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Besuch

Kinder verarzten ihre Plüschfreunde

Hilfe für Kuscheltiere gibt es am Samstag in Regensburgs Teddyklinik. Die Aktion soll den Kleinen die Angst vorm Arzt nehmen.
Von Angelika Lukesch, MZ

Oje, eine Operation ist beim Schaf nötig! Aber die Kuscheltier-Mama darf dabei zusehen. Foto: Lukesch

Regensburg.Hat der geliebte Kuschelbär Tatzenschmerzen? Oder hat sich gar die Schmuseente den Schnabel verstaucht? Bei all diesen Unfällen helfen Teddyklinik-Ärzte am Samstag. Auch wenn der Plüschhund Bauchweh hat oder sich das Schlappohrhäschen einen Löffelbruch zugezogen hat, finden die Teddyklinik-Mediziner die richtige Medizin und die geeignete Therapie.

Im Garten der Barmherzigen Brüder wird dafür eine Fläche mit Pavillons bereitgestellt, sagt Vinzenz Völkel, Mitorganisator und Medizinstudent im achten Semester. Jedes Kind kommt mit seinem Kuscheltier zunächst zum Anmeldezelt, wo die Beschwerden der Stofftiere aufgenommen werden: „Das sind dann Krankheiten, die die Kinder oder ihre Familienmitglieder selbst schon hatten oder auch mal ein Elefant mit gebrochenem Rüssel“, sagt Völkel. Im Wartezimmerzelt werde es von den Teddydoktoren abgeholt – bestehend aus Studenten der Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Anschließend dürfen die Kinder im Behandlungszelt ihre Kuscheltiere selbst untersuchen, indem sie Blutdruck messen, in Ohren und Mund schauen oder das Herz abhören, sagt Völkel.

Schon am Donnerstag und am Freitag bringen die Kinder aus vielen Kindergärten aus Stadt und Landkreis Regensburg ihre kranken, angeschlagenen oder verletzten Kuscheltiere, um sie heilen zu lassen. Am Samstag öffnet die Teddyklinik am „Familientag“ ihre Pforten für alle Kinder, deren Schmusetier ernste Symptome zeigt und unbedingt zum Teddy-Arzt muss.

Beim Besuch der Teddyklinik durchlaufen die Kinder alle Stationen wie bei einem richtigen Arztbesuch oder beim Gang in ein Krankenhaus. Der tiefere Sinn dieses Besuchs ist es, die Kinder spielerisch mit dem Ablauf beim Arzt oder in einer Klinik vertraut zu machen, so dass sie die Angst davor verlieren.

Manchmal muss „nur“ ein Rezept verschrieben werden für Bauchweh-Saft. Die kann man dann in der „Apotheke“ einlösen. Mit einem Ultraschallgerät werden auch diagnostische Bilder vom Kuscheltier gemacht. Es kann aber auch sein, dass der plüschige Liebling einen Verband braucht oder gar einen Gips, der sofort appliziert wird. In ganz ernsten Fällen muss allerdings auch operiert werden. Bei all diesen therapeutischen Anwendungen, die der Arzt sofort unternimmt, sind die Kuscheltier-Eltern hautnah mit dabei und können genau zuschauen, was mit dem felligen Patienten passiert. Bei einer Operation dürfen sie sogar richtige OP-Kluft anziehen, einen Mundschutz anlegen und Zange oder Tupfer halten.

Die Teddyklinik

  • Familientag:

    Die Teddyklinik im Garten der Barmherzigen Brüder, Prüfeninger Straße 86, ist am Samstag, 9. Mai, von 10 bis 15 Uhr, beim Familientag.

  • Erste-Hilfe-Kurs:

    Auch ein Erste-Hilfe-Kurs für Teddy-Eltern wird angeboten. Beim Besuch in der Teddyklinik lernen Kinder Arzt und im Krankenhaus kennen.

  • Studenten:

    Initiatoren sind die Regensburger Medizinstudenten in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Hugo Segerer, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin. (lla)

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