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Dienstag, 21. November 2017 7

Trauer

Gedenkstelen für KZ-Tote in Stadtamhof

1945 befand sich dort ein Außenlager des KZ Flossenbürg. Die mehr als 40 Opfer sollen nicht in Vergessenheit geraten.
Von Lisa Pfeffer, MZ

OB Joachim Wolbergs stellte die neuen Gedenktafeln vor. Foto: Pfeffer

Regensburg.Von 19. März bis 23. April 1945 befand sich im Colosseum im Stadtteil Stadtamhof ein Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg. In der Nacht auf den 23. April 1945 wurde das Lager panikartig geräumt. Die SS trieb alle gehfähigen Häftlinge auf deinen Todesmarsch Richtung Südosten. Fast 50 entkräftete oder beim Fluchtversuch angegriffene Gefangene wurden erschlagen oder erschossen. Als Mahndung und um der Opfer des Nationalsozialismus an diesem Ort zu gedenken, hat die Stadt Regensburg in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Flossenbürg Gedenkstelen entworfen, die am Brückenkopf der Steinernen Brücke aufgestellt wurden.

Informieren, mahnen, gedenken

„Nach den Debatten um die Bodenplatte haben wir nun eine würdige Form des Erinnerns und Gedenkens gefunden, die dem Ort gerecht wird“, sagt Oberbürgermeister Joachim Wolbergs im Rahmen der Vorstellung der Stelen. „Wir wollen damit informieren, mahnen, gedenken und vor allem dazu auffordern, dass wir alles dafür tun müssen, dass sich ein derart schreckliches Unrecht nie mehr wiederholt.“

Die Stelen sollen die Qualität des Gedenkortes erhöhen. Wo bisher nur ein Gedenkstein an das begangene Unrecht erinnerte, geben die neuen Stelen nun spezifische Informationen zum Ort des Geschehens. Zum einen enthalten sie Details zum System der Außenlager des KZ Flossenbürg insgesamt, zum anderen gehe sie explizit auf das Außenlager Colosseum in Regensburg ein. Des Weiteren finden sich auf den Tafeln Zitate von Zeitzeugen. Die Texte wurden sowohl in englischer, als auch in deutscher Sprache abgedruckt.

„Hier soll nicht mehr länger ein Platz zum Abstellen von Fahrrädern sein. Es wird Sitzmöglichkeiten geben, die die Aufenthaltsqualität in Stadtamhof aufwerten, aber auch dem Gedenken einen würdigen und informativen Rahmen verleihen“, sagt OB Joachim Wolbergs. Ihm sei auch klar, dass die neue Gedenkstätte nicht jedem gefallen wird. Wolbergs hofft jedoch auf die Vernunft und auch Zivilcourage der Bürger: „Wir fordern jeden auf, es uns sofort mitzuteilen, wenn Beschmutzungen oder sonstiges festgestellt werden.“

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