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Sonntag, 17. Dezember 2017 4

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Viele Rabatte: Jetzt gilt der Stadtpass

Ob Museen, Theater, VHS-Kurse oder auch Bustickets – seit Mittwoch sparen die 2000 Regensburger mit der Karte Geld.
Von Sebastion Bäumler, MZ

Die Initiatoren des Armutsforums und stolze Besitzer des Stadtpasses trafen sich am Mittwoch an der Neupfarrkirche und feierten die erfolgreiche Umsetzung ihres Projekts. Foto: Bäumler

Regensburg.Fast 2000 Menschen besitzen inzwischen den Stadtpass und profitieren von den zahlreichen Vorteilen, die der Pass bietet. Rund 50 Prozent Ermäßigung in Museen, Theatern und bei VHS-Kursen sind nur einige der Vorteile, die der Pass bietet. Empfangsberechtigt sind vor allem bedürftige Menschen wie Grundsicherungsempfänger und Asylbewerber. Besonders die Ermäßigung für RVV-Tickets – das Monatsticket für Zone 1 ist etwa für gerade einmal 23 Euro zu kaufen – stellt für die Bedürftigen eine große finanzielle Entlastung dar, wie diese im Gespräch mit der MZ berichteten.

Am Mittwoch feierten die Initiatoren die wahre Geburtsstunde ihres Projekts am Neupfarrplatz. Seit 1. Juli gelten nämlich die Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr oder beim Besuch kultureller Einrichtungen. In Regensburg sind mehr als 10 000 Personen berechtigt, die Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen – fast 2000 haben den Pass, der seit Mitte April erhältlich ist, bereits in ihrem Besitz.

Andrang am Bürgerfest

Wie Reinhard Kellner, Vorstand der Sozialen Initiativen Regensburg, berichtet, „war vor allem am Bürgerfest ein sehr großer Andrang zu spüren. Man merkt, dass wir mit unserem Projekt den Nerv der Zeit getroffen haben und zahlreiche Leute unterstützen können. Es macht mich froh, zu sehen, wie leicht unseren ärmeren Mitbürgern geholfen werden kann.“

Manfred Laußer, Besitzer eines Stadtpasses, erzählt im MZ-Interview dazu: „Ich besitze den Stadtpass jetzt seit Mitte April. Ich bin quasi von Anfang an mit dabei. Ich habe mir heute früh bereits das vergünstigte Busticket geholt, das werde ich auch ausgiebig nutzen.“ Auf Rückfrage, ob er auch kulturelle Angebote in Anspruch nehmen würde, antwortet er: „Natürlich, ich finde es super, dass auch an uns Bedürftige gedacht wird und auch wir in den Genuss solcher Veranstaltungen kommen können – selbst wenn wir finanziell nicht ganz so gut gestellt sind. Ich kann den Stadtpass wirklich nur weiterempfehlen.“ Josef Reithmair, Sozialhilfeempfänger, erzählt: „Ich werde mir den Stadtpass so bald wie möglich holen. Ich finde die Aktion von den Sozialen Initiativen wirklich toll und freue mich, jetzt auch andere Angebote nutzen zu können. Gerade wenn das Geld nicht mehr da ist, lernt man solch eine Unterstützung wertzuschätzen.“

Langer Weg bis zum Stadtpass

Mit dem Stadtpass wird auch das Busfahren preiswerter. Das RVV-Monatsticket für die Zone 1 kostet gerade einmal 23 Euro. Foto: Baumgartl

Mehr als fünf Jahre hat das Armutsforum Regensburg – ein Bündnis von Attac, BI Asyl, Pax Christi, den Sozialen Initiativen und ver.di sowie engagierten Einzelpersonen auf die Einführung eines Stadtpasses für Regensburg hingearbeitet. Im Laufe mehrerer Aktionen und Veranstaltungen konnten die Initiatoren erfolgreich die mehr als 6500 nötigen Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln – die Stadt selbst hat schließlich im Februar der Einführung des Stadtpasses stattgegeben und damit ein Bürgerbegehren letztlich doch abgewendet.

„Mehr gesellschaftliche Teilhabe für alle“ – so das Motto des Bürgerbegehrens – konnte damit nach mehrjähriger Arbeit letztlich wahrlich umgesetzt werden. Zahlreiche öffentliche, aber auch private Anbieter geben einkommensschwachen Regensburgern und nun bis zu 65 Prozent Ermäßigung auf ihre Angebote.

Um ihren großen Einsatz zu feiern, trafen sich die Vertreter der beteiligten Organisationen am Mittwoch an einem Stand auf dem Neupfarrplatz. Interessierte Bürger konnten sich an dem Stand nicht nur eine Erfrischung besorgen, sondern sich auch bei den Initiatoren des Projekts aus erster Hand über den Stadtpass und dessen Vorteile erkundigen.

Rabatte mit der neuen Karte

  • Stadtpass:

    Der Stadtpass soll einkommensschwachen Bürgern die Möglichkeit bieten, öffentliche und kulturelle Einrichtungen der Stadt nutzen zu können.

  • Ermäßigung:

    Bis zu 65 Prozent Ermäßigung auf Angebote der Stadt und des öffentlichen Nahverkehrs sind für Besitzer eines Stadtpasses möglich.

  • Leistungsbescheid:

    Das Amt für Soziales stellt Bedürftigen bei Vorlage eines gültigen Leistungsbescheids den Stadtpass aus.

  • Kontakt:

    Johann-Hösl-Straße 11a bis 11b, Telefonnummer: (0941) 5 07 15 02, Öffnungszeiten: Montag 8 bis 11.30, Mittwoch 8 bis 11.30, Donnerstag 15 bis 17.30, Freitag 8 bis 11.30 Uhr

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