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Donnerstag, 27. Juli 2017 18° 7

Fernsehpreis

Anna Maria Sturm ist gar nicht traurig

Die Schwandorferin war für ihre Rolle als Polizistin in der Serie „Polizeiruf 110“ für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert, ging aber leer aus.
Von Fritz Winter, MZ, und den dpa-Korrespondenten

  • Anna Maria Sturm ging bei der Gala am Freitagabend leer aus. Sie überreichte dem Autor Günter Schütter den „Blauen Panther“. Foto: dpa
  • Die Schauspielerin Gisela Schneeberger wurde für ihre Rolle in der Serie „Im Schleudergang“ ausgezeichnet. Foto: dpa
  • Der Filmemacher Willy Bogner nahm stellvertretend für den Schauspieler und Komiker Otto Waalkes von der stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidentin Ilse Aigner (CSU) den Bayerischen Fernsehpreis entgegen. Foto: dpa
  • Der Moderator Kai Pflaume bekam ebenfalls einen „Blauen Panther“. Foto: dpa
  • Der Schauspieler Kai Wiesinger wurde für seine Rolle im Fernsehfilm „Der Rücktritt“ ausgezeichnet. Foto: dpa
  • Der Schauspieler Alexander Held wurde für seine Rolle in der Serie „München Mord“ ausgezeichnet. Der Bayerische Fernsehpreis in Form einer Panther-Figur wird seit 1989 verliehen. Foto: dpa

München.Am Samstagvormittag war Anna Maria Sturm noch etwas müde und auch ein bisschen heiser, aber überhaupt nicht traurig: „Es war ein super schöner und aufregender Abend mit vielen Leuten, die ich kenne“, sagte sie im MZ-Interview. Bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises „Blauer Panther“ war die Oberpfälzerin für ihre Rolle als junge Polizistin in der Serie „Polizeiruf 110“ als beste Hauptdarstellerin in der Kategorie „Fernsehfilm nominiert. Sie ging allerdings leer aus. „Der Preis wäre natürlich das Tüpfelchen auf dem i gewesen“, schwärmt sie.

Der Blaue Panther ging an Koschitz

Ebenfalls nominiert waren Julia Koschitz, die den „Blauen Panther“ für „Pass gut auf ihn auf“ bekommen hat, und Brigitte Hobmeier. „Julia Koschitz ist eine Schauspielerin, die ich sehr schätze, sagte die Anna Maria Sturm, deren familiäre Wurzeln im Landkreis Schwandorf liegen. Ihre Mutter,die Umweltaktivistin Irene Maria Sturm, gehörte zu den 1980er Jahren zu den prominentesten Gegnern der geplanten Atomaren Wiederaufarbeitungsanlage (WAA).

In dem Serienteil „Der Tod macht Engel aus uns allen“ spielte Sturm eine trotzige, stinksaure und auch noch erkältete Polizistin. Die Jury begründete hatte die Nominierung mit Sturms großer Kraft und natürlicher Direktheit begründet. „Für soviel Verve im Spiel muss man ganz schön erwachsen sein“, hatte es geheißen. „Dass ich nominiert wurde, hat mir sehr gut gefallen“, sagte Sturm. „Das Drehbuch war klasse, die Zusammenarbeit mit dem Regisseur und dem ganzen Team hat großen Spaß gemacht“. Diese Folge war die letzte für Anna Maria Sturm. 2013 hatte sie die Reihe wieder verlassen, um nicht zu sehr auf das Rollenprofil des „bayerischen Mädels vom Land“ festgelegt zu werden.

Anna Maria Sturm Quintett nahm erste Platte auf

Viel Zeit, gelegentlich mal wieder die alte Heimat zu besuchen, hat Sturm nicht. Sie wohnt in Berlin, spielt aber nach wie vor an den Münchner Kammerspielen und nahm kürzlich an einem Casting für eine französisch-amerikanisch-deutsche Filmproduktion teil. „Es wäre natürlich klasse, wenn das klappen würde“, sagte sie. Auch ihre erste Platte hat sie mit dem Anna Maria Sturm Quintett aufgenommen und will in Kürze auf Tournee gehen. Darauf finden sich einige ihrer liebsten Jazzstandards, Serge Gainsbourg-Chansons und deutsche Lieder.

