszuarbeiten und zu stärken.“ Das Bild eines Kulturzentrums als „Gürtelschnalle“ zwischen Stadt und Grün skizzierte die Mitarbeiterin der Kommunikationsagentur.

Die Fachleute verarbeiten nun die vielen, oft auch widerstreitenden Wünsche in erste Pläne, die sie in der nächsten Ideenwerkstatt Anfang Mai vorstellen. Danach sollen die Konzepte entstehen, über die die Regensburger im Herbst abstimmen sollen.

Ihre Wünsche zur Neugestaltung des Bahnhofsumfelds können Sie auch in unserem Fragebogen äußern.

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