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Region Schwandorf
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Advent

10 000 LEDs leuchten fürs Fest

Lisa und Robert Ruder erschaffen in Erzhäuser jedes Jahr eine grandiose weihnachtliche Beleuchtungsinstallation.
Von Randolf Alesch

  • Lisa Ruder inmitten der beleuchteten Rentierherde und den selbstentworfenen Weihnachtsbäumen mit den Lichterketten. Foto: tal
  • Man muss nicht lange überlegen, woher der Trend zu üppigen Weihnachtsbeleuchtungen kommt. Im Dekorieren ihrer Häuser haben die US-Bürger die Nase vorn und sind nicht zu bremsen. Sie wetteifern mit Lichtershows, Glitzerdeko, Engeln, ferngesteuerten Schneemännern und grellen Leuchtschriften. Foto: Justin Lane/epa

bodenwöhr.„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt...“, so beginnt ein bekannter Kinderreim für die Weihnachtszeit. „Alle Jahre wieder“ werden zur Adventszeit die Anwesen zahlreicher Familien mit festlicher Weihnachtsbeleuchtung dekoriert.

Bei der Familie Ruder in Erzhäuser sind es dann aber deutlich mehr „Lichtlein“ als der Adventskranz hat, die angeschaltet werden, wenn es dunkel wird. Bei Tageslicht ist das Einfamilienhaus der Ruders ein unauffälliges, nettes Anwesen, wie viele andere auch. Fährt man jedoch in der Vorweihnachtszeit bei Anbruch der Dunkelheit von Bodenwöhr nach Neunburg durch Erzhäuser, sticht einem auf der rechten Seite unweigerlich das Anwesen Garten der Ruders ins Auge, welches sich dann in eine hell erleuchtete Weihnachtslandschaft verwandelt.

Oft leuchten auch Bremslichter

Im Gespräch mit der MZ erklären die Ruders die Gründe für ihre außergewöhnliche Weihnachtsbeleuchtung. Foto: tal

Die Bremslichter vieler Fahrzeuge fallen auf, deren Fahrer beim Anblick des hell erleuchteten Anwesens fast automatisch auf die Bremse gehen – auch eine Möglichkeit, Raser zur Einhaltung des Tempolimits zu animieren, das die Polizei erst vor kurzem dort kontrollierte (Die MZ berichtete über zwei Fahrverbote).

Was hat aber die Ruders veranlasst, ihr Anwesen zur Weihnachtszeit so außergewöhnlich und üppig zu beleuchten? „Angefangen hat es vor ca. zehn Jahren“, so Lisa Ruder im Gespräch mit der Mittelbayerischen. „Wir beide haben viel Freude am warmen Licht und gerade in der tristen Winterszeit, wenn am Abend alles Grau in Grau ist, freut man sich, in so ein heimeliges und beleuchtetes Zuhause zu kommen.“

„Gerade in der tristen Winterszeit freut man sich, in so ein heimeliges und beleuchtetes Zuhause zu kommen.“

Lisa Ruder

Auf die Idee zu dieser außergewöhnlichen Weihnachtsdekoration ist Lisa Ruder gekommen, denn das Dekorieren und Schmücken zur Weihnachtszeit bereitete ihr schon immer viel Freude. Anfangs waren es nur die Fenster, die nach und nach alle mit Lichterketten bestückt wurden. Später kamen dann die Außenbeleuchtung des Hauses und dann der Garten hinzu. „Dekoriert wird im Team“, erzählt Lisa Ruder, „während ich mehr für das Gesamtbild und die Dekoration zuständig bin, übernimmt mein Mann Robert den technischen Teil“. Bei dem Kabelsalat und Steckerchaos würde sie sowieso nicht mehr durchblicken, erzählt sie lachend. Auch wenn mal was kaputt geht und repariert werden muss, legt Robert Hand an – kein Wunder: Als gelernter Elektriker, der in Bodenwöhr ein Geschäft betreibt, ist er natürlich prädestiniert dafür.

Mehr Impressionen vom Weihnachtshaus finden Sie in unserer Galerie:

Das Weihnachtshaus der Familie Ruder

Bereits im Herbst machen sich beide Gedanken darüber, was ersetzt werden muss und wie die Weihnachtsdekoration ergänzt werden könnte. Der eigentliche Aufbau beginnt dann erst Mitte bis Ende November, je nachdem wie das Wetter es zulässt. Der Countdown beginnt am 1.Advent, da wird die Beleuchtung um 17 Uhr via Funk zum ersten Mal eingeschaltet. Spätestens um 22 Uhr wird es aber wieder jeden Tag finster.

Bei Anbruch der Dunkelheit verwandelt sich das Anwesen der Ruders in eine hell erleuchtete Weihnachtslandschaft. Foto: tal

Im Laufe der vergangenen fünf Jahre wurden die Beleuchtungskomponenten, die kaputt gingen, durch energiesparende LEDs ersetzt, so dass rund 90 Prozent der Beleuchtung jetzt aus Leuchtdioden besteht. Der Energieverbrauch konnte so deutlich reduziert werden. „Wir bekommen jetzt jedes Jahr bei der Stromabrechnung sogar eine Erstattung“, freut sich Robert Ruder. Wie viele Lämpchen zum Einsatz kommen, wissen die beiden gar nicht genau, rund 10000 dürften es aber schon sein.

Das Echo ist durchweg positiv

Das Echo aus der Bevölkerung ist durchweg positiv, erklären beide. Die Kinder vom Nachbarn auf der anderen Straßenseite haben auf jeden Fall ihre Freude daran. Viele Leute kämen jedes Jahr vorbei, stehen staunend vor dem Haus. „Es blitzt fast jeden Tag“, erklärt Lisa Ruder schmunzelnd. „Letztes Jahr hat uns jemand eine Weihnachtskarte mit einer Tafel Schokolade in den Briefkasten geworfen, weil wir ihnen mit unserem schön beleuchteten Haus so eine Freude machen würden.“

Einmal wollte jemand wieder rückwärts aus der Einfahrt rausfahren, hat dabei wohl den kleinen Abhang übersehen, ist dann im Feld gelandet und kam nicht mehr alleine heraus. Der Schwager hat ihn dann mit dem Bulldog rausgezogen. Zum Glück ist nix passiert.

„Am liebsten mag ich die drei Bäumchen, die ich selbst entworfen, ausgeschnitten, bemalt und mit einem Lichtschlauch umrahmt habe“, erzählt Lisa Ruder, „mein Mann favorisiert dagegen den beleuchteten Pavillon“. „Solange es uns Spaß macht, wollen wir weitermachen“, meint Lisa Ruder zum Abschluss, „ich denke, wir machen auch vielen anderen Leuten damit eine Freude“.

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