Während Anna Maria Sturm beim Bayerischen Fernsehpreis einen aufregenden Abend verbrachte, ließen sich sein diesjähriger Ehrenpreisträger und der Gastgeber entschuldigen. Kult-Ostfriese Otto Waalkes (65), als „Urgestein der deutschen Fernsehunterhaltung“ für den Ehrenpreis auserkoren, wollte ihn am Freitagabend nicht persönlich in Empfang nehmen. Er stand in Zwickau auf der Bühne. Sein langjähriger Freund Willy Bogner nahm den Pries entgegen, bestellte „einen herzlichen Gruß von Otto“ und las ein Schreiben von ihm vor: „Auch wenn mir ein Preis für mein Lebenswerk verliehen wird – ich mache trotzdem weiter“, hieß es darin.

Auch Ministerpräsident Horst Seehofer ließ sich vertreten, von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Auch hier sprachen „terminliche Gründe“ gegen eine Teilnahme, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Wiesinger bester Schauspieler

Und so verpassten Waalkes und Seehofer den „Blauen Panther“ für den Schauspieler Kai Wiesinger. Er wurde für seine Rolle als Ex-Bundespräsident Christian Wulff in dem Sat.1-Film „Der Rücktritt“ geehrt. Julia Koschitz bekam den Preis als beste Schauspielerin in einem Fernsehfilm für ihre Rolle in dem ZDF-Film „Pass gut auf ihn auf“.

Die Schauspielerin Gisela Schneeberger wurde für ihre Rolle in der BR-Serie „Im Schleudergang“ in der Kategorie Serien ausgezeichnet. „Wir haben schon so manche Schlacht miteinander geschlagen. Dich kann man nur lieben“, sagte Laudator Friedrich von Thun. Schneeberger selbst schob ihren Erfolg eher auf ihr vergleichsweise bescheidenes Outfit: „Immer, wenn ich kein Wallekleid anhab, gewinne ich einen Preis“, sagte sie.

Drei Preise für den BR

Bei den Männern ging der Preis für den besten Schauspieler in einer Serie oder Reihe an den Schauspieler Alexander Held. Er wurde für seine Rolle in der ZDF-Serie „München Mord“ ausgezeichnet. Er widmete den Preis in einer rührenden Ansprache seiner Frau Patricia, der er kürzlich ein rotes Kleid auf ihre „letzte Reise“ habe mitgeben müssen.

Auch der Moderator Kai Pflaume wurde im Münchner Prinzregententheater mit einem „Blauen Panther“ ausgezeichnet. Er erhielt den Preis als Präsentator der ARD-Reihe „Zeig mir Deine Welt“. In der Sendung begleitet er Menschen mit Down-Syndrom. „Damit gelingt es Kai Pflaume, sich dem wichtigen Thema Menschen mit Behinderung auf völlig neue Weise zu nähern“, urteilte die Jury. „So entstehen Situationen und Geschichten, wie man sie im Fernsehen selten sieht.“ Pflaume sagte: „Wir wollten zeigen, wieviel Spaß und Lebensfreude diese Menschen haben“, und gab seinen Preis ebenso wie die 10 000 Euro Preisgeld an seine sechs Protagonisten ab.

Tränen im Publikum

Auch die ZDF-Satire „Lerchenberg“ und die Jury der ProSieben/Sat.1-Tanzsendung „Got to Dance“ wurden ausgezeichnet. Preise räumten außerdem der ARD-Film „Willy Brandt – Erinnerungen an ein Politikerleben“, der ntv-Mehrteiler „Von Spreewaldgurken bis FKK – Die DDR privat“ und der gefeierte Münchner Polizeiruf „Der Tod macht Engel aus uns allen“ ab. Kameramann Gero Steffen wurde für den Dortmunder Tatort „Auf ewig dein“ ausgezeichnet. Auch der Regisseur der ARD-Serie „Weißensee“, Friedemann Fromm, konnte sich über einen Preis freuen. Ebenso der Autor und Regisseur der ZDF-Dokumentation „Terra X: Expedition Deutschland – Eine Zeitreise durch 500 Millionen Jahre“.

Der Journalist Thomas Liesen bekam einen Preis für seinen ARD-Film „Leben, lieben, vergessen – Alzheimer mit 40“. Die Auszeichnung überreichte ihm der Ehemann seiner erkrankten Protagonistin. Viele im Publikum waren zu Tränen gerührt.

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