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Dienstag, 26. September 2017 21° 1

Experiment

Das blaue Wunder und der große Knall

Christoph Goppel weiß, wie man Kinder begeistert: Im Regensburger Naturkundemuseum grummelte und blitzte es gewaltig.
Von Angelika Lukesch, MZ

  • Beim Zusammenmischen muss man genau aufpassen. Foto: Lukesch
  • Christoph Goppel will Kinder für Chemie begeistern. Foto: Lukesch
  • Im Experimentierkurs konnten die Kinder Tinte selbst produzieren. Christoph Goppel versorgt die Kinder mit den Zutaten. Foto: Lukesch

Regensburg.Cornelius ist am Samstagnachmittag im Naturkundemuseum, Am Prebrunntor, sehr gespannt. Wird es klappen? Er hält gerade eine kleine Experimentier-Anordnung in den Händen: eine Filmdose, in der ein Tropfen Alkohol eingeschlossen ist. Die Filmdose ist mit einem Kabel an eine Art Druckknopf angeschlossen. Sobald sich die Filmdose in der einen Hand erwärmt hat und der Alkohol zu Dampf geworden ist, soll Cornelius auf den Knopf in der anderen Hand drücken. Dann wird ein kleiner Funke in der Filmdose generiert, der mit dem vernebelten Alkohol die Filmdose mit einem Knall öffnet.

Der Leiter des Experimentierkurses, Christoph Goppel, hat es den dreizehn Kindern, die sich im obersten Stockwerk des Naturkundemuseums im Medienraum versammelt haben, soeben vorgemacht. Cornelius drückt, und schon öffnet sich seine Filmdose mit einem lauten Knall. Das Experiment ist geglückt! Cornelius strahlt. Zu erleben, dass ein kleiner Tropfen Alkohol solch großen Lärm verursachen kann, ist für die Kinder höchst interessant und ein großer Spaß.

Mit Herzblut unterrichten

Christoph Goppel, bis 2013 Studiendirektor und Fachbetreuer für Chemie und Biologie am Albrecht-Altdorfer-Gymnasium, weiß, wie man Kinder für die Naturwissenschaften interessiert. „Im Laufe meiner Dienstjahre habe ich erfahren, dass sich Schüler durchaus für meine Fächer begeistern lassen, wenn ich sie mit Herzblut unterrichte und sie bei ihren altersgerechten Interessen packe“, sagt Goppel zur MZ. Nach seiner Pensionierung hat er die Leitung des Umweltzentrums am Naturkundemuseum Ostbayern übernommen. Zu dessen Aufgaben gehört auch und vor allem die Jugendarbeit. Hier will Goppel vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer neu beleben. Dazu wurde ein so genanntes „Lernlabor“ eingerichtet. Der Naturwissenschaftliche Verein Regensburg, als Träger des Umweltzentrums und des Naturkundemuseums, hat im Jahr 2014/15 mit großem finanziellen Aufwand die Anschaffung von 13 voll ausgestatteten Chemielaborplätzen geschultert. „Eine entsprechende Erweiterung mit Experimentiergeräten für die Fächer Biologie und Physik soll in den kommenden zwei Jahren erfolgen“, kündigt Goppel an.

Neugierde und Spaß sind Trumpf

In diesem Lernlabor haben Kinder und Jugendliche zusammen mit ihren Eltern die Gelegenheit, spannende Versuche zu verschiedenen Themen aus dem Bereich der Naturwissenschaften durchzuführen. Hierbei solle, wünscht sich Goppel, die Neugierde und der Spaß am Tun im Vordergrund stehen. Kein Wunder, dass der Experimentierkurs „Vulkane, Raketen, Blitz und Donnerchemische Experimente, die Spaß machen“ ausgebucht ist.

Die Kinder, die am Samstag in das Lernlabor gekommen sind, dürfen sich mit einem weißen Mantel und einer Schutzbrille ausstatten und je einen Laborplatz mit allerlei Reagenzgläschen und Pipetten in Betrieb nehmen. Während Goppel den Kindern unterschiedliche Substanzen in die sieben Reagenzgläschen füllt, berichtet er, was man mit den einzelnen Substanzen tun könne und wieso Chemie so viel Spaß mache. Natriumchlorid (Natriumhydroxid) und eine Laugenbrezel besäßen beispielsweise eine sehr enge Verbindung. Im Übrigen müsse ein Versuch immer ganz genau vorbereitet werden. In der Chemie gelte außerdem die Devise, dass wenig eine große Wirkung erzielen könne.

Die Kinder warten geduldig, bis sie mit allen Stoffen, wie Natriumhydroxid, Phenolphthalein, Schwefelsäure, Eisenchlorid, Ammoniumrhodanid, Kaliumpermanganat und gelbes Blutlaugensalz, versorgt sind. Dann lässt Goppel die Kinder die Substanzen miteinander vermischen. Großes Erstaunen! Gibt man zwei farblose Substanzen zusammen, erhält man ein kräftig leuchtendes Pink. In der richtigen Reihenfolge immer weiter gemischt, halten die Kinder am Ende ein Reagenzglas in der Hand, das halbvoll mit dunkelblauer Tinte gefüllt ist. Zauberei? Nein, Chemie – aber mit Köpfchen!

Experimente im Umweltzentrum

  • Bildungszentrum im Museum

    Am Naturkundemuseum Ostbayern in Regensburg ist das Umweltzentrum untergebracht. Träger des Museums und des Umweltzentrums ist der Naturwissenschaftliche Verein Regensburg. Leiter des Umweltzentrums ist Christoph Goppel. Ziel ist, Kinder und Jugendliche für die naturwissenschaftlichen Fächer Chemie, Biologie und Physik zu begeistern.

  • Lernlabor

    Dazu werden im Lernlabor des Umweltzentrums Chemie-Experimentierkurse angeboten. Hierfür wurden 13 voll ausgestattete Chemielaborplätze angeschafft. Dieses Angebot ist auch für Grund- und Mittelschulen offen, die hier außerschulische Kurse für Naturwissenschaften abhalten können. In der Zukunft soll es auch solche Kurse für Physik und Biologie geben. Die Experimentiergeräte für diese Fächer werden in den kommenden zwei Jahren angeschafft.( (lla)

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