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Sonntag, 23. April 2017 9

Sport

Ein neues Zuhause für Trendsportarten

Boule, BMX und Parkour unter einem Dach: Die Stadt mietet für drei Regensburger Vereine eine gemeinsame Trainingsstätte an.
Von Sebastian Böhm, MZ

Die Regensburger Parkour-Künstler werden bald in der Trendsporthalle in der Lilienthalstraße ihre Sprünge üben. Foto: Parkour Regensburg e.V.

Regensburg.Entspannte Boule-Runden, wagemutige Skateboard-Tricks und Saltos aus schwindelerregender Höhe haben in Regensburg künftig etwas gemeinsam: Alle werden sie an nur einer einzigen Trainingsstätte zu sehen sein. Die Stadt mietet ab dem 1. März die Trendsporthalle in der Lilienthalstraße an, um den unterschiedlichen Sportlern ganzjährig ein Dach über deren Köpfen zur Verfügung zu stellen. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs gab am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt, dass die jährliche Miete von 60 000 Euro im Wesentlichen von der Stadt übernommen wird . „Wir ergänzen damit in Regensburg das Angebot im Indoor-Bereich“, begründet Wolbergs das Projekt. Mieter werden die drei Vereine „spot Regensburg“, „Parkour Regensburg“ und der „Boule Club Ratisbonne“ sein.

Der Streetsport zieht in die Halle

Hauptverantwortlich für das Zustandekommen des Projekts war die Truppe von „spot Regensburg“ unter der Regie von Initiatorin Patricia Hajak. Der Sportverein setzt sich aus den drei Komponenten BMX, Skateboarden und Inlineskaten zusammen. Diese Streetsportler von der Straße in die Halle zu locken, sei nicht gerade eine leichte Aufgabe gewesen, versichert Hajak. Dennoch sei es notwendig. Denn vor allem bei Kälte, Nässe oder Dunkelheit flüchten die Skateboarder, BMX-Cracks oder Inlineskater in verlassene, überdachte Areale und bringen sich somit in Gefahr. Um den Anspruch auf die Nutzung der Trendsporthalle in der Lilienthalstraße zu erhalten, mussten sich die Einzelsportler zu einer Gemeinschaft zusammenschließen. „Diese Leute sind nicht gerade als Vereinsmeier bekannt“, berichtet Patricia Hajak und freut sich umso mehr, dass der „spot Regensburg“ nun bald eine feste Anlaufstelle vor Augen hat.

Die Halle in der Lilienthalstraße soll die neue Heimat von drei Regensburger Trendsportarten werden. Foto: Böhm

Der BMX- und Skatepark wird eine Fläche von 700 Quadratmetern einnehmen. Die Raumhöhe liegt bei über sechs Metern. Somit können auch die Fahrradfahrer ungestört ihre Tricks und Sprünge durchführen. Da die nähesten beiden vergleichbaren Sportstätten in Ulm und Linz liegen, werden auch viele externe Besucher erwartet. Die Gastnutzung der Sportflächen ist bei allen drei Mietern möglich.

„Diese Leute sind nicht gerade als Vereinsmeier bekannt.“

Patricia Hajak, Initiatorin „spot Regensburg e.V.“

„Wir ergänzen damit in Regensburg das Angebot im Indoor-Bereich.“

OB Joachim Wolbergs

Besonders der Regensburger Parkour-Verein möchte seine 350 Quadratmeter große Area beispielsweise für Kindergeburtstage, Schulklassen oder Workshops zur Verfügung stellen. Neben vielen Hindernissen planen die Trendsportler auch den Einbau einer „Schnitzelgrube“, welche Springern ermöglicht unverletzt und weich zu landen. Das könnte auch für Turnsportvereine ein nützlicher Trainingszusatz sein. Wie bei den Streetsportlern des „spot Regensburg“ wird die Halle vor allem mehr Sicherheit für die Vereinsmitglieder mit sich bringen. „Es wird einen speziellen Fallschutzboden geben“, verrät der erste Vorsitzende Max Rieder.

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (zweiter von links) stellte mit Vereinsvertretern das neue Projekt in der Lilienthalstraße vor. Foto: Böhm

Der „Boule Club Ratisbonne“ strebt dagegen dank seiner neuen Trainingsstätte den lange ersehnten Aufstieg in die erste Bundesliga an. In der Trendsporthalle werden nun sechs Felder auf einer Fläche von 250 Quadratmetern zur Verfügung stehen, auf denen Petanque (Boule ist nur der Überbegriff) gespielt werden kann. Somit können die vier Mannschaften nun endlich auch im Winter trainieren. Bisher mussten die Regensburger Petanque-Spieler ihre Einheiten auf die Sommerzeit beschränken.

Auf Spenden angewiesen

Die rund 15 000 Euro für den Innenausbau hätten die Bouler schon längst zusammen, versichert der erste Vorsitzende Alexander Bauer. Der Umbau soll vier Monate dauern. Die offizielle Eröffnungsfeier ist für den 3. Juli geplant. In finanziellen Angelegenheiten hat der „Boule Club Ratisbonne“ damit seinen beiden Mietkollegen einiges voraus. Denn sowohl die Streetsportler des „spot Regensburg“ als auch der Verein „Parkour Regensburg“ sind für den Bau ihrer Sportflächen auf Spenden und Sponsoren angewiesen. Der BMX- und Skatepark soll 60 000 Euro kosten. Um die Parkour-Area zu errichten, werden sogar 80 000 Euro benötigt. Der Innenausbau kann also erst beginnen, wenn die Vereine die erforderlichen Gelder zusammen haben. Und auch Alexander Bauer weißt daraufhin, dass selbst die Regensburger Bouler auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Der Grund: Ein möglicher Aufstieg könnte teuer werden. „Eine Bundesliga-Saison kostet rund 8 000 Euro im Jahr“, rechnet Bauer vor.

Informationen über die Möglichkeit zu spenden, finden Sie hier:

„spot Regensburg e.V.“

„Parkour Regensburg e.V.“

„Boule Club Ratisbonne“

Einen Überblick über die Vereine und Freizeitstätten in und um Regensburg finden Sie auch bei Mittelbayerische Maps:

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