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Samstag, 16. Dezember 2017 5

Engagement

Helfen kann ziemlich lecker sein

Peter Trepnau hat wieder zum Benefizdinner nach Hemau geladen. Die Spenden der Gäste gehen an die Kinder von St. Leonhard.
Von Kerstin Hafner, MZ

Peter Trepnau (links) und Helmut Schwögler richten gemeinsam den siebten Gang an. Foto: Hafner

Regensburg.Langsam wird es ein Klassiker: Zum siebten Mal lud Unternehmer Peter Trepnau zum Benefizdinner „Kreatives aus Südtirol“ in die urige Hemauer Gastwirtschaft „Zum Deglbauer“. 30 Euro eines jeden Menüs flossen als Spende an den Förderverein St. Leonhard, dessen Vorsitzender Trepnau ist. Das Sozialpädagogische Zentrum in Regensburg kümmert sich um Kinder, die nicht die Geborgenheit eines intakten Elternhauses genießen können.

Das Zentrum hat inzwischen drei heilpädagogische Wohngruppen und fünf Tagesgruppen für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Der Förderverein St. Leonhard finanziert unter anderem Therapien, Sportsachen, Instrumente, Brillen, Hörgeräte, Vereinsbeiträge und Freizeitaktivitäten. Heuer fließen die 2100 Euro aus dem Benefiz-Dinner in eine Ferienfreizeit.

Fünfmal gewann Trepnau für das Event den Südtiroler Haubenkoch Stefan Unterkircher, seit vergangenem Jahr steht der Südtirol-affine Bad Abbacher Spitzenkoch Helmut Schwögler neben ihm am Herd: „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, diesen Kindern zu helfen und mich dafür ehrenamtlich in die Küche zu stellen.“

Wie das Menü auf dem Teller aussah, sehen Sie in unserer Fotostrecke:

Trepnau lud zum Benefizdinner nach Hemau

Mit von der Partie waren heuer wieder die Profiköche Bernhard Lang (ehemals SushiGlas Nürnberg) und Franz Scherer (ehemals Landgasthof Hochrad) sowie der Südtiroler Küchenchef, Kräuterfex und Kochbuchautor Karl Volgger (Hotel Majestic Reischach). Zum ersten Mal dabei waren Haubenkoch Martin Tschafeller vom Hotel Petrus am Kronplatz und Köchin Angelica Mondola vom Sterne-Restaurant „Kastell“ Burg Wernberg.

Wirtin Marion Wein leitete den Service und der Südtiroler Winzer und Önologe Matthias Hauser vom Castel Sallegg aus Kaltern am See – ein guter Freund von Helmut Schwögler – kam ebenfalls nach Bayern, um die Begleitweine zu den Gerichten vorzustellen. Hauser und Schwögler lernten sich vor einigen Jahren auf einer italienischen Weinmesse kennen.

St. Leonhard in Regensburg

  • Ausrichtung:

    Das Sozialpädagogische Zentrum St. Leonhard bietet Projekte an, in denen Kinder und Jugendliche, die aus schwierigen Verhältnissen stammen, sich selbst ausprobieren und neue Arten der konstruktiven Freizeitbeschäftigung lernen können.

  • Vorgeschichte:

    Vernachlässigung, Gewalt oder Suchtverhalten sind Themen, mit denen die Kinder und Jugendliche häufig schon früh konfrontiert wurden.

  • Angebot:

    Um diesen Kindern eine Freude zu machen, werden Ferienfreizeiten oder mehrtägige Orientierungswanderungen durchgeführt. Aber auch für die Anschaffung von Instrumenten, Nähmaschinen, Computern und Sportgeräten sammelt Peter Trepnau,Vorsitzender des Fördervereins St. Leonhard, jedes Jahr Spendengelder.

  • Erlös:

    Im vergangenen Jahr wurden vom Erlös des Benefizdinners einige Fahrräder angeschafft. (lkh)

Kulinarisches Erlebnis in acht Gängen

Die Vorspeise mit einer Topinamburterrine kam auf dunklen Platten zur Geltung. Foto: Hafner

Das Menü bestand aus acht Gängen. Als Vorspeise wurde eine Topinambur-Terrine mit Bergrind-Carpaccio, Golden Gel Käse und Granatapfelvinaigrette serviert, danach ein gelungenes Knödeltris mit Räucheraal und Arunda-Blanc de Blanc-Kraut. Der dritte Gang bestand aus Kalbsfilet mit Trüffelfüllung auf gemischtem Rettich, gefolgt von schmelzendem Risotto mit Graukäse und Kalbskopf. Surf & Turf war das Thema beim fünften Gang: Schweinebauch mit Knusperkruste neben Flusskrebs mit Knollenziest und Puntarelle, ein Spargelchicorée. Das Apfelsorbet bot Erfrischung vor dem eigentlichen Hauptgang, der butterzarten Gams mit schwarzer Walnuss, Schupfnudeln und Spargel. Den krönenden Abschluss bildete eine Räucherricotta-Tarte mit Waldmeister und Birnenmostarda. Peter Trepnau und Helmut Schwögler hatten das Menü zusammengestellt.

„Eigentlich habe ich es mir ausgedacht und dem Helmut dann mal vorgelegt. Er hat es sich durchgelesen und zum Glück auf Anhieb für gut befunden“, sagte Trepnau. Schwögler fuhr selbst nach Italien, um die Weine sowie einige Originalzutaten zu holen, zum Beispiel den Graukäse. Er hat ein sehr intensives Aroma. „Ich habe den Fehler gemacht, diesen Käse in mehrere Verpackungen eingewickelt eine Nacht lang im Auto zu lagern. Als ich den Wagen am nächsten Tag aufgesperrt habe, konnte ich nicht einsteigen. Der Geruch war so brutal, dass ich durchlüften und mir an der nächsten Tankstelle einen Wunderbaum kaufen musste, sonst hätte ich die Rückfahrt nach Bayern wahrscheinlich nicht überstanden“, erzählte Schwögler den amüsierten Gästen.

Nach einem langen 18-Stunden-Tag dankte Trepnau den 70 Gästen im Namen des Fördervereins und der Kinder von St. Leonhard herzlich für ihr Kommen und ihre Spende.

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