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Region Schwandorf
Donnerstag, 14. Dezember 2017 11

Jubiläum

100 Jahre im Dienst der Artenvielfalt

Der Imkerverein Neukirchen-Balbini wurde im Frühjahr 1917 von 35 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben.
Von Karl-Heinz Probst

Vorsitzender Johann Elsner (rechts) mit Imkerkollegen in den 1920er Jahren Foto: Privatbesitz Karl-Heinz Probst

Neukirchen-Balbini. Nach den Freiwilligen Feuerwehren, der KRK und dem GOV ist der Imkerverein der älteste Verein in der Marktgemeinde. Im Ersten Weltkrieg, als die meisten Vereine ihre Tätigkeit ruhen ließen, bildete sich im Februar 1917 in Neukirchen-Balbini ein Komitee zur Gründung eines Imkervereins. Ihm gehörten an der Kaufmann Johann Elsner, der Schreinermeister Michael Elsner, der Gendarmeriesergeant Georg Schmidt und der Lehrer Ludwig Pröpstl aus Alletsried.

50 Mark Zuschuss bewilligt

Das Bezirksamt bewilligte dem jungen Verein einen Zuschuss von 50 Mark, der für den Kauf einer Honigschleudermaschine, einer Wachsschmelze und von Literatur über die Imkerei verwendet wurde. 1918 beliefen sich die Einnahmen des Vereins auf 115,10 Mark, die Ausgaben auf 109,17 Mark.

Im gleichen Jahr übernahm Pfarrer Gottlieb Hauser aus gesundheitlichen Gründen eine andere Pfarrei, die Vereinsleitung übernahm bis zur nächsten Wahl der 2. Vorsitzende Johann Elsner. Im gleichen Jahr regte der Verein zur Verbesserung der Bienenweide erfolgreich beim Straßen- und Flussbauamt Weiden an, das Bankett der Staatsstraße am südlichen und östlichen Ausgang des Marktes mit 20 Akazienbäumen zu bepflanzen. Akazien sollten auch am Marktplatz und am Damm des Burgerweihers durch die Gemeinde gepflanzt werden, die Imker boten an, die erforderlichen Baumpfähle zu stellen; sie selbst wollten zudem im Markt vier weitere Akazien anpflanzen.

1921 fragte der Obstbauverein bei den Imkern an, ob man nicht die beiden Vereine zusammenlegen könne. In der Generalversammlung am 10. April beschloss der Bienenzuchtverein, dass der Obstbauverein eingegliedert werden könne. Das Vereinsvermögen der Gartler in Höhe von 90 Mark floss in die Kasse der Imker; der Verein hieß nun „Bienen- und Obstbauverein Neukirchen-Balbini und Umgebung“.

Bereits 1923 trennten sich jedoch bereits wieder die Wege der beiden Vereine. Bei der überfälligen Neuwahl der Vorstandschaft in besagter Generalversammlung übernahm Kaufmann Johann Elsner die Vereinsführung, als Schriftführer und Kassier amtierte Wachtmeister Josef Kaiser und als Bienenmeister der Ökonom Anton Liegl.

Nach dem Wegzug von Schriftführer Kaiser endeten 1926 auch die Eintragungen im Protokollbuch. 1928 berichtete die Gemeinde auf Anfrage des Bezirksamtes, dass ein Bienzuchtverein unter dem Vorsitz von Kaufmann Johann Elsner existiere; weitere Mitglieder seien Michael Elsner, Wolfgang Vetter (Ziegelöd), Michael Graßmann (Hansenried) und Anton Liegl (Meidenried).

Die Gründungsversammlung

  • Schließlich hoben 35 Bürger

    aus Neukirchen und Umgebung am 29. April 1917 um 15 Uhr im Gasthof „Zur Post“ den Imkerverein aus der Taufe. Geburtshelfer war neben Landesinspektor Hofmann, der einen einstündigen Vortag über die Bienenwirtschaft hielt, der Neunburger Bezirksamtmann Adolf Anton Lieb, der früher selbst ein passionierter Imker war. Von den 35 Gründungsmitgliedern waren 31 Imker, die 122 Völker besaßen, davon 66 im Mobilbau und 56 im Stabilbau.

  • Als Vereinslokal

    wurde der Gasthof „Zur Post“ bestimmt. Die Versammlung wählte die erste Vorstandschaft per Akklamation auf drei Jahre. 1. Vorsitzender war Pfarrer Gottlieb Hauser, 2. Vorsitzender Kaufmann Johann Elsner, Kassier und Schriftführer Sergeant Georg Schmidt, Bienenmeister Ökonom Anton Liegl (Meidenried), Ausschussmitglieder Lehrer Ludwig Pröpstl (Alletsried), Ökonom Johann Roith (Hansenried), Ökonom Andreas Gebhard (Meigelsried) und Ökonom Bonaventura Drexler.

1934 informierte Bürgermeister Bauriedl das Bezirksamt, dass der Bienenzuchtverein aufgelöst sei. Der Verein existierte aber offensichtlich weiter, wie ein Eintrag im Protokollbuch des Obstbauvereins belegt: Am 5. Februar 1939 hielten beide Vereine gemeinsam ihre Jahresversammlungen im Gasthof „Zur Post“, als Vorsitzender des Imkervereins wird Anton Drexler genannt. Der Verein habe bis April 1945 bestanden, ein Vereinsvermögen sei nicht mehr vorhanden, heißt es in einem Schreiben im Zuge der Wiedergründung anno 1947.

Am 22. Juni 1947 trafen sich 20 Bienenfreunde im Gasthaus Kraus, um den Verein erneut aus der Taufe zu heben. Bei der Wahl der Vorstandschaft ging der Kaufmann Michael Elsner als 1. Vorsitzender hervor; das Führungsteam komplettierten der Landwirt Anton Liegl (Meidenried) als 2. Vorsitzender, der Landwirt Georg Gebhard (Meidenried) als Kassier und der Landwirt Michael Gruber (Ödhof) als Schriftführer.

Auflagen bei der Neugründung

Am 1. März 1948 erteilte das Landratsamt Neunburg dem Imkerverein Neukirchen-Balbini und Umgebung gegen eine Gebühr von sechs Mark die Vereinslizenz. Der Verein hatte eine Mitgliederliste einzusenden, bei der auch die politische Einstufung der Mitglieder gemäß des Befreiungsgesetzes ersichtlich war; diese mussten „politisch vollkommen einwandfrei oder nicht mehr als Mitläufer“ eingestuft sein. Zudem hatte sich der Verein zu verpflichten, nicht gegen die Ziele und Anordnungen der Besatzungsmacht zu verstoßen.

Michael Elsner amtierte bis 1953 als 1. Vorsitzender; seine Nachfolger waren sein Sohn Max Elsner (1953 bis 1962), Ludwig Huber aus Strahlfeld (1962 bis 1994) und Willi Kienzl (1994-2017).

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